Werders "Rakete" Rashica zündet langsam wieder

Lange schien ohne den verletzten Niclas Füllkrug in Werders Offensive nichts zu laufen. Doch gegen Frankfurt meldeten sich gleich zwei Stürmer mit Nachdruck zurück.

Milot Rashica hockt breitbeinig vor Spielbeginn auf dem Rasen mit dem Ball vor sich.
Für Werder-Trainer Florian Kohfeldt hat Milot Rashica gegen Frankfurt eines seiner besten Spiele seit langem gemacht. Bild: Imago | Revierfoto

Die Kabine ist das letzte Heiligtum im Bundesliga-Fußball und auch Trainer Florian Kohfeldt würde niemals fremden Augen auch nur den kleinsten Einblick gestatten in Werders Sperrzone. Aber der Freitagabend war für Joshua Sargent ein so besonderer Abend, dass er tags darauf zumindest dem vereinseigenen TV-Kanal verriet, was in der Bremer Umkleide nach dem 2:1-Sieg gegen Eintracht Frankfurt los war.

Es lief Musik und es wurde getanzt – es waren nur gute 'Vibes'.

Werder-Stürmer Joshua Sargent bei Werder-TV

Partystimmung nach einem Fußball-Abend mit vielen Fouls und Störgeräuschen, die aber die Freude besonders bei Werders Offensivspielern nicht übertönen konnten. Denn nicht nur die Bremer Verteidigung war in der Vorwoche bei der 0:4-Schlappe gegen Hoffenheim ein Totalausfall gewesen, auch die Sturmabteilung erlebte einen schwarzen Tag.

Besonderes Lob von Trainer Kohfeldt

Milot Rashica nimmt einen Ball mit hohem, ausgestrecktem Bein an.
Voller Einsatz gegen die Eintracht: Milot Rashica wirkte deutlich sicherer in seinen Offensiv-Aktionen als in den vergangenen Monaten. Bild: Imago | Team 2

Umso mehr durfte sich Sargent freuen, dass ihm gegen Frankfurt sein dritter, lang ersehnter Saisontreffer gelang. "Ich wollte mich erst gar nicht freuen, ich war sicher, dass es Abseits war", gestand der US-Amerikaner bei Werder-TV ein. Schon sein erster Versuch des Abends war zu recht zurückgepfiffen worden, dieses Mal aber zählte das Tor.

Doch Kohfeldt freute sich zwar über Sargents 2:1-Treffer, schließlich hatte er den zuletzt viel kritisierten 21-Jährigen stets geschützt. Aber der Trainer schwärmte am späten Freitagabend stattdessen von einem anderen Offensivspieler: Milot Rashica. Werders Sorgenkind hatte nach geplatzten Wechselversuchen und Verletzungen noch nicht wieder in Tritt gefunden – gegen Frankfurt zündete der Turbo der "Rakete", wie sie Rashica nennen, jedoch schon fast wie in alten Zeiten.

Milot war heute überragend. Was der an Dribblings, an Sprints hatte, was der für Räume frei gezogen hat für die Anderen und trotzdem gegen den Ball top da war – Chapeau, Milot, das war richtig gut. Er hat heute ein super Spiel gemacht.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt über Milot Rashica

Rashicas Lattentreffer rüttelt Werder endgültig wach

Doch die Krönung, das Tor also, das hatte Rashica gegen Frankfurt gefehlt. Für Kohfeldt blieb der Flügelflitzer aus dem Kosovo jedoch sein Matchwinner, denn dessen Chancen in der 26. und 28. Minute hatten den Bremern nach dem frühen Rückstand Mut gemacht. Und Rashicas gefühlvoller Schuss, der an der Latte scheiterte, rüttelte Werder in der 34. Minute endgültig wach. Kohfeldt musste sich nach dieser Szene erst einmal zu seinem Co-Trainer Tim Borowski auf die Bank fallen lassen.

Ich habe zu 'Boro' gesagt: Da muss doch endlich einfach mal ein Ball reinfallen. Damit es befreit, damit alles selbstverständlicher wird. Aber Milot hat in seinen Aktionen gemerkt: Er ist wendig, er ist fit, er kommt vorbei. Und das gibt ihm hoffentlich Selbstvertrauen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt über Milot Rashica

Rashica und Sargent, das hatte im Zusammenspiel mit Romano Schmid gut funktioniert. Die Werbung in eigener Sache lief rund. Doch für Kohfeldt heißt das nicht, dass dieses Offensiv-Trio am Dienstagabend im Pokal-Spiel gegen Regensburg automatisch gesetzt ist. "Ich habe so viele gute Optionen", sagte Kohfeldt: "Besser geht es doch nicht."

Kohfeldt nach Werder-Sieg: "Waren heute etwas über unserem Limit"

Video vom 27. Februar 2021
Florian Kohfeldt sitzt nach dem Spiel gegen Frankfurt vor einer Werbewand bei der digitalen Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 27. Februar 2021, 18:45 Uhr