Kohfeldts Freude über Werders Saisonstart – aber Wirrwarr um Wechsel

Nach sieben Punkten aus den ersten vier Spielen ist der Bremer Coach Florian Kohfeldt natürlich zufrieden. Knatsch gab es beim 1:1 in Freiburg jedoch mit Kevin Möhwald.

Kohfeldt schaut Möhwald hinterher.
Werder-Coach Florian Kohfeldt wechselte Kevin Möhwald gegen die Freiburger zunächst ein und dann wieder aus. Das gefiel Möhwald überhaupt nicht. Bild: Imago | Jan Huebner

Wenn die Bremer nach dem 1:1 in Freiburg auf die Tabelle schauen, darf sich weiterhin Freude bei ihnen einstellen. Sieben Punkte aus den ersten vier Spielen sind für einen Fast-Absteiger aus der vergangenen Saison eine mehr als ordentliche Ausbeute. Und während Freiburgs Coach Christian Streich nach dem Spiel aufgrund des verpassten Sieges haderte, machte Florian Kohfeldt aus seiner Freude keinen Hehl. "Ich bin sehr zufrieden mit dem Punkt. Das ist ein sehr gutes Ergebnis für uns in Freiburg", sagte der Werder-Coach. Den Start in die neue Saison sieht er damit "punktemäßig als sehr gelungen" an.

Widerspechen mag man Kohfeldt dabei nicht. Die Betonung muss allerdings auf "punktemäßig" liegen, denn spielerisch ist weiterhin viel Luft nach oben vorhanden. Somit bedarf auch der gute Saisonstart einer Einordnung. Ihre Siege holten die Bremer auswärts bei den (Stand: Samstagabend) noch punktlosen und bisher indisponierten Schalkern (3:1) und zu Hause gegen Aufsteiger Arminia Bielefeld (1:0), der für viele als Abstiegskandidat Nummer eins gilt. Die gute Ausbeute bisher kann also auch etwas trügerisch sein. Wichtig ist allerdings, dass die Bremer ebenjene (Pflicht-)Aufgaben erledigen. Insofern hilft auch der Punkt in Freiburg weiter. Es überrascht allerdings, wenn Kohfeldt einen möglichen Sieg im Breisgau nach dem Spiel als "vermessen" bezeichnet. Die kompakten Freiburger sind gewiss seit Jahren vor allem im eigenen Stadion ein kompakter und unangenehmer Gegner, aber auch keine Übermannschaft. Doch aufgrund der biederen Darbietung wäre ein Bremer Sieg tatsächlich ein wenig schmeichelhaft gewesen.

Auswechslung bringt Möhwald auf die Palme

Kohfeldt machte dabei schon während des Spiels deutlich, dass er lieber den Spatz in der Hand als die Taube auf dem Dach wählt. In der Schlussphase wechselte er gleich zweimal defensiv. Beim Tausch von Davie Selke für Niclas Füllkrug handelte es sich noch um einen positionsgetreuen Wechsel der Mittelstürmer. Für Mittelfeldspieler Jean-Manuel Mbom brachte er allerdings Innenverteidiger Ömer Toprak und für Mittelfeldspieler Kevin Möhwald noch den defensiver agierenden Christian Groß.

Möhwald dirigiert auf dem Platz.
Kevin Möhwald wurde beim 1:1 in Freiburg nach 42 Minuten auf dem Platz wieder ausgewechselt. Laut Werder-Coach Florian Kohfeldt war dies so abgesprochen. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Möhwald brachte dies auf die Palme. Der 27-Jährige war nach 13-monatiger Zwangspause erst in der Halbzeit für Nick Woltemade eingewechselt worden. Bei seinem Comeback musste er nach 42 Minuten allerdings bereits wieder weichen. In einem Spiel zunächst ein- und dann wieder ausgewechselt zu werden, das gilt im Fußball eigentlich als Höchststrafe. Und als solche empfand es wohl auch Möhwald. Aus seinem Frust machte er keinen Hehl, als er den Platz wieder verlassen musste. Doch mit diesem musste Kohfeldt rechnen. Er preiste ihn ein, um den Punktgewinn in Freiburg nicht mehr zu gefährden. Nach dem Spiel erklärte Kohfeldt gegenüber Bremer Medien, dass die Auswechslung mit Möhwald abgesprochen gewesen sei. "Wir haben in der Halbzeit gesagt: ,Möh', jetzt brauchen wir dich. Aber nach 30 oder 35 Minuten gehst du wieder runter'", so Kohfeldt. Bei den Werder-Fans in den Sozialen Medien kam diese Aktion während des Spiels allerdings nicht gut an.

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"Freiburg ist ein Brett": Kohfeldt stellt sein Team auf den SC ein

Video vom 16. Oktober 2020
Werder-Trainer Florian Kohfeldt lächelt.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 20. Oktober 2020, 19 Uhr