Viel Jugend, wenig Erfahrung: Fehlen Werder die Führungsspieler?

Die Werder-Spieler laufen über den Partkplatz vorm Weser-Stadion zum Trainingsgelände.
Am Freitag (18:30 Uhr) trifft Werder im Weser-Stadion auf den 1. FC Heidenheim. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Auch gegen Heidenheim fallen wieder die Stammkapitäne der Bremer aus. Werder-Coach Markus Anfang muss somit weiter vor allem auf junge, eher unerfahrene Spieler setzen.

Vor Werders Heimspiel gegen Heidenheim (Freitag, 18:30 Uhr) plagen Markus Anfang weiterhin Personalsorgen. Ömer Toprak und Christian Groß fallen verletzt aus, auch die Rückkehr des lange verletzten Leonardo Bittencourt ist eher unwahrscheinlich. Vermutlich müssen die Bremer also weiterhin auf ihre drei Stammkapitäne verzichten.

Wie gegen Hamburg und Dresden führt voraussichtlich wieder Milos Veljkovic die Grün-Weißen aufs Feld. Eigentlich stünde Niclas Füllkrug diese Rolle zu, doch der formschwache Angreifer hat seinen Stammplatz aktuell nur auf der Bank. Gut möglich also, dass aus dem fünfköpfigen Mannschaftsrat erneut nur ein Vertreter von Beginn an auf dem Platz steht – was zumindest auf dem Papier bedeutet: Werder läuft wieder ohne vier Akteure auf, die als Führungsspieler gelten.

Werders Jungspunde sind gefragt

"Natürlich wissen wir, dass es nicht leicht ist, solche Spielertypen gleichwertig zu ersetzen", sagte Werder-Coach Anfang in einer Pressekonferenz am Donnerstag. Gleichzeitig bedeute das Fehlen der "Leader" aber für andere Spieler die Chance, in eine solche Rolle hineinzuwachsen. Auch dann, wenn derjenige eher zu den unauffälligeren Kadermitgliedern gehört.

Es gibt Führungsspieler, die extrovertiert und laut sind. Es gibt aber auch welche, die ein bisschen introvertiert und leise sind, aber mit Leistung vorweggehen.

Werder-Trainer Markus Anfang in einer Pressekonferenz am Donnerstag

Jugend forscht lautet das Werder-Motto

Werder-Trainer Markus Anfang läuft zum Trainingsgelände.
Werder-Trainer Markus Anfang plagen weiterhin Verletzungssorgen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Fakt ist: Werder hat im Vergleich zum Rest der Liga ein überaus junges Team. Viel Erfahrung bringen naturgemäß aber eher ältere Akteure mit. Eine Eigenschaft, die gerade in Phasen, in denen es – wie aktuell bei Werder – nicht rund läuft, von Bedeutung ist. "Man spricht nicht umsonst davon, dass erfahrene Spieler in solchen Situationen ein Stück weit souveräner sind", betonte Anfang. "Das heißt aber nicht, dass sie nicht auch Fehler machen könnten." Im Gegensatz dazu könne ein junger Spieler zwar nervöser oder unruhiger, aber trotzdem in der Lage sein, herausfordernde Situationen zu meistern – was Anfang von seinen Schützlingen durchaus so erwartet. Auch gegen Heidenheim.

Wir haben junge, gute Spieler, die eine gewisse Qualität haben. Wir wollen sie nicht überfordern, aber wir fordern, dass sie diese Qualität auch auf den Platz bringen.

Werder-Trainer Markus Anfang in einer Pressekonferenz am Donnerstag

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Video vom 28. September 2021
Der Werder Bremen Trainer Markus Anfang im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 30. September 2021, 18:06 Uhr