Werder beendet die Torflaute

Die gute Nachricht: Werder hat das Toreschießen nicht verlernt. Die schlechte: Delaney's Treffer zum 1:1 gegen Hertha BSC reichte nicht zum ersten Saisonsieg.

Thomas Delaney schreit seine Freude über den ersten Saisontreffer für Werder hinaus.
Endlich getroffen: Thomas Delaney erlöst die bisher torlosen Bremer mit dem Treffer zum 1:1 im Berliner Olympiastadion. Bild: Andreas Gumz

Torflaute gestoppt, Negativrekord abgewendet: Werder Bremen hat nach dem Fehlstart in der Fußball-Bundesliga die ersten Erfolgserlebnisse gefeiert, muss aber auf seinen ersten Saisonsieg warten. Beim Bundesliga-Debüt von Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus kam Werder am 3. Spieltag bei Hertha BSC zu einem 1:1 (0:1) und verhinderte die saisonübergreifend sechste Niederlage nacheinander.

Steinhaus mit souveränem Debüt

Thomas Delaney (59.) erlöste die zuvor tor- und punktlosen Bremer mit dem ersten Saisontreffer, bei dem der Däne von einem Patzer des deutschen U21-Europameisters Niklas Stark profitierte. Zuvor hatte der Australier Mathew Leckie (38.) die enttäuschenden Berliner in Führung gebracht.

Im Mittelpunkt des Interesses stand zu Spielbeginn Schiedsrichterin Steinhaus. Die 38-Jährige schrieb an historischer Stätte ein Kapitel deutsche Fußball-Geschichte – pünktlich um 15:30 Uhr gab sie als erste Frau eine Begegnung in der höchsten deutschen Spielklasse frei. Die zweitligaerfahrene Steinhaus leitete das Spiel weitgehend abgeklärt. Ihre strittigste Szene hatte Steinhaus, als sie vor dem ersten Tor das Spiel nach einem Gerangel zwischen Berlins Vladimir Darida und Milos Veljkovic weiterlaufen ließ.

Werder mit viel Schwung

"Wir fahren ambitioniert nach Berlin", hatte Werder-Coach Alexander Nouri vor der Reise in die Hauptstadt gesagt. Um nach den Niederlagen in Hoffenheim (0:1) und gegen Bayern München (0:2) endlich zu punkten, beorderte Nouri Florian Kainz für Jérôme Gondorf in die Startelf. Neuzugang Ishak Belfodil saß zunächst auf der Bank. Hertha-Trainer Pal Dardai gönnte dem zuletzt formschwachen Salomon Kalou nach der Länderspielpause zunächst eine Auszeit.

Robert Bauer im Zweikampf mit Herthas Vedad Ibisevic.
Ständiger Unruheherd bei der Hertha: Vedad Ibisevic (2. v. links) im Zweikampf mit Robert Bauer. Bild: Andreas Gumz

Vor 49.118 Zuschauern im Olympiastadion, darunter die Inhaberinnen der eigens angebotenen 500 "Bibiana-Steinhaus-Tickets", ließen die Bremer den Ankündigungen ihres Trainers Taten folgen. Begünstigt von Unkonzentriertheiten der Berliner tauchten die Gäste anfangs mehrfach gefährlich vor dem Berliner Tor auf. Herthas norwegischer Schlussmann Rune Jarstein, in der WM-Qualifikation gegen Deutschland noch mit sechs Gegentreffern gestraft, rettete gegen Kainz (4.). Beim unplatzierten Abschluss des vom starken Fin Bartels sehenswert freigespielten Delaney war die Hertha im Glück (22.).

Delaney nutzt Konzentrationsschwäche aus

Bremen kombinierte sicher und brachte den Ball über die Flügel immer wieder gefährlich vor das Tor. Hertha tat sich dagegen im Spielaufbau gegen die dicht stehenden Bremer schwer. Die schnellen Außen Leckie und Alexander Esswein liefen sich mehrfach fest, in der Zentrale reihten sich Fehlpässe aneinander, Kapitän Vedad Ibisevic im Sturmzentrum war lange abgemeldet.

Kurz vor der Halbzeit war der Bosnier jedoch hellwach, als er mit einem Ballgewinn die Führung einleitete. Nach der Pause war Hertha zunächst druckvoller, verfiel jedoch schnell wieder in alte Muster. Im Gegensatz zum ersten Durchgang schlug Bremen aus den individuellen Fehlern der Gastgeber nun aber Kapital: Nach Starks fahrlässigem Kopfball in den eigenen Strafraum erzielte Delaney den hochverdienten Ausgleich.

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 10. September 2017, 19:30 Uhr