Interview

Wechselt er zu Gladbach? Das sagt Werder-Coach Kohfeldt dazu

Bremens Trainer hat schon manche Höhen und Tiefen mit den Grün-Weißen erlebt. Im Sportblitz sprach er über seinen Corona-Alltag, seine Zukunft bei Werder und Wechselgerüchte.

Herr Kohfeldt, als Trainer dürfen Sie in der Corona-Pandemie nur zwischen Stadion und Ihrem Zuhause pendeln. Wie gehen Sie mit der Situation um?
Es ist schon sehr, sehr eingeschränkt momentan. Gerade in den schweren Monaten der Pandemie haben wir uns nur an diesen Standorten bewegt. In Bremen ist das Tennisspielen zum Glück erlaubt, das gönne ich mir auch einmal. Aber einkaufen oder sonstige Dinge lassen wir in der Regel weg.
Am Sonntag spielt Ihre Mannschaft in Köln, am Mittwoch in Bielefeld. Mit zwei Siegen könnten Sie sich der Abstiegssorgen entledigen, oder?
Entledigen würde ich nicht sagen, aber es sind in der Tat sehr wichtige Spiele für uns. Wir haben uns mit dem Heimsieg gegen Frankfurt in eine ordentliche Position gebracht. Aber wir haben schon noch Druck. Danach kommen eine Menge Gegner von ganz oben in der Tabelle. Egal, was passiert in den beiden Spielen: Danach ist noch nicht Schluss. Wir haben eine hohe Spannung, und wir fühlen auch den Druck, aber den brauchen wir auch.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt gestikuliert während einer Trainingseinheit.
Werder-Trainer Florian Kohfeldt zeigt auch im Training stets vollen Einsatz. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Nichtsdestotrotz ist diese Saison leichter als vergangene Saison. Hätten Sie das erwartet?
Die letzte Saison war in jeglicher Hinsicht außergewöhnlich. Ich will das nicht alles abwälzen auf die Verletztenmisere, aber bei der Situation, die wir damals hatten, war es kaum möglich, konkurrenzfähig zu sein. Wir mussten einen anderen Weg gehen, aber der macht Riesenpaß mit Spielern wie Felix Agu und Romano Schmid, um nur zwei zu nennen. Deshalb hatte ich schon die Hoffnung, dass wir stabil in der Liga bleiben können. Aber man muss auch sagen: So wie wir diese Saison bislang spielen, sind wir am Limit. Aber das ist doch toll!
Wenn bei einem anderen Bundesligisten ein Trainer gesucht wird, fällt schnell Ihr Name. Ist das Fluch oder Segen?
Schon eher Segen, würde ich sagen. Wenn das nirgendwo passieren würde, wäre das ja eher schwierig für mich. Andererseits ist es immer schwer, solche Dinge zu kommentieren oder Treuebekenntnisse zu formulieren. Es ist nun mal einfach so, dass es häufig passiert. Wir haben alles dazu gesagt.
Gladbach zum Beispiel hat noch keinen Trainer. Können Sie es ausschließen, dass Sie zur Borussia wechseln?
Ich kann nur das wiederholen, was ich immer gesagt habe: Ich bin super gerne bei Werder. Im letzten Jahr haben wir alle eine schwierige Situation gemeistert, vor zwei Jahren hatten wir die euphorischste Saison seit einem Jahrzehnt erlebt. Das sind Dinge, die wir grundsätzlich weiterführen wollen. Ich fühle mich schon sehr wohl hier. Wenn Werder und ich das wollen, dann bleibe ich bis 2023 (in dem Jahr endet Kohfeldts Vertrag bei Werder, Anm. d. Red.) hier.
Wie optimistisch sind Sie, trotz der geringen finanziellen Möglichkeiten zur kommenden Saison ein schlagkräftiges Team zusammenkriegen?
Es ist eine Zeit, in der man über andere Wege Qualität generieren muss. Wir haben einige spannende Jungs im eigenen Nachwuchs. Aber ganz klar ist und das muss auch jeder wissen: Die Zeit der großen Sprünge ist vorbei. Wir müssen uns wirtschaftlich konsolidieren, damit dieser Verein gesund bleibt. Wichtiger als alles andere ist, dass Werder uns erhalten bleibt. Deswegen werden wir da auch kreativ sein müssen.
Zuletzt gab Beschwerden über das Verhalten der Werder-Bank während der Spiele. Wie ist das für Sie an der Seitenlinie?
Eigentlich beschwert sich gar keiner. Das ist ein krasses Missverständnis, glaube ich. Ich bin emotional dabei, das wissen alle und es ist immer fair dabei.

(Das Interview führte Pascale Ciesla. Aufgezeichnet von Helge Hommers.)

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Werder-Spieler Josh Sargent in einer Pressekonferenz.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Pascale Ciesla Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 5. März 2021, 18:06 Uhr