Pavlenka: Werders Rückhalt im Abstiegskampf

Nicht Werders Torschütze zum 1:1 stand nach dem Spiel im Mittelpunkt, sondern der Torhüter. Pavlenka rettete Bremens Punkt – und gilt schon als einer der besten Torhüter der Liga.

Jiri Pavlenka Werder Bremen
Rein statistisch gesehen war Pavlenka der beste Torhüter der Hinrunde. Bild: dpa | Carmen Jaspersen

1:1 gegen Hoffenheim. Nicht so richtig Fisch, nicht so richtig Fleisch, aber besser als nichts. Dass Werder überhaupt einen Punkt mitnehmen konnte, lag auch an Torhüter Jiri Pavlenka. Doch der stapfte nach dem Spiel direkt in die Kabine. Der gefragte Mann konnte nichts gefragt werden – denn ohne Dolmetscherin sind Interviews noch nicht möglich für den Tschechen.

Dafür sprachen andere über ihn und seine Rettungstat in der 65. Minute. "Überragend" fand das Trainer Florian Kohfeldt. "Ich weiß gar nicht, wie er den gehalten hat", staunte Maximilian Eggestein. "Der hat uns im Spiel gehalten", freute sich Zlatko Junuzovic. Die Szene, nur zwei Minuten nach Werders Ausgleichstor von Theo Gebre Selassie, hätte das Spiel kippen können. Hoffenheims Andrej Kramaric kam sechs Meter vor dem Tor frei zum Schuss – nahezu unhaltbar, doch Pavlenka machte sich sehr schnell sehr lang und hielt die Bremer im Spiel.

Der Tscheche ist Werders großer Rückhalt in dieser Saison und könnte im weiteren Abstiegskampf noch eine wichtige Rolle spielen.

Ich glaube, er hat sein Potential noch gar nicht endgültig ausgeschöpft, und vielleicht weiß er selber noch gar nicht, wie gut er sein kann. Ich bin sehr, sehr froh, jemanden wie Jiri zu haben.

Florian Kohfeldt, Werder-Trainer

Werders letzter Mann, im Sommer ohne Bundesliga-Erfahrung gekommen und teils mit Skepsis empfangen, hat sich zu einem der besten Torhüter der Liga gemausert. Rein statistisch gesehen war Pavlenka in der Hinrunde sogar der beste Keeper aller Bundesligisten. Doch auch abseits der nackten Zahlen ist der 25-Jährige eine echte Nummer Eins. "Ich sehe ihn im Bundesligavergleich sehr weit oben. Er ist auf der Linie sehr gut, in der Strafraumbeherrschung sehr mutig, er verbessert immer mehr sein Spiel mit dem Ball", sagte Kohfeldt. Vor allem im Spiel mit dem Ball würde Torwarttrainer Christian Vander akribisch mit ihm arbeiten. "Das ist für uns ganz wichtig, da wir dadurch eine weitere Anspielstation gewinnen."

Große Aufgabe in München

Hoffenheim schoss am Samstag neunmal aufs Bremer Tor, ein Schuss war drin. Beim Gegentor konnte Pavlenka nichts machen. Nächste Woche wird er wohl mehr zu tun bekommen – und könnte die Chance haben, sich wieder richtig auszuzeichnen. Werder muss nach München, und da gibt es fast schon traditionell einiges auf und auch in den Kasten. Elf Tore in den letzten vier Bundesligaspielen gegen Werder haben die Münchener geschossen. In der Hinrunde gewannen sie mit 2:0. Doch Werder ist trotz des einen Punktes mutig und selbstbewusst. "Wir gehen in jedes Spiel, um zu gewinnen, auch bei den Bayern ist das unser Plan. Wir wissen, dass das in München schwierig wird, aber wir sollten alle so eingestellt sein, dass wir da gewinnen wollen", sagt Maximilian Eggestein. Und sollte Pavlenka noch ein paar Mal so halten, könnte das tatsächlich klappen.

  • Maike Albrecht

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Bundesliga, 13. Januar 2018, 15 Uhr