Warum Werders Frauenteam trotz Corona-Krise fest vom Aufstieg ausgeht

Der Zweitligist rechnet sowohl sportlich als auch bei einem vorzeitigen Saisonabbruch mit dem Titelgewinn. Auch Coach Alexander Kluge plant bereits für die erste Liga.

Werders Fußballerinnen jubeln über einen Treffer
Die Bremerinnen hatten in der laufenden Saison häufig Grund zum Jubeln. Bild: Imago | foto2press

In der zweiten Frauen-Bundesliga ist Werder in der laufenden Saison das Maß aller Dinge: Die Bremerinnen sind ungeschlagener Tabellenführer, stellen den besten Angriff sowie die beste Defensive der Liga und haben elf Punkte Vorsprung auf den ärgsten Verfolger. "Bisher haben wir unsere Hausaufgaben sehr, sehr gut gemacht", sagte Trainer Alexander Kluge in einer Telefonkonferenz mit Bremer Medien am Montag.

Aktuell nur individuelles Training möglich

Der anvisierte Sprung ins Oberhaus, aus dem das Team im Vorjahr abgestiegen war, schien also nur eine Frage der Zeit zu sein – doch dann kam die Corona-Krise. Aktuell pausiert der Spielbetrieb, ob und wenn ja, wann es weitergeht, ist unklar. Die Mannschaft trainiert momentan individuell. Wöchentlich erhalten die Spielerinnen einen neuen Trainingsplan, der Lauf- und Kraftübungen umfasst. Zwischengestreut sind spielerische "Challenges", damit die Fußballerinnen hin und wieder auch mal einen Ball an den Füßen haben. Trotz der ungewissen Zukunft rechnet man bei Werder fest mit dem Aufstieg, unabhängig davon, ob die Spielzeit weitergeht oder nicht. Einzig im Worst-Case-Szenario, also einem Saisonabbruch ohne Auf- und Absteiger, würden die Bremerinnen ihr Saisonziel verpassen.

Dass die Saison annuliert, also alles auf Null gesetzt wird, kann ich mir nur schwer vorstellen.

Alexander Kluge, Trainer der Werder-Frauen

Werder hat alle Trümpfe in der Hand

Werder-Trainer Alexander Kluge steht mit verschränkten Armen am Seitenrand
Steht in seiner ersten Saison als Coach der Werder-Frauen vor dem Titelgewinn: Alexander Kluge. Bild: Imago | foto2press

Grundsätzlich hofft der Werder-Coach, dass seine Spielerinnen sich die Meisterschaft und den damit verbundenen Aufstieg in den insgesamt noch zehn ausstehenden Partien auf dem Platz verdienen. "Dafür haben wir viel investiert. Finanziell, aber auch sportlich", sagte Kluge, der das Team seit dem Abstieg aus der ersten Liga im Sommer 2019 trainiert. Sollte das aber nicht mehr möglich sein, sprich die Saison abgebrochen werden, wird über Auf- und Absteiger am grünen Tisch entschieden. In dem Fall hat Werder alle Trümpfe in der Hand. Schließlich weist die Mannschaft Stand jetzt nicht nur die meisten Punkte auf, sondern lag auch nach Ende der Hinrunde auf dem ersten Rang. Gespräche mit potenziell neuen Spielerinnen führen Kluge und Co. daher jetzt schon mit der festen Annahme, in der kommenden Saison erstklassig zu sein.

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 7. April 2020, 23:30 Uhr