Werder-Verteidiger Friedl setzt zum Angriff auf Stammplatz an

Bis vor kurzem war er Leihspieler, nun ist Marco Friedl fest von Werder verpflichtet worden. Jetzt verrät er, wie sich das anfühlt und was er bei Werder erreichen will.

Werder Spieler Marco Friedl post auf einer Wiese für einen Fotografen.

Marco Friedl ist zurück in der Heimat. Nein, nicht zurück aus München und jetzt wieder in Bremen. Obwohl auch Bremen jetzt ein bisschen mehr seine Heimat geworden ist. Denn Werder hat Friedl fest unter Vertrag genommen, zuvor war der Innenverteidiger nur von Bayern München ausgeliehen.

Ein bisschen was hat sich schon verändert. Es ist so, dass ich jetzt ein fixer Teil von Werder Bremen bin. Das hat sich vom ersten Moment an gut angefühlt. Ich bin mir sicher, dass das zu 100 Prozent der richtige Schritt war.

Marco Friedl

Nein, Friedl ist in Tirol, in Zell am Ziller. Es ist der Ort, in dem Werder für sein Trainingslager gastiert. Er liegt nur rund eine halbe Autostunde von Friedls Heimatort Kirchbichl entfernt. Die Gegend fühlt sich gut an für ihn, weil er die Berge manchmal schon vermisst, verrät er.

Wegen U21-WM später angereist

Als Nachzügler ist er erst Montag ins Trainingslager dazugestoßen, hat bei der U21-Weltmeisterschaft für sein Heimatland Österreich gespielt und deswegen länger Urlaub bekommen. Unter anderem trat er bei der WM gegen die Deutsche Nationalmannschaft mit den Eggestein-Brüdern, seinen Werder-Kollegen, an.

1:1 spielte Österreich gegen den Rivalen Deutschland. Eines der zwei guten Spiele seiner Mannschaft. Gegen Dänemark hatten er und sein Kollegen aber versagt. Dadurch das Weiterkommen verspielt.

Auch er selbst habe zwei gute Spiele gemacht, findet Friedl. Das habe ihm auch der Trainer gesagt. Und, dass er sich deutlich weiterentwickelt habe. Er sei robuster, männlicher, sein Spiel erwachsener geworden.

Friedl will kein Backup mehr sein

Der Nachwuchsspieler Friedl fühlt sich gereift. Und fordert für sich nun mehr ein als die Rolle des Ergänzungsspielers. Er will angreifen und die etablierten Kräfte in der Innenverteidigung – Niklas Moisander, Sebastian Langkamp und Milot Veljkovic – unter Druck setzen.

Das Schicksal meint es offenbar gut mit ihm. Denn Gelegenheiten, um sich zu beweisen, wird er voraussichtlich schon in den ersten Saisonspielen bekommen. Des einen Pech ist des anderen Glück: Langkamp und Veljkovic verpassen wegen Verletzungen zumindest Teile der Vorbereitung. Friedl dürfte deswegen neben Moisander als Innenverteidiger in der Startelf stehen beim Bundesliga-Auftakt gegen Düsseldorf. Doch ihm sei das eigentlich egal. Durchsetzen wolle er sich ohnehin. Ob die anderen nun verletzt sind oder nicht.

Bis zum ersten Saisonspiel ist es noch eine lange Zeit. Aber auch wenn die zwei jetzt da wären: Ich will meine Leistung abrufen, ich will Gas geben. Ich will im ersten Spiel spielen! Und ich will auch über die Saison spielen.

Marco Friedl

Viel Arbeit in der Vorbereitung

Doch auf den 21-Jährigen wartet noch viel Arbeit in seiner Heimat in Tirol. Das weiß er selbst. Für ihn als Nachzügler stehen zunächst individuelle Einheiten mit dem Athletiktrainer an. Sollten die gut verlaufen, dann könne er am Mittwoch schon "bei der Mannschaft sein". Und im Testspiel gegen Darmstadt am Samstag schon auf dem Platz stehen, um zu zeigen, was er kann.

Die restlichen Tage werden ziemlich hart werden. Aber das gehört zu einem Trainingslager dazu. Für mich geht es jetzt darum, dass ich wieder die Form bekomme und schnellstmöglich bei der Mannschaft bin.

Marco Friedl

Friedl sieht Zukunft in Bremen

Der Österreicher kann sich offenbar eine längere Abwesenheit von seinen geliebten Bergen gut vorstellen. Denn er plant seine Zukunft im bergarmen Bremen langfristig, will "in den kommenden Jahren ein wichtiger Teil von Werder sein und Erfolge mit der Mannschaft feiern".

Vielleicht kann er das dann in Zukunft gemeinsam mit einem weiteren Landsmann: Dem Augsburger Offensivspieler Michael Gregoritsch hat Friedl dringend dazu geraten, nach Bremen zu wechseln: "Wenn du die Chance hast, dann mach das!"

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Ich will ein in den nächsten Jahren wichtiger Teil von Werder Bremen sein, ich will Erfolge feiern – und mein wichtigstes Ziel ist: Ich will spielen!

Marco Friedl
  • Bastian Mojen

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 9. Juli 2019, 18:06 Uhr