Werders Fritz zum Pokallos: "Gott sei Dank nicht Leipzig und Dortmund"

Clemens Fritz ist froh, im Viertelfinale des DFB-Pokals den Topteams aus dem Weg zu gehen. Bereits vom Finale in Berlin zu träumen, wäre für ihn aber "der größte Fehler".

Video vom 8. Februar 2021
Der Sportlicher Leiter Werder Bremen Clemens Fritz im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Als der Sportblitz sich am Montagmittag mit Clemens Fritz im Weser-Stadion zum Gespräch trifft, wird im Hintergrund fleißig gewerkelt. Wie am Sonntag auf der Bielefelder Alm ist auch der Platz im Weser-Stadion komplett weiß. Couragiert wird daher zum Schneeschieber gegriffen, damit das satte Grün nicht allzu sehr leidet. Schließlich soll hier am Samstag (15:30 Uhr) gegen den SC Freiburg wieder ein Bundesliga-Spiel stattfinden.

Helfer befreien den Platz im Weser-Stadion vom Schnee.
Auch der Platz im Weser-Stadion wurde am Montag vom Schnee befreit. Bild: Radio Bremen

Dies war am Sonntagabend in Ostwestfalen nicht möglich. Die für 18 Uhr angesetzte Partie wurde bereits zur Mittagszeit abgesagt. Pünktlich zur DFB-Pokal-Auslosung um 18:30 Uhr in der ARD waren die Bremer daher wieder in der Heimat angekommen. Und was Weltumsegler Boris Herrmann Werder dann für das Viertelfinale bescherte, gefiel auch dem Sportlichem Leiter. "Schade, kein Heimspiel", erzählt Fritz, sei sein erster Gedanke gewesen. Aber glücklich stimmte es ihn trotzdem, dass Werder mit dem Zweitligisten Jahn Regensburg eine vermeintlich leichte(re) Aufgabe erwischt hat.

Ich muss auch ehrlich sein. Der nächste Gedanke war: 'Gott sei Dank nicht Leipzig und Dortmund.'

Clemens Fritz im Gespräch mit dem Sportblitz

Regensburg unterschätzen? "Das wäre der größte Fehler"

Gegen den BVB sahen die Bremer dabei in den vergangenen zwei Jahren richtig gut aus. Jeweils im Achtelfinale warf Werder die Dortmunder aus dem Wettbewerb. Auf dem Weg ins Halbfinale sollen nun die Regensburger kein Stolperstein sein. Bereits vom großen Finale im Berliner Olympiastadion zu träumen, hält Fritz aber für "den größten Fehler, den wir machen können". Schließlich seien in dieser Saison bereits viele Bundesligisten gegen unterklassige Teams ausgeschieden.

Wir haben das in der Vergangenheit auch schon oft genug erlebt. (...) Jeder kann und darf träumen, aber wir müssen unsere Hausaufgaben erfüllen. Wir wissen, dass es noch ein weiter Weg ist.

Clemens Fritz im Gespräch mit dem Sportblitz

Die Absage in Bielefeld findet Fritz vernünftig

Die Werder-Spieler laufen am Montagvormittag zum Training.
Am frühen Sonntagabend sind die Werder--Spieler nach dem ausgefallenen Spiel in Bielefeld wieder in Bremen angekommen. Am Montagvormittag stand für sie eine Trainingseinheit an. Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Ein zumindest nicht ganz weiter Weg war es am Sonntag von Bielefeld zurück nach Bremen. Für die knapp 150 Kilometer hat die Mannschaft trotzdem rund viereinhalb Stunden benötigt. "Es war zäh. Wir sind wirklich sehr, sehr langsam mit zwei Bussen und zwei Fahrzeugen in Kolonne gefahren", berichtet Fritz von der Tour zurück. Dass die Partie nicht stattfand, findet er aber trotz all der Umstände für Werder richtig. "Es war die vernünftigste Lösung, das Spiel abzusagen. Ich glaube, es wäre für beide Mannschaften nicht gut geworden, auf diesen Platzverhältnissen zu spielen."

Die Absage hat allerdings auch den Bremer Plan für die Woche ein wenig durcheinandergewirbelt. Da am Sonntag nicht gespielt wurde, stand für die Mannschaft am Montagvormittag eine Trainingseinheit an, um die Vorbereitung auf die Partie gegen die Freiburger einzuläuten. Sollte auch das Spiel dem Wetter zum Opfer fallen, fiele der Stress für die Hanseaten zumindest deutlich kleiner aus. Dieses Mal ist es schließlich ein Heimspiel. Ganz nach Fritz' Geschmack.

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Autorinnen und Autoren

  • Karsten Lübben Redakteur und Autor
  • Maike Albrecht Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 8. Februar 2021, 18:06 Uhr