Bockig in Bremen? Fritz glaubt nicht an unzufriedene Nationalspieler

Mit zwei Ausnahmen hat Werder seinen Spielern Trips zur Nationalmannschaft verboten. Chefscout Clemens Fritz glaubt aber nicht, dass die betroffenen Spieler deshalb verstimmt sind.

Video vom 11. November 2020
Clemens Fritz schaut zielstrebig vor einer herbstlichen Kulisse.
Die meisten Nationalspieler von Werder dürfen aktuell nicht zur Nationalelf fahren. Chefscout Clemens Fritz ist aber überzeugt, dass die Spieler die Entscheidung verstehen werden. Bild: Imago | Nordphoto
Bild: Imago | Nordphoto

Wenn die Werder-Fans am Mittwochabend das Länderspiel zwischen Deutschland und Tschechien verfolgen sollten, werden sie dabei eine ganz besondere Spezies sehen. Schließlich ist auch ein Werder-Spieler mit von der Partie. Jiri Pavlenka wird – aller Voraussicht nach – beim Spiel in Leipzig das Tor der Tschechen hüten. Und ist damit neben Jean-Manuel Mbom, der für die deutsche U21-Nationalmannschaft im Einsatz ist, der einzige Werder-Spieler, der zur Nationalmannschaft reisen durfte. Allen anderen Spielern untersagte der Klub dies, da sie für ihre Spiele ins Ausland hätten reisen müssen.

Der Österreicher Marco Friedl, der Kosovare Milot Rashica, der US-Amerikaner Josh Sargent, der Japaner Yuya Osako oder auch der Serbe Milot Veljkovic sind bei den Spielen ihrer Nationalteams somit zum Zuschauen verdammt. Dass dies nicht unbedingt bei jedem gut ankommt, ist auch Clemens Fritz klar. "Sicherlich ist Enttäuschung da, weil jeder gerne für sein Land gespielt hätte", räumte Werders Chefscout am Dienstagnachmittag ein, "aber", ist er sich sicher, "es ist auch Verständnis da." Fritz glaubt, dass der Klub seine Entscheidung gegenüber den Spielern gut kommuniziert hat. Und ebenjene Werders Schritt nachvollziehen können.

Spielern droht die Quarantäne

Aus Jux und Dollerei haben die Bremer sich dabei nicht dafür entschieden, die Spieler in der Stadt zu halten. Bei einer Reise in ein Risikogebiet droht schließlich eine Quarantäne. Werder macht daher nur von den aktuell angepassten FIFA-Regularien Gebrauch. Bis zum Jahresende herrscht für die Klubs vorerst keine Abstellungspflicht, sofern die Spieler in ein Risikogebiet reisen müssten.

Es gibt Regularien, an die wir uns halten und wir können es uns nicht leisten, wenn unsere Spieler von ihren Länderspielen kommen, in Quarantäne müssen und nicht trainieren können. Daher haben wir gesagt, dass wir alle, die in Risikogebiete fahren müssen – was aktuell jeden betrifft – nicht abstellen können.

Werders Chefscout Clemens Fritz

Knallharte Wochen vor der Brust? Bange machen gilt für Fritz nicht

Nicht ganz ungelegen dürfte dies sicherlich auch Werders Chefcoach Florian Kohfeldt kommen. Statt mit einem Not-Aufgebot trainieren zu müssen, kann er sich in der Länderspielpause mit (fast) dem kompletten Aufgebot auf die kommenden Aufgaben vorbereiten. Und diese haben es in sich.

Bereits im nächsten Spiel (21. November, 15:30 Uhr) wartet der FC Bayern auf die Bremer. Auch die weiteren Topteams aus Dortmund, Leipzig, Leverkusen und Gladbach hat Werder noch allesamt vor der Brust. Bange machen gilt für Fritz allerdings nicht.

Wir wissen, dass wir gute Gegner in den kommenden Wochen haben, aber wir sind trotzdem optimistisch. Ich glaube, wir können mit einer guten Portion Mut und Selbstvertrauen in die nächsten Spiele gehen.

Werders Chefscout Clemens Fritz

Damit das Team in den kommenden Wochen bestehen kann, wird am Freitag um 14 Uhr erneut gegen den FC St. Pauli gestestet. Statt in großen Stadien zu spielen, wartet auf Platz 11 dann die kleine Bühne auf die Nationalspieler der Bremer.

Mehr zum Thema:

Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 11. Oktober 2020, 18:06 Uhr