Werder gegen den HSV: Dieses Hochrisiko-Nordderby wird wieder teuer

Video vom 14. September 2021
Eine Reihe von Polizisten, die sich am Rande des Weser-Stadions vor einem Werder-Spiel formieren.
Bild: Andreas Gumz
Bild: Andreas Gumz

Die Bremer Innenbehörde hat die Partie am Samstagabend als Hochrisikospiel eingestuft und mehrere Hundertschaften der Polizei angefordert. Die Rechnung geht an Werder.

Dreieinhalb Jahre gab es kein Nordderby mehr, am Samstagabend um 20:30 Uhr treffen Werder Bremen und der Hamburger SV nun im Weser-Stadion erstmals wieder aufeinander.

Bei der Bremer Innenbehörde von Senator Ulrich Mäurer (SPD) und der Polizei hält sich diese Wiedersehensfreude allerdings in Grenzen. Denn wie die Vergangenheit zeigt, gingen die Fußball-Partien zwischen den Erzrivalen am Rande selten ohne Krawalle und Konflikte ab.

Mehrere Polizei-Hundertschaften angefordert

Fans und Polizisten beim Werderspiel
Bei Hochrisikospielen wie gegen den Hamburger SV werden auch Polizeikräfte aus anderen Bundesländern zur Unterstützung hinzugezogen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

So wird auch dieses erste Nordderby in der 2. Liga als Hochrisikospiel eingestuft, ein Spiel also, das der Stadt Bremen höhere Kosten als normale Fußballspiele verursacht, weil weit mehr Polizeikräfte eingesetzt werden müssen. Diese kommen zum Teil auch aus anderen Bundesländern. "Es sind mehrere Hundertschaften angefordert", sagte die Sprecherin der Bremer Innenbehörde, Rose Gerdts-Schiffler dem Sportblitz, "so dass wir uns auf mögliche Auseinandersetzungen vorbereiten werden."

Etwa 1.050 Hamburger Fans kommen mit einem Ticket nach Bremen, doch die Behörde rechnet mit "einer dreistelligen Zahl von Problem-Fans, die aus Hamburg anreisen werden", so Gerdts-Schiffler weiter. "Die Polizeikräfte müssen sehr flexibel reagieren", sagt Gerdts-Schiffler, denn wo genau diese Problem-Fans für Unruhe sorgen werden, ist noch nicht klar.

Späte Ansetzung ist problematisch

Fans und Polizei beim Werderspiel
Im Umkreis des Weser-Stadions kam es bei Nordderbys in der Vergangenheit oft zu Auseinandersetzungen zwischen gewaltbereiten Fans und er Polizei. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass das Bremer Steintorviertel, das Gebiet um das Weser-Stadion herum am Osterdeich und auch der Hauptbahnhof in der Vergangenheit beliebte Orte dieser Problem-Fans für Krawalle waren, hilft der Polizei bei der komplizierten Vorbereitung zumindest ein wenig.

Warum diese Hochrisiko-Partie erst um 20:30 Uhr angesetzt wurde, darüber kann allerdings nur spekuliert werden. Tatsache bleibt, dass die Deutsche Fußball-Liga (DFL) die Bedenken der Polizei für nicht ausschlaggebend hielt. "Die Dunkelheit ist ein Aspekt", sagt Gerdts-Schiffler, "die Uhrzeit ist für ein Hochrisikospiel sehr ungünstig."

Kosten von bis zu 1,5 Millionen Euro für Werder

Fans und Polizei beim Werderspiel
Viele Emotionen, aber auch viel Aggressivität gehört bei den meisten Fans vom HSV und Werder Bremen bei Nordderbys dazu. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Doch egal, wie die Partie sportlich endet, für Werder Bremen hat sie in jedem Fall ein teures Nachspiel. Ein Gebührenbescheid "in sechsstelliger Höhe", wie Gerdts-Schiffler bestätigt, "wird auf jeden Fall an die DFL verschickt." Dass das rechtens ist, hatte Innensentor Mäurer vom Oberverwaltungsgericht bestätigt bekommen. Die DFL leitet diese Rechnungen der Zusatzkosten der Polizeieinsätze jedoch direkt an Werder weiter.

Für den Verein sind diese Zahlungen ärgerlich, aber die DFL ist in diesem Punkt knallhart. Die Innenbehörde bereitet gerade die Rechnung des letzten Hochrisikospiels gegen Hansa Rostock vor. Auf Kosten von "200.000 bis 400.000 Euro" werde sich diese Rechnung belaufen und in diesem Rahmen bewegen sich dann auch die Zusatzkosten für das Nordderby. Werder selbst rechnet mit 500.000 Euro pro Spiel.

Gegen Dymamo Dresden wird ein weiteres Hochrisikospiel auf die Bremer zukommen. Glück hatte man zu Saisonbeginn, als Corona bedingt noch keine Gästefans zugelassen waren und Hannover 96 anreiste. Damit sind es nur drei und nicht vier Hochrisikospiele in dieser Saison – doch bei Gesamtkosten von bis zu 1,5 Millionen Euro ist es ein teurer Spaß für Werder.

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. September 2021, 18:06 Uhr