Im Abstiegs-Fall: Das käme finanziell auf Werder und seine Spieler zu

Eine Relegations-Pleite würde den Verein wirtschaftlich schwer treffen, erklärte Finanzchef Klaus Filbry im NDR-Sportclub. Auch die Spieler müssten mit hohen Einbußen rechnen.

Werder-Geschäftsführer Klaus Filbry blickt skeptisch.
Hätte bei einem Werder-Abstieg eine Menge Arbeit vor sich: Finanzchef Klaus Filbry. Bild: Gumzmedia | nordphoto / Kokenge

Zumindest den direkten Abstieg hat Werder in der schlechtesten Saison der Vereinsgeschichte vermeiden können. Dank des 16. Platzes, den die Grün-Weißen in der Abschluss-Tabelle belegten, haben sie nun noch eine zusätzliche Chance, um den Gang in die 2. Liga zu verhindern. Sollte Werder jedoch in den Alles-oder-Nichts-Spielen gegen den 1. FC Heidenheim unterliegen, kämen in wirtschaftlicher Hinsicht harte Zeiten auf die Bremer zu. Auch wegen der Corona-Krise, wie Finanzchef Klaus Filbry am Sonntag im NDR Sportclub erläuterte.

Wir haben Sponsoren, die haben verlängert. Wir haben aber auch welche, die verlängern nicht. Und dann fehlt uns natürlich das Wichtigste: die Fans. Wir haben keine Zuschauereinnahmen und wissen, dass wir in der Hinrunde der neuen Saison höchstens mit Teilzuschauern spielen werden.

Werders Finanzchef Klaus Filbry im NDR Sportclub

Zusammengenommen stellen diese Einbußen den Verein vor hohe finanzielle Herausforderungen. Bei Werder sei man aber auf alle Eventualität vorbereitet: "Wir arbeiten immer seriös, haben Lösungen erarbeitet und sind bis in den Oktober hinein durchfinanziert."

Weniger TV-Einnahmen, weniger Sponsoren-Gelder

Im Falle des Abstiegs kommen jedoch weitere Faktoren hinzu, die Werders Leben finanziell schwer machen würden: Bei den TV-Einnahmen würden etwa 30 Millionen Euro weniger zur Verfügung stehen, die Einnahmen über Sponsorengelder würden sich um bis zu 45 Prozent reduzieren. "Insofern ist ein Abstieg wirtschaftlich extrem schwer zu verkraften", so Filbry.

Auf der anderen Seite habe sich der Verein abgesichert: Die Spieler etwa hätten Verträge unterzeichnet, die leistungsbezogen seien. In der 2. Liga würde sich das Salär entsprechend der sportlichen Herausforderung anpassen. Soll heißen: Bei einem Abstieg erhalten die Werder-Profis zwischen 30 und 50 Prozent weniger Gehalt. Im Hinblick auf die Relegations-Duelle könnten sich die drohenden Einbußen auch als Motivationsspritze für die Werder-Akteure erweisen, vermutet Filbry: "Ich hoffe, sie haben in die Verträge geschaut und sind dementsprechend motiviert gegen Heidenheim." Sorgen müssten sich die Anhänger der Grün-Weißen jedenfalls keine machen. "Wir werden das auf jeden Fall schaffen, weil wir vernünftig gewirtschaftet und vorgebaut haben", so Filbry.

Relegation: Werder trifft auf Heidenheim

Video vom 28. Juni 2020
Ein Pullover-Ärmel mit dem Logo des FCH Heidenheim Fußballclubs.
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Dieses Thema im Programm: NDR, Sportclub, 28. Juni 2020, 23:15 Uhr