"Sehr frustriert!" Werder hadert nach der bisher besten Saisonleistung

In Mönchengladbach haben die Bremer einen super Fußball gespielt. Dass es trotzdem nicht für Punkte langte, sorgte nach der Partie für mächtig Frust.

Theodor Gebre Selassie schaut nach dem Spiel genervt nach oben.
Auch Werders Routinier Theodor Gebre Selassie war nach der unverdienten Niederlage gegen Borussia Mönchengladbach ziemlich gefrustet. Bild: Imago | Nordphoto

Ein bisschen paradox scheint es auf den ersten Blick schon. Da liefert Werder am Dienstagabend bei Borussia Mönchengladbach das beste Spiel der bisherigen Saison ab – und hadert anschließend trotzdem mächtig mit sich. Zu unglücklich ist die 0:1-Pleite im Borussia-Park zustande gekommen. Zu groß waren die Chancen, selbst ein Tor zu erzielen und mindestens einen Punkt mit an die Weser zu nehmen.

Mit dem Auftritt seines Teams war Florian Kohfeldt dabei vollauf zufrieden. Dem Werder-Coach gefiel, wie seine Mannschaft gegen ein Topteam der Bundesliga forsch nach vorne kombinierte. Nur – und dies ist im Fußball entscheidend – das Ergebnis passte überhaupt nicht für ihn. Als "extrem ärgerlich" bezeichnete er am ARD-Mikrofon die Niederlage gegen die Borussia, zumal er sich "an mindestens fünf hochkarätige Chancen" seiner Mannschaft erinnern könne.

Ich würde nicht sagen, dass wir durchgehend das bessere Team waren, aber wir hatten die deutlich besseren Torchancen und hätten mindestens einen Punkt verdient gehabt. Normalerweise sogar den Sieg. Deshalb bin ich sehr frustriert.

Florian Kohfeldt in der ARD

Pechvogel Agu: "Dieses Spiel müssen wir nicht verlieren"

Felix Agu hält sich nach dem Spiel die Wange und schaut desillusioniert.
Für Felix Agu war das 0:1 gegen die Gladbacher eine "ärgerliche Niederlage". Der Linksverteidiger hätte die Bremer in der 37. Minute in Führung bringen können. Bild: Imago | Nordphoto

Eine der von Kohfeldt angesprochenen Chancen besaß dabei Felix Agu in der 37. Minute. Vor dem Strafraum hatte Gladbachs Torwart Yann Sommer Werder-Stürmer Joshua Sargent gefoult, doch Schiedsrichter Martin Petersen entschied auf Vorteil. Der Ball trudelte schließlich vor die Füße Agus, dessen nicht überzeugenden Schuss Verteidiger Matthias Ginter allerdings problemlos auf der Torlinie klären konnte. Vielmehr als diese Szene ärgerte Werders Linksverteidiger jedoch, dass die Bremer das Gegentor nach einem Standard kassierten. Per Kopf traf Nico Elvedi in der 66. Minute nach einem Freistoß.

Es ist eine ärgerliche Niederlage. Wir sind von Minute zu Minute besser reingekommen. Dieses Spiel müssen wir nicht verlieren.

Felix Agu in der ARD

Unnötige Niederlage für Gebre Selassie

Das sah auch Theodor Gebre Selassie so. Für den Bremer Routinier war es eine "unnötige Niederlage". Wie seinen Coach ärgerte ihn, dass Werder aus den vielen Torchancen nichts gemacht hatte. Dabei hätten sogar kurz vor Schluss Milot Rashica (87. Minute) und Leonardo Bittencourt (90.) zumindest noch für den Ausgleich sorgen können. "Leider waren wir nicht effektiv genug", monierte der Tscheche. Auch bei ihm sorgte die Niederlage für mächtig Frust. Richtig gut gespielt – und trotzdem verloren. Dieses Gefühl kannten die Bremer in dieser Saison bisher nicht wirklich...

Werder-Coach Kohfeldt moniert: "Hätten einen Punkt verdient gehabt"

Video vom 20. Januar 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt sitzt mit verschränkten Armen bei der Pressekonferenz nach dem Spiel gegen Gladbach.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 19. Januar 2021, 23:05 Uhr