Nach Wutbrief vom Friseur-Verband: Wer schneidet bei Werder die Haare?

Dass trotz Lockdown manch Profi-Fußballer frisch frisiert über den Platz läuft, macht auch Bremer Friseure wütend. Einige Werder-Spieler lösen die Haar-Frage im familiären Kreis.

Die Werder-Spieler jubeln nach einem Treffer.
Auch der Torjubel ist bei Werder hin und wieder eine haarige Angelegenheit. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dass nicht wenige Fußballer viel Wert auf ihr Äußeres und vor allem auf ihre Frisur legen, ist spätestens seit Star-Spielern wie David Beckham oder Neymar gut bekannt. Aber auch in der Bundesliga sorgen manche Kicker mit ihrer Kopfbedeckung für Aufsehen – vor allem in den vergangenen Wochen. Denn seit Mitte Dezember befindet sich Deutschland wieder im Lockdown, was zur Folge hat, dass das öffentliche Leben weitgehend stillsteht und unter anderem die Friseursalons geschlossen sind.

Dass dennoch manche Fußballer topgestylt und frisch rasiert Woche für Woche über den Platz rennen, sorgte nun beim Zentralverband des Deutschen Friseurhandwerks für einen Aufschrei. Schließlich gehören einige der Frisuren zu der Sorte, "die nur professionelle Friseurinnen und Friseure mit Profi-Equipment schneiden können". Und das, obwohl "das Erbringen von Friseurdienstleistungen unter Androhung hoher Bußgelder verboten ist", wie es in einem Brief des Verbands heißt, der buten un binnen vorliegt.

"Der Unmut wächst"

Gerichtet ist das in deutlichem Ton gehaltene Schreiben an DFB-Präsident Fritz Keller. Der Verband fordert Keller auf, solidarisch zu sein und ein "Zeichen gegen Schwarzarbeit" zu setzen. Denn: Die Fußballer-Frisuren setzen die gesamte Friseurbranche unter Druck. Auch in Bremen, wie die Friseurinnung auf Nachfrage bestätigt. So riefen viele Kunden wegen der gestylten Profi-Fußballer im Fernsehen bei ihren Friseuren an und versuchten sie zu überreden, ihnen privat die Haare zu schneiden – was aber eben verboten ist. "Der Unmut gegenüber topgestylten Fußballern, und in der Folge Kundenanrufen, die zu Schwarzarbeit und Regelverstößen wie Hausbesuchen überreden wollen, wächst", betont der Verband.

Neue Cornrows für Tahith Chong

Tahith Chong trabt über den Trainingsplatz.
Trägt seine Haare inzwischen geflochten und kurz: Werder-Flügelflitzer Tahith Chong. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Bei Werder war vor kurzem die neue Frisur von Neuzugang Tahith Chong ein unerwarteter Hingucker. Schon zuvor war der 20-Jährige auf dem Platz weniger durch Leistung, sondern eher durch seinen mächtigen Wuschelkopf aufgefallen. Seit Jahresbeginn aber läuft Chong mit Cornrows, einer eher aufwendigen Flechtfrisur, auf. Auf Nachfrage der "Bild" erklärte Chongs Berater, dass die Mutter des Niederländers für die Kreation verantwortlich ist. Auch bei Milos Veljkovic bleibt die Verantwortung für den Lockenkopf des Serben in der Familie. "Meine Schwester schneidet meine Haare", erzählte der 26-Jährige in einer Medienrunde am Mittwoch. Wie der Rest der Teams seine Frisuren in Form hält, ist Veljkovic jedoch nicht bekannt.

Was angesichts der Corona-Verordnungen erlaubt ist und was nicht, darüber hält Mannschaftsarzt Daniel Hellermann die Spieler und Verantwortlichen auf dem Laufenden. Hellermann ist nämlich zugleich auch Hygiene-Beauftragter bei den Grün-Weißen. Auf Anfrage teilte Werder mit, dass man sich im Verein sehr genau an die geltenden Regeln halte. Anhaltspunkte dafür, dass die Spieler die Regeln missachten könnte, gebe es nach Angaben der Bremer jedenfalls keine.

Werder und die fehlende Offensivkraft – ändert sich das jetzt?

Video vom 12. Januar 2021
Die Werder- Profis stehen zusammen auf dem Trainingsplatz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, 15:10 Uhr