Werder heiß aufs Nordderby: "Wichtigstes Spiel der Saison"

Ole Werner lacht inmitten seiner Spieler auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das Duell zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen am Sonntag ist wieder ein Spitzenspiel – allerdings in der 2. Liga. Dennoch ist die Brisanz ungebrochen.

Einst ging es um die Qualifikation für das Endspiel um den UEFA-Cup, den Sprung ins DFB-Pokalfinale oder zumindest um einen Platz in der Champions League. Ein Spitzenspiel ist das 155. Nordderby zwischen dem Hamburger SV und Werder Bremen am Sonntag um 13:30 Uhr auch mehr als ein Jahrzehnt später immer noch – allerdings lediglich in der 2. Bundesliga.

Was aber der ganz speziellen Rivalität überhaupt keinen Abbruch tut. "Für unsere Region ist es das wichtigste Spiel in dieser Saison", sagt Bremens Leiter Profifußball Clemens Fritz. 

Werner freut sich auf 1. Nordderby

Und der Ex-Nationalspieler weiß, wovon er spricht. Der mittlerweile 41-Jährige stand selbst bei den legendären vier Partien zwischen dem 22. April und 10. Mai 2009 auf dem Rasen, als der HSV auf drei verschiedenen Ebenen letztlich das Nachsehen hatte.

An diese denkwürdigen Begegnungen kann sich auch Werder-Trainer Ole Werner noch bestens erinnern, vor allem an die Emotionalität. "So gesehen ist es mein erstes richtiges Nordderby und eine Aufgabe, auf die ich mich extrem freue", sagte der Coach am Freitag   

HSV beendete Derby-Durststrecke

Für den HSV war die Misserfolgsserie vor 13 Jahren ein schwarz-weiß-blaues Trauma, das aber mittlerweile überwunden ist. Der letzte Werder-Sieg im Volkspark ist jetzt mehr als acht Jahre her und der verdiente 2:0-Sieg in der Vorrunde im Weser-Stadion beendete eine sportliche Derby-Durststrecke von fünf Jahren.

Dennoch sieht HSV-Coach Tim Walter die Gäste in einer leichten Favoritenrolle. "Werder hat mehr Bundesligaerfahrung und vielleicht ein bisschen mehr individuelle Klasse. Aber dem werden und müssen wir uns als Kollektiv entgegenstellen", äußerte der 46-Jährige.

Werner beeindruckt die Hamburger

Tatsächlich sind die Grün-Weißen längst in der neuen Liga angekommen und grüßen aktuell von der Tabellenspitze. "Ole Werner holt nun das aus dem Kader heraus, was er individuell einfach hergibt", beschreibt HSV-Sportvorstand Jonas Boldt die derzeitige Situation am Osterdeich.

Sieben Siege, ein Unentschieden – der Nachfolger des mittlerweile wegen der Nutzung eines gefälschten Impfausweises zu einer Geldstrafe verurteilten Trainers Markus Anfang hat den Doublegewinner von 2004 wieder auf Kurs gebracht.

Der Aufstieg ist das Ziel

Das Ziel der sofortigen Bundesliga-Rückkehr ist somit wieder eine realistische Vorgabe. Aber kein Selbstläufer, wie der Rautenklub von der Elbe bekanntlich leidvoll erfahren musste. Dreimal nach dem Bundesliga-Abstieg 2018 reichte es nur zum undankbaren vierten Platz, die Enttäuschung der Fans war und ist groß.

Aber sie wird spätestens zum Saisonende wieder in Begeisterung umschlagen, daran glaubt zumindest Thomas Wüstefeld. Der noch neue HSV-Boss blickt dem Prestigeduell jedenfalls optimistisch entgegen: "Ich sehe den Teamgeist in der Mannschaft und die positive Stimmung."     

Ukraine-Krieg überschattet Vorfreude auf Nordderby gegen den HSV

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau am Nachmittag, 25. Februar 2022, 16 Uhr