Auch Werder Bremen fürchtet den harten Corona-Lockdown

Bei schärferen Maßnahmen könnte die Bundesliga womöglich erneut unterbrochen werden. Clemens Fritz möchte dies gerne vermeiden – doch auch für ihn steht die Gesundheit über allem.

Video vom 10. Dezember 2020
Florian Kohfeldt von hinten mit zwei Spielern auf dem Weg auf den Trainingsplatz beim Gang durch den Metallzaun.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Kein Thema bewegt Deutschland aktuell so sehr wie der drohende harte Corona-Lockdown. Immer mehr Bundesländer nehmen die zunächst für Weihnachten und Silvester beschlossenen Lockerungen zurück. Und möglicherweise schon bald könnte es wie im Frühjahr so sein, dass lediglich Geschäfte des täglichen Bedarfs wie Supermärkte und Apotheken öffnen dürfen.

Pausieren musste dabei im Frühjahr auch die Bundesliga. Zwischen Anfang März und Mitte Mai fanden keinerlei Spiele statt, ehe die DFL aufgrund ihres vorgelegten Hygienekonzeptes die Erlaubnis erhielt, den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Ein harter Lockdown könnte jedoch dafür sorgen, dass der Profisport erneut ruhen muss – und auch Werder wieder eine Zwangspause einlegen wird. Dieses Szenario würde der Klub gerne vermeiden. "Wir hoffen natürlich, dass wir die Saison ohne Unterbrechungen durchspielen können", sagte Clemens Fritz, Leiter Profifußball am Mittwoch in einer Online-Medienrunde.

Wir tun alles, damit man den Spiel- und Trainingsbetrieb aufrechterhalten kann.

Werders sportlicher Leiter Clemens Fritz beantwortet Journalistenfragen.
Clemens Fritz. Leiter Profifußball Werder

Fritz will kein "Alleinstellungsmerkmal"

Falls das gesamte öffentliche Leben ruht, doch der Profifußball weiterhin sein Geschäft durchzieht, könnte dies allerdings für harsche Kritik in der Gesellschaft sorgen. Ein solches "Alleinstellungsmerkmal" sei laut Fritz allerdings auch nicht gewünscht. Auch für ihn gelte die Devise, dass die Gesundheit über allem stehe. Aber: "Wir sind nicht diejenigen, die die Entscheidungen machen", so Fritz.

Felix Agu mit schwarzer Jacke und weißem Mundschutz auf dem Weg zum Weser-Stadion.
Werders Felix Agu war Ende Oktober positiv auf das Coronavirus getestet worden. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass der Profifußball trotz des Hygienekonzepts nicht vor Infektionen gefeit ist, haben die Bremer bereits zu spüren bekommen. Felix Agu wurde Ende Oktober positiv auf das Corona-Virus getestet. Anschließend musste der 20-Jährige in eine häusliche Quarantäne. Bei der TSG Hoffenheim hatten sich gleich neun Profis, ein Betreuer und ein Mitglied des Trainerstabs mit dem Coronavirus infiziert. Ein derartiger Ausbruch soll bei Werder unbedingt vermieden werden. "Wir setzen die Hygienevorgaben wirklich mit allerbestem Wissen und Gewissen um", erklärte Fritz. Dabei werde der Klub nicht müde, alle Beteiligten immer wieder auf die Vorgaben hinzuweisen.

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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Dezember 2020, 18:06 Uhr