Warum Füllkrug sich trotz Bayern-Interesse für Werder entschied

Auch andere Bundesligisten hatten den Bremer in seiner Jugend auf dem Zettel. Für das kommende Aufeinandertreffen zwischen Werder und Bayern tippt er auf ein 1:1-Unentschieden.

Niclas Füllkrug nimmt den Ball mit der Brust an.
In der laufenden Saison kommt Niclas Füllkrug in nur fünf Einsätzen bereits auf vier Treffer. Für die Partie in München fällt er jedoch aus. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Niclas Füllkrug ist so etwas wie die Lebensversicherung der Bremer. Denn wenn der Angreifer aufläuft, dann punktet Werder häufiger, als wenn er wieder mal verletzt ausfällt. Schon in der Schlussphase der vergangenen Saison glänzte er im Abstiegskampf sowohl als Antreiber als auch als Torschütze. In der aktuellen Spielzeit wiederum war er bereits viermal erfolgreich. Dass der 27-Jährige mit einem besonderen Torriecher ausgestattet ist, stellte er schon in jungen Jahren unter Beweis. Sogar so sehr, dass mehre Bundesligisten Interesse an dem talentierten Jugendspieler hatten, wie Füllkrug in der neuesten Folge des "NDR 2-Bundesligashow-Podcast" erzählt.

Damals bin ich ein bisschen durch die Decke gegangen und dann gab es den Niedersachsen-Cup, wo wir eine ziemlich starke Mannschaft hatten. Und da habe ich anscheinend ganz gut aufgespielt. Kurz danach waren wir wirklich erschrocken: Mein Vater hatte zahlreiche Anrufe von Bundesligisten bekommen.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug im "NDR 2-Bundesligashow-Podcast"

Unter anderem sei auch Bayern München an dem gebürtigen Hannoveraner interessiert gewesen. Vom Rekordmeister habe Hermann Hummels, Vater von Dortmund-Verteidiger Mats Hummels und damals noch zuständig für die Bayern-Jugend, angerufen. "Und dann haben wir uns überlegt: Was machen wir jetzt?", erzählt "Lücke", wie man ihn bei Werder nennt. Die Lösung: Er und sein Vater verschafften sich eigene Einblicke über die Interessenten, bis letztendlich noch Borussia Mönchengladbach und Werder in der Verlosung waren. Während für die Gladbacher die "unfassbar coole Jugendarbeit" sprach, trumpften die Bremer mit ihrem "familiären" Umfeld auf. Weil er das Gefühl hatte, sich an der Weser wohl zu fühlen, entschied sich der damals 13-Jährige für die Bremer.

"Lücke" glaubt an die Kollegen

Dass Füllkrug im Aufeinandertreffen mit den Bayern am Samstag (15:30 Uhr) wegen einer Verletzung nicht mitwirken kann, tut sowohl Werder als auch dem 27-Jährigen weh – trotz der Außenseiterrolle, die die Bremer traditionell gegen die Münchner einnehmen. "Ich finde es geil, mich mit solchen Spielern messen zu können", sagt "Lücke". Auch wenn im Duell mit dem Rekordmeister nur wenig für die Grün-Weißen spricht, glaubt er daran, dass seine Kollegen in der Alianz-Arena nicht nur staunend dem Treiben des Champions-League-Siegers zuschauen werden.

Ich glaube, dass sehr viel mit unserer Leistung steht und fällt. Je nachdem, wie konzentriert wir sind, werden wir Möglichkeiten haben, etwas mitzunehmen. Es wird darauf ankommen, über 90 Minuten konzentriert zu verteidigen und vorne immer mal wieder Nadelstiche zu setzen.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug im "NDR 2-Bundesligashow-Podcast"

Gefragt nach seinem Tipp, antwortete Füllkrug nach kurzer Bedenkzeit: "1:1." Sollte es tatsächlich dazu kommen, wäre es das fünfte 1:1-Remis der Bremer in Folge. Eines, das viele Werder-Fans wohl ohne zu zögern unterschreiben würden.

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Video vom 16. November 2020
Florian Kohfeldt beim Training umringt von seinen Spielern und erklärt.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 19. November 2020, 23:30 Uhr