Kohfeldt stellt Harnik bei Werder aufs Abstellgleis

Die Rückkehr des Stürmers aus Hannover nach Bremen war wohl ein großes Missverständnis. Für Werders Startelf spielt der Österreicher aktuell keine Rolle.

Martin Harnik im Werder-Trikot
Martin Harnik spielt für die Startelf von Werder Bremen im Moment keine Rolle. Der Stürmer könnte den Verein daher in diesem Sommer noch verlassen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Das verdeutlichte Kohfeldt dem 32-Jährigen während des Trainingslagers im Zillertal. Bei den Testspielen gegen den Karlsruher SC (0:3) und den SV Darmstadt (1:1) gehörte er nicht zur ersten Wahl, sondern zur B-Elf der Bremer. Harnik spielte nur, wenn das Stammpersonal eine Pause einlegen durfte und vor allem Spieler aus der U23 auf dem Platz standen. "Man muss ehrlich sein: Momentan ist Martin relativ weit weg von einem Platz in der Startelf", sagte Kohfeldt dem "kicker" nach dem Spiel gegen Darmstadt.

Das dürfte Harniks Anspruch nicht gerecht werden – und das weiß auch Kohfeldt. Harnik kam im vergangenen Sommer mit dem Ziel an die Weser, Stammspieler bei Werder zu sein und so häufig wie möglich mit seinem Kumpel Max Kruse zu wirbeln. Geklappt hat das nicht. Nur zehn Mal stand Harnik in der Bundesliga in Werders Startelf. Und die Aussichten in der neuen Saison fallen nicht viel besser aus.

Der Hamburger SV soll bereits Interesse gezeigt haben

Mit Yuya Osako, Johannes Eggestein, Josh Sargent, Milot Rashica, Fin Bartels, Claudio Pizarro und Niclas Füllkrug duelliert Harnik sich um die Plätze in der Bremer Offensive. Harnik könnte dabei im Sturmzentrum und auf dem rechten Flügel zum Einsatz kommen. Als Mittelstürmer ist allerdings Füllkrug zunächst einmal gesetzt. Publikumsliebling Pizarro sorgt außerdem schon dank seiner Aura für Alarm im gegnerischen Strafraum. Neben Eggestein schielt derweil Rückkehrer Bartels auf die Position auf der rechten Außenbahn.

Harnik droht bei Werder also die dauerhafte Reservistenrolle. Kohfeldt möchte daher zeitnah das Gespräch mit ihm suchen.

Wir werden jetzt mit Martin noch einmal grundsätzlich seine Rolle besprechen. Er hat aufgrund seiner Vita den berechtigten Anspruch, Stammspieler zu sein. Das war die Situation, als er vergangenen Sommer gekommen ist. Deshalb ist es nur fair und ehrlich, jetzt mit ihm darüber zu reden.

Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt gegenüber dem "kicker" zur Zukunft von Martin Harnik

In diesem Gespräch wird sicherlich auch über einen Vereinswechsel gesprochen. Schließlich dürfte Harnik bei den Bremern wie ein Stamm- und nicht wie ein Ergänzungsspieler bezahlt werden. Vor einigen Wochen soll bereits der Hamburger SV Interesse am 68-maligen Nationalspieler gezeigt haben.

Werder will noch investieren

Kohfeldt ist dabei bereits im Verhandlungsmodus. "Ich hoffe nicht, dass er geht. Er ist ein wichtiger Spieler, auch was die Stimmung angeht, was die Erfahrung angeht", sagt der Bremer Cheftrainer. Die Aussage dürften allerdings vor allem taktischer Natur sein. Werder möchte für Harnik schließlich noch eine Ablöse sehen, um selber noch in Neuzugänge für die Abwehr und das Mittelfeld investieren zu können. Daher kann öffentlich nicht beteuert werden, den Stürmer schnellstmöglich verkaufen zu wollen. Das würde Werders Verhandlungsposition mit anderen Vereinen schwächen.

Werders Bilanz nach dem Trainingslager

Werderspieler beim Training im Zillertal.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit Sportblitz, 14. Juli 2019, 19:30 Uhr