Werder gibt den Sieg gegen Hertha BSC aus der Hand

Die Bremer waren gegen die Berliner lange Zeit die bessere Mannschaft. Trotzdem kassierten sie nach der frühen Führung von Josh Sargent noch spät den 1:1-Ausgleich.

Maximilian Eggestein und Marko Grujic im Kopfballduell
Für Werder reichte es gegen Hertha BSC nur zu einem 1:1-Unentschieden. Bild: Imago | Foto2press

Werders Serie gegen Hertha BSC hat zwar gehalten, doch für einen Sieg reichte es nicht. Seit 2006 haben die Bremer im Weser-Stadion nicht mehr gegen die Berliner verloren. Diesmal kam die Mannschaft von Trainer Florian Kohfeldt trotz eines couragierten Auftritts nicht über ein 1:1 hinaus und droht damit den Anschluss an die Spitzengruppe in der Bundesliga zu verlieren.

Vor 41.447 Zuschauern im Weser-Stadion brachte Joshua Sargent Werder in der siebten Minute zunächst in Führung. Dodi Lukebakio glich für die Gäste 20 Minuten vor dem Ende aus. Vor allem für die ambitionierten Bremer, die es verpassten, an der Hertha vorbeizuziehen, ist das dritte Unentschieden in Folge zu wenig.

Werder in der Anfangsphase engagierter

Maximilian Eggestein, Josh Sargent und Theodor Gebre Selassie bejubeln das Tor zum 1:0 gegen Hertha BSC.
Bei der frühen Führung durch Sargent (m.) noch große Freude. Bild: Imago | Foto2press

Werder-Trainer Florian Kohfeldt hatte die Hertha vor der Partie als "Mannschaft der Stunde" bezeichnet, doch das Momentum hatten zunächst die Bremer auf ihrer Seite. Sie spielten von Beginn an engagiert und belohnten sich bereits früh für ihre gute Anfangsphase: Maximilian Eggestein legte von der rechten Seite zurück auf Sargent, der US-Amerikaner schoss und Hertha-Verteidiger Dedryck Boyata fälschte den Ball unhaltbar für Torwart Rune Jarstein ins Berliner Tor ab.

Die Gäste zeigten sich von dem Gegentor keinesfalls geschockt und verstärkten ihre Offensivbemühungen. Nach einem Steilpass lief Vedad Ibisevic alleine auf Jiri Pavlenka zu, fiel im Duell mit dem Werder-Keeper zu Boden, doch Schiedsrichter Felix Brych ließ weiterspielen. Maximilian Mittelstädt per Distanzschuss (16.) und Marko Grujic per Kopf (43.) nach einer Ecke hatten weitere Chancen für die Hauptstädter, bei denen Abwehrspieler Niklas Stark fehlte. Der 24-Jährige war bei der Nationalmannschaft mit dem Bein im Hotel gegen einen Glastisch gestoßen und hatte sich dabei verletzt.

Rashica und Groß mit weiteren Chancen

Einsatzbereitschaft und Offensivgeist stimmten bei beiden Teams. Angetrieben von ihren an der Seitenlinie ständig anfeuernden und korrigierenden Trainern suchten die Berliner und Bremer bei Ballbesitz meist den schnellen Weg nach vorne. Die etwas reifere Spielanlage hatte dabei Werder – und das, obwohl in Yuya Osako, Ömer Toprak, und Kapitän Niklas Moisander drei wichtige Leistungsträger ausfielen. Milot Rashica verpasste nur ganz knapp das 2:0 (27.), ehe zwei Schüsse von Christian Groß kurz vor dem Tor geblockt wurden (28.).

Auch nach dem Seitenwechsel blieben die Gastgeber zunächst gefährlicher. Rashica schoss aus zehn Metern erst zu unplatziert (62.) und scheiterte dann an einer starken Jarstein-Parade (64.). Die Bremer nutzten ihre Chancen nicht und wurden dafür bestraft: Der eingewechselte Lukebakio setzte sich halblinks im Strafraum gekonnt durch, knallte den Ball an den rechten Innenpfosten und von dort sprang das Spielgerät zum Ausgleich ins Tor (70.). Dabei blieb es.

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 19. Oktober 2019, 18:45 Uhr