Geisterspiel bei Werder, Publikum in Bremerhaven – Wie kann das sein?

Ein Ordner schreitet die leeren Ränge der Ostkurve im Weser-Stadion ab.

Geisterspiel bei Werder, Zuschauer in Bremerhaven – Wie kann das sein?

Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Im Land Bremen sind bis zu 1.000 Zuschauer bei Veranstaltungen zugelassen. Doch während die Profivereine in Bremerhaven vor Publikum auflaufen, spielt Werder vor leeren Rängen.

Wenn Werder am Samstag (13:30 Uhr) zu Hause auf Fortuna Düsseldorf trifft, bleiben die Ränge des Weser-Stadions leer. Erstmals seit über einem halben Jahr treten die Bremer in ihrer Heimstätte wieder zu einem Geisterspiel an. "So schade wie es ist, ist es für uns keine neue Situation. Wir müssen damit einfach bestmöglich umgehen", sagte Werder-Trainer Ole Werner am Donnerstag.

Eisbären und Pinguins mit bis zu 1.000 Zuschauern

Anders sieht es bei den Profivereinen in Bremerhaven aus. Sowohl die Fischtown Pinguins (am Sonntag, 16:30 Uhr, gegen die Grizzlys Wolfsburg) als auch die Eisbären Bremerhaven (Freitag, 19:30 Uhr, gegen SC Jena) werden bei ihren Heimspielen am Wochenende jeweils bis zu 1.000 Zuschauer begrüßen dürfen. Voraussetzung beim Pinguins-Heimspiel in der Eisarena ist, dass die Besucher ausgeloste Dauerkartenbesitzer sind und aus der Metropolregion Bremen und Bremerhaven kommen. Beim Eisbären-Spiel in der Stadthalle erhalten hingegen nur Menschen aus Bremerhaven und den Umlandgemeinden Einlass.

Die Vorgabe, wie viele Menschen in Stadien oder Hallen zugelassen sind, bestimmt die aktuell gültige Corona-Verordnung im Land Bremen. Auf Nachfrage von buten un binnen erklärt Lukas Fuhrmann, Sprecher des Gesundheitsressorts, dass Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen weiterhin stattfinden dürfen. "Überregionale und auch alle weiteren Großveranstaltungen" mit mehr als 1.000 Teilnehmenden sind hingegen verboten.

Hamburger Stadtderby steigt doch noch vor Publikum

Demnach hätte also auch Werder sein Spiel vor bis zu 1.000 Zuschauern austragen können. Doch die Bremer entschieden sich dagegen. "Sicherlich hatten wir intern darüber nachgedacht", sagte Werders sportlicher Leiter Clemens Fritz. "Aber angesichts der Inzidenz, die wir gerade in Bremen haben, war das fürs Düsseldorf-Spiel kein Thema für uns."

In Hamburg wiederum genehmigte der Senat am Mittwochabend den Einlass von bis zu 2.000 Personen im Zuschauerbereich im Freien. Das Stadtderby in der 2. Fußball-Bundesliga zwischen dem Hamburger SV und dem FC St. Pauli (21. Januar) kann somit also doch vor Zuschauern stattfinden. Mehrere Hamburger Profisportvereine hatten zuvor Anträge auf eine Erhöhung der Zuschauerzahl bei ihren Heimspielen gestellt, nachdem der Senat die Corona-Maßnahmen zu Jahresbeginn noch einmal verschärft hatte. Demnach wäre das Stadtderby als Geisterspiel ausgetragen worden, wozu es nun aber nicht mehr kommen dürfte.

Solidarität im Eishockey: Pinguins-Fans zahlen für Geisterspiele

Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autor

  • Helge Hommers Redakteur und Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 13. Januar 2021, 7 Uhr