Wie groß kann die Freude aufs Nordderby in Kriegstagen wirklich sein?

Ukraine-Krieg überschattet Vorfreude auf Nordderby gegen den HSV

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Russlands Angriff auf die Ukraine überschattet auch das Duell der Bremer am Sonntag (13:30 Uhr) mit dem HSV. "Man wacht mit einem flauen Gefühl auf", so Coach Ole Werner.

Es sind Tage, in denen die Cheftrainer Professionalität zeigen müssen. Für Werder-Coach Ole Werner und HSV-Coach Tim Walter geht es im Nordderby um viel. Der Sieger erhält auch hier nur drei Punkte, doch ein Erfolg im Derby ist immer auch mit viel Prestige verbunden. Ein Sieg verleiht im Rennen um den Aufstieg auch jede Menge Selbstvertrauen.

Entsprechend akribisch bereiten sich beide Cheftrainer vor, denn Nuancen werden die Partie wohl entscheiden. Für die Fans wiederum ist ein Nordderby eigentlich ein Festtag. In den Tagen zuvor und danach wird im Büro und in den Messenger-Gruppen gefeixt. Durch den russischen Angriff auf die Ukraine hat sich die Welt, wie wir Europäer sie kennen, sich jedoch dramatisch verändert. Im Fernsehen sehen wir grausame Bilder, die auch Werner und Walter natürlich betroffen machen.

Wie Werner auf der Bremer Pressekonferenz erzählte, gehe das Thema weder am Trainerteam noch an den Spielern spurlos vorbei. "Dieser Tage wird man auch mal mit einem flauen Gefühl wach. Ich glaube, das geht uns allen so", sagte der Werder-Coach. Es seien traurige Bilder, die man aktuell sehe, so Werner. Vor allem natürlich für die vielen Menschen, die davon direkt betroffen sind.

Es ist schockierend, wie gefühlt machtlos man so einer Entwicklung folgt.

Werder-Trainer Ole Werner in einer Pressekonferenz.
Ole Werner auf der Bremer Pressekonferenz am freitag

"Gibt nichts Schlimmeres als Krieg"

Da geht es auch den Hamburgern nicht anders. "Es gibt wichtigere Sachen als Fußball", leitete Pressesprecher Philipp Langer das Thema auf der Pressekonferenz des HSV selbst sein. "Wenn du Kinder hat, ist es noch dramatischer", berichtete Walter. Seine Töchter hätten in der Schule bereits Geschichtsunterricht und würden dort mitbekommen, wie es früher einmal war. "Dass das jetzt unmittelbar in unserer Nähe stattfindet, ist dramatisch und sehr traurig. Es gibt nichts Schlimmeres als Krieg."

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 25. Februar 2022, 18:06 Uhr