So meistert Werder die K.o.-Spiele und marschiert durch den Pokal

"Wie ein Finale" will Florian Kohfeldt alle Pokalspiele angehen. Während Topteams schon rausgeflogen sind, haben die Bremer noch nicht mal ein Gegentor kassiert.

Video vom 3. Februar 2021
DFB Pokal Spiel Werder Bremen
Bild: Radio Bremen

Kurz vor Abpfiff wurde es noch einmal laut im Weser-Stadion. In der Nachspielzeit des Achtelfinal-Pokalspiels zwischen Werder und Greuther Fürth hatten die Grün-Weißen beim Stand von 2:0 noch einen Freistoß verursacht. Bremens Verteidiger Theodor Gebre Selassie unterband jedoch die Ausführung, was Schiedsrichter Guido Winkmann mit einer Gelben Karte bestrafte. Eine Verwarnung, die Florian Kohfeldt auf die Palme brachte. "Das ist lächerlich! Mein Gott, ey!", schimpfte der 38-Jährige. Selbst nachdem Winkelmann die Partie abgepfiffen hatte, war Kohfeldt noch sauer auf den Referee. Und das, obwohl er mit seiner Mannschaft zum vierten Mal in Folge den Einzug ins Viertelfinale des DFB-Pokals geschafft hatte.

Florian Kohfeldt schimpft am Seitenrand.
War auch gegen Fürth nicht mit allen Aktionen seines Teams zufrieden: Werder-Trainer Florian Kohfeldt. Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Es musste aber ein bisschen Zeit vergehen, bis Kohfeldt den Erfolg genießen konnte und seine Spieler abklatschte. Zwar hätten seine Schützlinge schon viel früher den Sieg unter Dach und Fach bringen können, doch insgesamt hatte seine Mannschaft gegen einen unbequemen Gegner eine überzeugende Leistung geboten – so wie auch schon über weite Strecken in den beiden vorherigen Pokal-Runden. Erst hatten die Grün-Weißen trotz Anlaufschwierigkeiten gegen Viertligist Carl Zeiss Jena mit 2:0 gewonnen, kurz vor Weihnachten schließlich folgte bei Zweitligist Hannover 96 ein noch deutlicher 3:0-Sieg.

Werder ist im DFB-Pokal noch ohne Gegentor

Dass es keine Selbstverständlichkeit ist, sich gegen vermeintlich schwache Gegner durchzusetzen, davon können sowohl Bayern München als auch Bayer Leverkusen ein Lied singen. Während die Münchner schon in der zweiten Pokalrunde gegen Zweitligist Holstein Kiel das Nachsehen hatten, schied die Werkself im Achtelfinale am Dienstag sensationell gegen den Regionalligisten Rot-Weiss Essen aus dem Wettbewerb. Zudem hatte auch Borussia Dortmund mit dem SC Paderborn große Probleme, erst in der Verlängerung setzte sich der BVB durch. Was bei Werder für Verwunderung sorgte: "Die Ergebnisse heute waren auch schon wieder überraschend", betont Kohfeldt. Seine Mannschaft scheint hingegen keinerlei Probleme zu haben, selbst die angeblichen Außenseiter ernst zu nehmen.

Natürlich ist es vor Beginn der Saison immer ein Thema bei uns, dass wir in dem Wettbewerb etwas erreichen wollen. Wir machen das sehr gut, indem wir jede Runde wie ein Finale angehen. Jede Runde ist ein "Do or die!" – das scheint uns zu liegen!

Werder-Coach Florian Kohfeldt im Gespräch mit der ARD

Auffällig: In allen drei Pokal-Partien der bisherigen Saison blieb Kohfeldts Team ohne Gegentor – was schon mal eine mehr als gute Ausgangslage ist, um eine Runde weiterzukommen. Für Werder scheint also insgesamt mehr drin zu sein in der laufenden Pokal-Spielzeit. Zwei Siege trennen die Bremer noch vom Endspiel im Berliner Olympiastadion. Im Finale um den goldenen Pott mischte der Klub zuletzt vor elf Jahren mit. Damals verlor Werder mit 0:4 gegen Bayern. Kohfeldt jedenfalls ist sich der Bedeutung, die der Wettbewerb rund ums Weser-Stadion genießt, durchaus bewusst. "Wenn man wie ich in Bremen fußballsozialisiert wurde, ist der DFB-Pokal immer ein Highlight", erzählt der 38-Jährige.

Viertelfinal-Auslosung am Sonntag

Mit wem Kohfeldt und seine Schützlinge es in der nächsten Runde zu tun bekommen, steht noch nicht fest. Wer von den acht verbliebenen Teams gegen wen antritt, entscheidet sich nämlich erst am Sonntag. Ausgelost werden die vier K.o.-Spiele vom Weltumsegler Boris Herrmann, der bei der vor kurzem geendeten Vendee Globe für Furore sorgte. Dass der gebürtige Oldenburger den Bremern als Losfee erneut einen Gegner der eher einfacheren Sorte beschert, darauf will Kohfeldt sich aber nicht verlassen.

Wir schauen jetzt erst einmal, wer kommt. Es sollte jedenfalls keiner anfangen zu träumen. Natürlich wollen wir aber, egal wer kommt, dann auch gewinnen. Das ist überhaupt keine Frage!

Werder-Coach Florian Kohfeldt im Gespräch mit der ARD

Werder-Coach Kohfeldt zum Fürth-Spiel: "War ein hochverdienter Sieg"

Video vom 3. Februar 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt bei der Pressekonferenz nach dem Pokal-Spiel gegen Fürth.
Bild: Radio Bremen

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  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 3. Februar 2021, 18:06 Uhr