Werder-Sportchef Baumann: "Wird keine Notverkäufe geben"

Die Lage bei Werder Bremen ist dramatisch. Sportlich droht die Zweitklassigkeit. Doch vor dem Abstiegskrimi beim FC Augsburg ist das längst nicht das einzige Problem.

Video vom 14. Mai 2021
Werder-Sportchef Frank Baumann verzieht vor dem Spiel etwas nachdenklich den Mund.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Sportlich im Abstiegskampf und finanziell in größten Nöten: Werder Bremen steht vor einem der wichtigsten Saisonfinals der Klubgeschichte. Neben der prekären Lage in der Bundesliga kann die wirtschaftliche Situation vor dem eminent wichtigen Kellerduell des Tabellen-15. beim FC Augsburg am Samstag um 15:30 Uhr kaum besorgniserregender sein. Sogar von einem Insolvenzrisiko des viermaligen deutschen Meisters ist die Rede.

Ein Störfeuer für die Mannschaft sehe ich bei nullkommanull. Das kann ich komplett ausschließen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

Was die finanzielle Situation angeht, zeigte sich Geschäftsführer Frank Baumann optimistisch. Er sei "zuversichtlich" dass die Bremer "alle Szenarien meistern" werden. Darauf habe der Verein "vom ersten Tag der Pandemie" hingearbeitet. "Wir haben unsere Hausaufgaben gemacht. Egal ob es um Zuschauer-Einnahmen, Transfermarkt oder 1. oder 2. Liga geht", betonte Baumann.

Mittelstands-Anleihen mit Risiko

Den Absturz in die Zweitklassigkeit müssen die Bremer zwingend verhindern, denn durch einen möglichen Abstieg drohen weitere Verluste. Daher ist ein Erfolg im laut Kohfeldt "Nervenspiel" in Augsburg Pflicht.

Die vielleicht größere Herausforderung wartet allerdings noch auf die Norddeutschen: In seinem Wertpapierprospekt zu einer Mittelstandsanleihe, die Werder ab dem 17. Mai nach zuvor institutionellen Investoren auch Privatanlegern anbietet, ist im Zusammenhang mit den wirtschaftlichen Auswirkungen der Coronavirus-Pandemie von einem wesentlichen Bestandsrisiko für den SV-Werder-Konzern die Rede.

"Werden keinen Spieler unter Wert verkaufen"

Geschäftsführer Klaus Filbry hatte zuletzt von geringeren Einnahmen in Höhe von 35 Millionen Euro in den vergangenen beiden Spielzeiten gesprochen. Daher kündigte Sportchef Baumann bereits mögliche Spielerverkäufe direkt nach der Saison an, die noch bis zum 30. Juni die Bilanz des laufenden Geschäftsjahres "ein stückweit ausgleichen" sollen.

Unser Fokus liegt allerdings auf den restlichen beiden Spielen. Danach ist noch Zeit, um für dieses Geschäftsjahr noch Transfers zu tätigen. Es wird aber keine Notverkäufe geben. Wir benötigen einen Überschuss, klar. Aber wir werden keinen Spieler unter Wert verkaufen.

Werder-Trainer Florian Kohfeldt am Donnerstag

Werder vor dem "Nervenspiel" gegen Augsburg

Video vom 13. Mai 2021
Werder-Trainer Florian Kohfeldt mit einer Kaffetasse in der Hand vor dem Bremer Parkhotel.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: buten un binnen, 13. Mai 2021, 19:30 Uhr