Werder-Debütant Zetterer: "Ich bin durch die Scheiße gegangen"

Michael Zetterer bejubelt Werders Führungstor gegen Hannover 96.
Bild: Imago | Osnapix
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Seit Januar 2015 steht Michael Zetterer bereits bei den Bremern unter Vertrag, am Samstag kam er nun zu seinem Debüt für die Profis. Ein "emotionaler Moment" für ihn.

Wirklich zufrieden war bei Werder mit dem 1:1 gegen Hannover 96 niemand. Für einen war die Partie gegen die Hannoveraner aber doch etwas ganz Besonderes: Michael Zetterer.

Lange hatte der Keeper auf sein Profi-Debüt bei den Bremern warten müssen. Schon seit Januar 2015 steht er an der Weser unter Vertrag, doch Verletzungen warfen ihn und seine Karriere immer wieder zurück. Am Samstag war es nun soweit. Da Jiri Pavlenka aktuell noch aufgrund von Rückenproblemen ausfällt, musste Coach Markus Anfang sich für Zetterer oder Stefanos Kapino entscheiden. Da Zetterer ihn fußballerisch stärker überzeugt hat, erhielt er den Vorzug – und erledigte seinen Job souverän. Wirklich brillieren konnte er nicht, aber Zetterer schien immer Herr der Lage zu sein und war beim Ausgleich durch Marvin Ducksch (55.) chancenlos. Nach dem Spiel und dem geglückten Debüt machte er dann aus seinem Herzen am ARD-Mikrofon keine Mördergrube.

Für mich war es sehr emotional. Ich bin wirklich, Entschuldigung für die Ausdrucksweise, durch die Scheiße im Fußball gegangen, hatte dreimal das Handgelenk gebrochen. Ich verspüre sehr viel Dankbarkeit, dass ich hier diese Chance bekommen habe.

Michael Zetterer am ARD-Mikrofon

Zetterer hat sich durchgebissen

Michael läuft über Werders Trainingsgelände, lächelt, hebt den Daumen und trägt einen Pullover mit der Aufschrift "I am just a kid with a dream".
Michael Zetterer freute sich bereits am Freitag auf sein Werder-Debüt am Samstag. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Wie sehr er sich auf sein Debüt bei den Profis freute, hatte Zetterer dabei schon am Freitag mit seiner Kleiderwahl klargemacht. "I'm just a kid with a dream" stand auf seinem Pullover, mit dem er über beide Ohren grinsend über das Bremer Trainingsgelände lief. Auf die Erfüllung seines Traums musste er dabei lange warten, denn das Handgelenk bremste ihn bei Werder immer wieder aus. Spielpraxis konnte er als Leihspieler in Österreich bei Austria Klagenfurt und in den Niederlanden bei PEC Zwolle sammeln. Sein Ziel verlor er dabei nie aus den Augen. Und mit 26 Jahren stand er nun erstmals im Weser-Stadion zwischen den Pfosten. Die Stimmung dabei sei "der Wahnsinn" gewesen, sagte er nach dem Spiel.

Die Emotionen packten ihn dabei wohl so sehr, dass er das Werder-Spiel etwas besser sah, als es eigentlich gewesen ist. "Ein Punkt ist ein Punkt, aber ich glaube, da war mehr drin", erzählte er. Am Ende waren tatsächlich aber die Hannoveraner dem Sieg deutlich näher. Deren Treffer sei jedoch ein "billiges Gegentor" und "total vermeidbar" gewesen. Dass nicht weitere Treffer hinzukamen, lag auch an Zetterer. Er hat bewiesen, dass Werder auch bei einem längeren Pavlenka-Ausfall oder einem Wechsel des Tschechen nicht Angst und Bange sein müsste. Gut für Zetterer: Ein klipp und klares Bekenntnis für Pavlenka vermied Anfang auf der Pressekonferenz am Freitag ohnehin.

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Werder Trainer Markus Anfang in einer Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Sport Spezial, 24. Juli 2021, 22:40 Uhr