Bei Werder herrscht trotz der Tabellenführung Frust

Marvin Ducksch geht frustriert vom Feld.
in den sieben Partien zuvor traf Marvin Ducksch mindestens einmal, doch gegen die Ingolstädter blieb er ohne Erfolg. Mit dem 1:1 ist bei den Bremern keiner zufrieden.
Bild: Imago | Nordphoto

Der Punkt gegen Ingolstadt reicht, um zumindest über Nacht auf Platz 1 zu stehen. Doch für Ömer Toprak fehlte über 90 Minuten die Konzentration. Auch Ole Werner hadert.

Wenn eine Mannschaft nach einem Spiel den ersten Platz in der Tabelle übernimmt, jubeln im Normalfall nach dem Abpfiff die Spieler auf dem Platz und die Fans auf den Rängen. Nach Werders 1:1 gegen den FC Ingolstadt war allerdings alles anders. Die Bremer standen bedröppelt auf dem Rasen, und über die Tabellenführung wollte sich in diesem Moment niemand freuen. Zum einen, weil alles andere als ein Sieg natürlich eine Enttäuschung ist, wenn der Tabellenletzte zu Besuch kommt. Zum anderen, weil auch der Spielverlauf frustrierend für die Bremer war.

Lange mühten sie sich gegen die couragiert verteidigenden Ingolstädter, ehe Niclas Füllkrug in der 75. Minute für die Führung sorgte. Doch für drei Punkte reichte es trotzdem nicht, denn dem Team aus Bayern gelang in der 85. Minute durch Filip Bilbija noch der Ausgleich.

Coach Ole Werner hatte zuvor eindringlich vor den Ingolstädtern gewarnt und die Partie auf der Pressekonferenz am Donnerstag fast mantraartig als "Schlüsselspiel" bezeichnet. Wie er nach dem Spiel erklärte, hätten seine Spieler den Gegner auch nicht unterschätzt. Falls das Team nicht an das Leistungsmaximum geht, so Werner, bekäme es eben auch gegen einen Gegner wie Ingolstadt Probleme. Auch die sieben Siege in Folge zuvor könnten dabei eine Rolle gespielt haben.

Wenn du viele Erfolgselebnisse aneinander reihst, fehlt hier und da vielleicht auch mal ein Prozentpunkt. Oder du hast das Gefühl, es wird auch mal funktionieren, wenn du die Schraube etwas zurückdrehst. Das funktioniert aber halt nicht.

Ole Werner nach dem Spiel im ARD-Interview

Werder kann am Sonntag auf den 3. Platz abrutschen

Ömer Toprak spielt einen Pass.
Ömer Toprak war mit dem Auftritt der Bremer gegen Ingolstadt ganz und gar nicht zufrieden. Bild: Imago | Eibner

Besonders hart ging Ömer Toprak mit dem Team ins Gericht. "Wir haben 90 Minuten lang nicht konzentriert gespielt", monierte der Kapitän. Werner hingegen fand bei aller Kritik, dass sein Team sich in der zweiten Halbzeit deutlich gesteigert habe. Tatsächlich machten die Bremer in den zweiten 45 Minuten viel mehr Druck, kamen aber dennoch nur zu dem einen Treffer von Füllkrug. "Das gehört dann auch mal dazu", erklärte Werner, "dass der ein oder andere Ball, der in den letzten Wochen drin war, heute dann auf der Linie geklärt wurde." Das Glück war am Samstag aber nicht auf der Seite der Bremer. Und deshalb verließ nach dem Spiel aus dem Werder-Tross auch keiner glücklich das Weser-Stadion.

Für das große Ziel "Wiederaufstieg" ist ein Punkt gegen den Tabellenletzten schließlich zu wenig. Immerhin ließ von den Teams oben in der Tabelle auch der HSV beim 1:1 gegen den SV Sandhausen zwei Punkte liegen. Dem FC St. Pauli würde am Sonntag (13:30 Uhr) gegen Hannover 96 schon ein Zähler reichen, um die Bremer wieder zu überholen. Auch Darmstadt 98 könnte mit einem Heimsieg gegen Hansa Rostock an Werder vorbeiziehen.

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das neue Wochenende, 19. Februar 2022, 15.20 Uhr