Werders Filbry für Gehaltsobergrenze: "Aus Rattenrennen aussteigen"

Die Pandemie hat die Bremer in finanzielle Schieflage gebracht. Doch Klaus Filbry sorgt sich nicht nur deshalb um die wirtschaftliche Entwicklung im Fußball.

Werders Geschäftsführer Finanzen Klaus Filbry im Interview mit der Sportschau.
Vorschlag Gehaltsobergrenze: Werders Finanzchef Klaus Filbry fürchtet, dass der Klub durch die Verschuldung kaum noch konkurrenzfähig sein wird. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Werder Bremens Geschäftsführer Finanzen Klaus Filbry hat sich für Gehaltsobergrenzen im Profi-Fußball ausgesprochen und dazu konkrete Vorschläge gemacht. Dieses Thema "sollten wir unbedingt innerhalb der DFL thematisieren", forderte der 54-Jährige in einem Gespräch mit dem Wirtschaftsmagazin "Business Insider".

Gehaltsobergrenzen würden die Möglichkeit bieten, "aus dem Rattenrennen auszusteigen", sagte Filbry. Vereine, die in europäischen Wettbewerben spielen, bräuchten ein höheres Budget als allein in nationalen Ligen aktive Klubs. Filbry hat konkrete Vorschläge für Gehaltsobergrenzen.

200 bis 250 Millionen Euro Kaderkosten für einen Champions-League-Klub, 150 Millionen Euro für einen Europa-League-Teilnehmer und 100 Millionen Euro für einen Bundesligisten.

Werders Geschäftsführer Finanzen Klaus Filbry im "Business Insider"

Selbst Bayern kann mit Oligarchen-Klubs nicht mithalten

Werder Bremen stehe beispielsweise mit Vereinen in Konkurrenz, "die aufgrund ihrer Gesellschafterstruktur andere finanzielle Möglichkeiten haben". Selbst Klubs wie Bayern München oder Borussia Dortmund stünden vor dem Problem, "mit Vereinen von Staatskonzernen oder Oligarchen mithalten zu müssen".

Werder geht das Geld aus – der Verein greift auf Anleihen zurück

Video vom 18. April 2021
Der Geschäftsführer von Werder Bremen Klaus Filbry im Interview. Im Hintergrund sieht man das Weserstadion.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Für Werder Bremen habe die Corona-Pandemie "signifikante wirtschaftliche Folgen", erklärte Filbry. Über zwei Spielzeiten gesehen verzeichne der Bundesliga-Verein Mindereinnahmen in Höhe von 35 Millionen Euro, vor allem durch fehlende Zuschauer- oder TV-Einnahmen. "Das sind wirtschaftliche Nachteile, die wir schultern müssen." Der Verein habe dafür bereits einen Kredit in Höhe von 20 Millionen Euro über drei Banken aufgenommen, sagte Filbry, abgesichert durch eine Landesbürgschaft.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 14. Mai 2021, 18:06 Uhr