Werder gewinnt 3:2 und steht im Pokal-Viertelfinale

Frühes Tor, Glück beim 3:1 und ein Ersatz-Stürmer, der wieder trifft: Werder feiert mit dem Pokalsieg gegen Freiburg einen perfekten Jahresabschluss. Doch die Schlussphase war ein Krimi.

Kainz jubelt
Florian Kainz (li.) erzielt in der 20. Minuten das 2:0 für Werder. Bild: imago | nordphoto/ewert

Mit diesem Sieg baut Bremen seine Super-Heimserie im DFB-Pokal aus und ist nun seit 37 Heimspielen im Pokal ungeschlagen. Ishak Belfodil (3.), Florian Kainz (20.) und Philipp Bargfrede (70.) erzielten die Treffer für die Bremer im Weser-Stadion. Der Ex-Bremer Nils Petersen (28./Foulelfmeter) und der Franzose Yoric Ravet (87.) schafften jeweils den Anschlusstreffer.

In seinem ersten Spiel als Bremens Cheftrainer verzichtete Florian Kohfeldt zunächst auf Max Kruse. Wegen seiner Adduktorenprobleme saß der Bremer Top-Stürmer bis zur 75. Minute auf der Bank. Doch sein Vertreter sorgte früh für Jubel im Weser-Stadion. Mit einem Rechtsschuss ins untere Eck schaffte Belfodil die frühe Führung. Die Freiburger hatten den Ball vertändelt, Ishak Belfodil schaltete am schnellsten und nach Zusammenspiel mit Jérôme Gondorf schob der Algerier den Ball aus knapp 17 Metern in die rechte Ecke.

Eigentlich galt Belfodil schon als Verlierer des Trainerwechsels, jetzt nutzt der groß gewachsene Offensivmann seine Chance. Nach dem Treffer gegen Mainz am Samstag freute er sich über sein zweites Tor im zweiten Spiel hintereinander. Bei den Fans sorgte das für nahezu poetisch formulierte Prognosen.

Wer trifft ab jetzt in jedem Spiel? Belfodil. (Verzeihung, geht gleich wieder) #svwscf

Garp - 20. Dezember 2017, 19:05 Uhr.

Die Freiburger spielten nach dem frühen Rückstand unaufgeregt weiter und versuchten immer wieder, kontrolliert anzugreifen. Dabei blieb das Team von Trainer Christian Streich aber ungefährlich. Die Bremer, die auch am vergangenen Wochenende in der Bundesliga gegen Mainz früh in Führung gegangen waren, lauerte auf Konterchancen und belohnte sich mit dem 2:0 durch ein schönes Solo von Florian Kainz. Gondorf passte auf den links durchstartenden Kainz, der dribbelte einen Freiburger Verteidiger aus und traf entschlossen in die kurze Ecke.

Eigentlich Abseits: Glück für Werder

Werder hatte weitere Chancen, aber auch Freiburg wurde stärker – in der 28. Minute verwandelte Nils Petersen einen Foul-Elfmeter zum Anschlusstreffer. Große Proteste der Bremer blieben nach der Attacke von Philipp Bargfrede im Strafraum gegen Freiburgs Franzosen Yoric Ravet aus. Mit einer knappen 2:1-Führung ging Werder in die Halbzeitpause.

In der zweiten Halbzeit war Freiburg mutiger, kam aber zunächst nicht gefährlich vor den Kasten von Werder-Schlussman Jiri Pawlenka. Die Bremer dagegen spielten weiter nach vorne und Philipp Bargfrede baute in der 70. Minute die Werder-Führung weiter aus: 3:1. Allerdings stand bei diesem Bremer Treffer der überragend aufspielenden Jerome Gondorf im Abseits und griff mit einer Sperre gegen den Freiburger Robin Koch aktiv ins Spielgeschehen ein. Schiedsrichter Guido Winkelmann überstimmte seinen Linienrichter, der die Fahne oben hatte und den Treffer nicht geben wollte. Auf dem Bildschirm im Stadion war das Abseits ziemlich deutlich zu sehen – aber im DFB-Pokal gibt es den Videobeweis erst ab dem Viertelfinale.

Pokalfight in den letzten Minuten

Doch das 3:1 war nicht die Vorentscheidung: Obwohl Werder, inzwischen mit Max Kruse, der in der 75. Minute für Belfodil ins Spiel gekommen war, weiter offensiv spielte, nutzte Freiburg doch noch eine Riesen-Chance: Yoric Ravet erzielte in der 87. Minute erneut den Anschlusstreffer für Freiburg zum 2:3.

Werder zitterte sich über die letzten Minuten der regulären Spielzeit und vier Minuten Nachspielzeit zum Sieg, steht damit im Viertelfinale des DFB-Pokals und baut die Rekord-Serie weiter aus. In der Liga überwintern die Bremer auf dem Relegationsplatz. Dank des Sieges im DFB-Pokal kann sich Sportchef Frank Baumann nun über etwas mehr als eine Million Euro freuen, die es für das Erreichen der nächste Runde gibt.

Dieses Thema im Programm: Hörfunknachrichten, 20. Dezember 2017, 21 Uhr