Viele Schüsse, kaum Tore: Was gut und was weniger gut bei Werder läuft

Mehrere Werder-Spieler gehen enttäuscht vom Platz und applaudieren ihren Fans.
Im letzten Spiel kassierte Werder eine bittere 0:3-Pleite in Dresden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Hälfte der Hinrunde in der 2. Liga ist vorbei. Wir werfen einen Blick auf die Statistiken und zeigen, was bei den Bremern schon klappt und woran es noch hapert.

Mit Ach und Krach ist Werder in der 2. Liga angekommen. Die Bremer liegen nach knapp der Hälfte der Hinrunde auf dem zehnten Rang, waren in drei Partien siegreich und gingen ebenfalls dreimal als Verlierer vom Platz. Fakt ist: Der vielbeschworene Wiederaufbau hält Höhen und Tiefen parat und die direkte Bundesliga-Rückkehr ist mehr als fraglich. Wir ziehen ein Zwischenfazit und schauen mit einem Blick auf die Statistiken, was gut und was weniger gut läuft bei den Grün-Weißen.

1 Werder kommt zu Chancen, nutzt sie aber nicht

Im Herausspielen von Torchancen gehört Werder zu den Top-Mannschaften der Liga. Die Online-Datenbank "Match Analysis Hub" hat bislang 13 gute Einschussmöglichkeiten für die Bremer errechnet, womit das Team von Trainer Markus Anfang das drittbeste Team der 2. Liga ist. Mehr Großchancen erarbeiteten sich nur der FC St. Pauli (16) und der Hamburger SV (14). Allerdings verzeichneten die Bremer insgesamt nur elf Torerfolge. Mit diesem Wert liegen die Grün-Weißen leicht unter dem Liga-Durchschnit (11,3),

2 Die Ballermänner von der Weser

Werders Marvin Ducksch schaut auf den Ball.
Keiner in der 2. Liga schießt so oft aufs gegnerische Gehäuse wie Marvin Ducksch. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Was die Anzahl der Torschüsse anbelangt, ist Werder sogar ligaführend: Kein Team der Liga ballerte öfter auf den gegnerischen Kasten als die Bremer, die bislang ganze 134 Mal den Abschluss suchten. Fast 50 Torversuche feuerten sie dabei außerhalb des Strafraums ab. Ins Netz ging aber noch keiner ihrer Fernschüsse. Zum Vergleich: Regensburg hat sogar zweimal weniger von so weit draußen sein Glück versucht, aber bereits sechs Tore aus der zweiten Reihe erzielt.

3 Ducksch sucht ligaweit am häufigsten den Weg zum Tor

Unter allen Spielern schoss Marvin Ducksch mit 39 Torversuchen die meisten Bälle aufs gegnerische Tor. Gleich hinter dem Werder-Stürmer liegt Schalke-Angreifer Simon Terrode, der bei 34 Torschüssen bereits zehn Tore erzielte. Ducksch hingegen kommt nur auf vier Treffer. Einer davon gelang ihm sogar gegen seinen aktuellen Verein, nämlich am 1. Spieltag, als er noch für Hannover 96 auflief.

4 Werder lässt kaum Chancen zu

Im Zulassen von Torschüssen sind die Bremer wiederum fast schon erstligatauglich. So gaben Werders Gegner insgesamt nur 81 Torschüsse ab, womit die Grün-Weißen den Spitzenplatz der 2. Liga verbuchen. Weniger erstklassig ist hingegen, dass Werder-Keeper Michael Zetterer trotzdem bereits zwölf Gegentreffer kassierte. Ein Wert, mit dem sich das Team nur im unteren Ligadrittel wiederfindet.

5 Viel Ballbesitz, viele Pässe

Geht es nach den Statistiken, liegt in den Spielen mit Bremer Beteiligung in grün-weißer Hand, wie sich das Spielgeschehen gestaltet: Sowohl bei der Ballbesitzquote (54,2 Prozent) als auch bei der Anzahl der gespielten Pässe (3786) belegt Werder ligaweit den zweiten Rang. Nur die Spieler des HSV hatten häufiger den Ball (65,1 Prozent) oder gaben ihn öfter an einen Teamkollegen ab (4496).

6 Zweikampfscheue Bremer

Mehrere Werder- und Rostock-Spieler steigen zum Kopfball hoch.
Immerhin: Bei Werders seltenen Kopfball-Duellen bleiben die Bremer überdurchschnittlich oft siegreich. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

In der 2. Liga geht viel über den Kampf. Doch schaut man sich die dazugehörigen Zahlen an, scheint es, als scheuten die Bremer das Ringen um den Ballbesitz. Mit 1.546 Zweikämpfen bestritten die Werder-Spieler die zweitwenigsten Duelle der Liga. Nur der Karlsruher SC weist einen niedrigeren Wert auf (1.495). In der Luft haben die Grün-Weißen mit 306 Zweikämpfen sogar die wenigsten der Liga bestritten. Im Gegensatz dazu bewegen sich die Bremer im Hinblick auf die Anzahl der gewonnen Zweikämpfe sowohl am Boden (51 Prozent) als auch eine Etage höher (53,6) im oberen Drittel der Liga.

7 Lauffaule Werderaner

Kein Team der 2. Liga legt so wenige Kilometer zurück wie die Grün-Weißen: Nur 886,8 Kilometer spulten die Bremer Spieler in den ersten acht Partien ab. Bei Heidenheim, dem Liga-Krösus in dieser Disziplin, sind es rund 60 Kilometer mehr (946,6 Kilometer). Ähnlich sieht es bei den Sprints aus: Während Heidenheim auf 1.947 Tempoläufe kommt, sind es bei Werder nur 1.484. Weniger Sprints als die Grün-Weißen hat nur Darmstadt in den Knochen (1.478).

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Video vom 28. September 2021
Der Werder Bremen Trainer Markus Anfang im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 30. September 2021, 23:30 Uhr