Werders Sorge vor dem erneuten Schlendrian

Nach dem Punkt in Leverkusen schärfte Florian Kohfeldt direkt wieder die Sinne. Für den Bremer Coach sei dies eine "Riesen-Herausforderung", sagt Clemens Fritz.

Video vom 12. Januar 2021
Die Werder- Profis stehen zusammen auf dem Trainingsplatz.
Bild: Radio Bremen

Lange konnte sich Florian Kohfeldt am Samstag nicht freuen, dann kamen ihm wieder die alten Geister in den Sinn. Klar, das 1:1 in Leverkusen war für Werder ein gutes Ergebnis. Auf den leblosen Auftritt beim 0:2 gegen Union Berlin hatte sein Team eine Reaktion gezeigt. Doch der Werder-Coach schien dem Braten noch nicht so recht zu trauen. Direkt nach dem Spiel befürchtete er anscheinend bereits, sein Team könne sich auf dieser Leistung wieder ausruhen. "Jetzt kommen die nächsten Spiele. Und da müssen wir genauso scharf sein – das werden sie (die Spieler, Anm. d. Red.) die Woche über merken", sagte Kohfeldt bei "Sky".

Bloß den Schlendrian nicht einkehren lassen, lautet anscheinend Kohfeldts Devise. Zumal Werder sich mit einem Sieg am Samstag im Keller Luft machen und in das Mittelfeld der Tabelle vorrücken könnte. Für den Sportlichen Leiter Clemens Fritz ist es dabei nachvollziehbar, dass der Coach sein Team nach dem Leverkusen-Spiel nicht allzu sehr lobt, sondern direkt wieder die Sinne für die kommenden Aufgaben schärft. "Wir sind alle Menschen", sagt Fritz am Dienstag in einer Medienrunde. "Und es ist ja oft so, dass, wenn mal etwas ganz gut läuft, wir in eine Komfortzone verfallen. Deswegen ist es unheimlich wichtig, auch immer wieder dafür zu sensibilisieren, um was es im Endeffekt geht."

Fritz nimmt sich die Bayern zum Vorbild

Marco Friedl und Leonardo Bittencourt kämpfen im Training akrobatisch um dem Ball.
Akrobatik ist gefragt: Im Training am Dienstag kämpften Marco Friedl und Leonardo Bittencourt mit allen Mitteln um den Ball. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Immer auf den Punkt da zu sein, zeichnet für Fritz dabei große Mannschaften aus. Als Beispiel hierfür nennt er den FC Bayern, der in der vergangenen Saison das Triple aus Deutscher Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League gewann. "Die haben keine Minute nachgelassen, sich auf nichts ausgeruht und immer weiter Gas gegeben", so Fritz. So etwas brauche Werder auch. "Wir müssen ganz einfach wissen, dass wir Gas geben müssen." Die Ansprache der Mannschaft ist dabei in allererster Linie natürlich der Job von Kohfeldt. Und vor dieser Aufgabe hat Fritz ordentlich Respekt.

Es ist auch für Florian eine Riesen-Herausforderung, diese Spannung immer hochzuhalten.

Clemens Fritz

Vor dem Leverkusen-Spiel hat dies geklappt. Fritz freute sich über eine Mannschaft, "die unbedingt etwas mitnehmen will". Ob Kohfeldt auch in dieser Woche die "Riesen-Herausforderung" bewältigen konnte, wird am Samstag gegen 17:20 Uhr feststehen.

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 12. Januar 2021, 18:06 Uhr