5 Fakten zu Werders erlösendem Punktgewinn

Na also, es geht doch: Gegen die Hertha gelingt den Bremern wenigstens ein 1:1 – damit ist die rote Laterne erst einmal weg, aber noch nicht alle Sorgen.

Schiedsrichterin Bibiana Steinhaus ermahnt Robert Bauer.
Nur die Ruhe: Bibiana Steinhaus hatte bei ihrem Bundesliga-Debüt alles im Griff – da brauchten auch Robert Bauer (rechts) und Florian Kainz keine Diskussion mit der Schiedsrichterin anzufangen. Bild: Andreas Gumz

1 Weg mit der Roten Laterne!

Die Älteren werden sich erinnern: Ja, Werder Bremen war tatsächlich mal Spitzenreiter der Bundesliga. Klingt komisch, ist aber so. Zugegeben, das letzte Mal ist bereits zehn Jahre her und seither war den Hanseaten das Tabellenende irgendwie sehr viel vertrauter. Nach zwei Niederlagen zum Saisonstart feierte Werder sogar ein wenig erfreuliches Jubiläum – zum 10. Mal seit dem Sommer 2014 waren die Grün-Weißen Tabellenletzter. Umso mehr freute sie der erste Punktgewinn der Saison: Die Nouri-Elf schob sich auf Rang 16 und gab die Rote Laterne an den 1. FC Köln ab.

2 Torflaute beendet

Wir warten immer noch ungeduldig auf die Werder-Hymne von Jan Delay – aber vielleicht sollte er zunächst lieber Thomas Delaney ein Loblied widmen. Schließlich hat der Däne Werders Ebbezeit auf dem Torekonto beendet und wurde damit zum Matchwinner der Bremer im Olympiastadion. Was wäre Werder also ohne Delaney? Richtig, weiterhin der Verwalter der Roten Laterne und neuer Negativ-Rekordhalter: Denn die Bremer waren nie zuvor in den ersten drei Spieltagen einer Saison ohne Treffer geblieben. Denn: Werders etatmäßiges Sturmduo brachte es gegen die Hertha lediglich auf je einen Torschuss – der Däne gab dagegen vier Schüsse ab und traf einmal. Halleluja, Thomas Delaney.

3 Mini-Debüt für Belfodil

Alexander Nouri gibt Ishak Belfodi vor seiner Einwechslung einen Klapps.
Noch einen Klapps von Trainer Alexander Nouri und schon geht es los mit dem Bundesligadebüt von Ishak Belfodil. Bild: Imago | Nordphoto

In der 86. Minute war es soweit: Werders neuer Stürmer Ishak Belfodil schnupperte erstmals Bundesliga-Luft – wenn auch nur kurz. Sehr kurz. Wunder konnte man von dem Algerier natürlich nicht in dieser minimalistischen Zeitspanne erwarten. Und dank Thomas Delaney hat Werder ja momentan offenbar gar keinen dringenden Bedarf im Sturm. Dennoch, ein Tor beim Debüt wäre das i-Tüpfelchen gewesen – wie damals 1999 bei Claudio Pizarro. Aber die Fußstapfen des Peruaners sind ihm vermutlich ohnehin eine Nummer zu groß ...

4 Ladies first

So, in dieser Partie wurde also Fußball-Geschichte geschrieben. Bibiana Steinhaus, die erste Frau, die in der Bundesliga pfeifen darf. Die Hertha verkaufte sogar 500 Bibiana-Steinhaus-Tickets für die ersten 250 Zuschauerinnen, die ins Olympiastadion kamen, zum halben Preis. Quasi "Ladies Day" beim Fußball, als würden die weiblichen Fans nicht ohnehin schon seit Jahren ins Stadion kommen. Uns interessiert da eigentlich viel mehr die Frage: Warum gibt es erst im Jahr 2017 eine Schiedsrichterin in der Bundesliga? Vielleicht, weil viele Frauen gar keine Lust auf 90 Minuten lahme Chauvie-Sprüche von testosteron-gestählten Fußball-Profis haben – nachvollziehbar. Oder auf wahnwitzig witzige Filous wie Franck Ribery, die ihr schon mal am Spielfeldrand die Schnürsenkel aufmachen, ha!

Hier können Sie sich externe Inhalte (Text, Bild, Video…) von Twitter anzeigen lassen

Stimmen Sie zu, stellt Ihr Browser eine Verbindung mit dem Anbieter her.
Mehr Infos zum Thema Datenschutz.

Natürlich wurde Steinhaus für ihren ersten Einsatz von Spielern und Trainern mit Lob überhäuft. Klar, sie hatte ja auch einen guten Job gemacht. Und für einen guten Job gelobt zu werden, würde jede Frau freuen. Klingt komisch, ist aber so. Doch warten wir erst einmal mal ab, bis Steinhaus die erste strittige Entscheidung fällt. Dann wird sich zeigen, welcher Spieler tatsächlich eine gute Kinderstube hatte. Und wer nicht. In diesem Sinne: Alles Gute, Bibiana Steinhaus. Und: Willkommen im Testosteron-Tollhaus.

5 Es geht aufwärts

Die gute Nachricht: Es war ein ordentlicher Auftritt der Bremer, der beste bisher in dieser jungen Saison. Werder war entschlossener und mutiger, als in den Spielen gegen Hoffenheim und Bayern und belohnte sich mit einem Treffer. Die schlechte Nachricht: Es gab immer wieder Phasen, in denen die Bremer in die zu defensive Spielweise zurückfielen und in denen sie unkonzentriert waren und so dem Gegner Chancen boten. Und beim Sturmduo Max Kruse/Fin Bartels – den Erfolgsgaranten der vergangenen Rückrunde – läuft es weiterhin nicht rund. Das Unentschieden war gerecht, doch für Werder geht sie vor der Partie gegen Schalke weiter: Die Suche nach dem Sieger-Rezept ...

Wir waren in der ersten Halbzeit gut im Spiel. Leider haben wir den Gegner in einer Situation zum Gegentor eingeladen, das fand ich schade. In der zweiten Halbzeit war es ausgeglichener, das 1:1 war gerechtfertigt. Es ist nicht leicht, hier zu bestehen. Ich bin froh, dass wir mit dem Punkt in der Liga endlich angekommen sind.

Alexander Nouri, Werder-Trainer
  • Petra Philippsen

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 10. September 2017, 19:30 Uhr