Werder-Fans weltweit: 12.000 Kilometer bis zum Abstiegskrimi

Als Grün-Weißer allein unter Rugby-Fans oder verzaubert von Frings in Uruguay? So ist es, Werder-Fan am anderen Ende der Welt zu sein. Drei besondere Beispiele.

Teaserbild: Listicle Werder Fans weltweit.

1 Imke – ihre Liebe zu Werder hält auch über 16.000 Kilometer

Rund 16.000 Kilometer Luftlinie liegen zwischen Bremen und Brisbane in Australien, wo Imke Schüler seit Ende der 1990er Jahre lebt. Die 42-Jährige ist seit 35 Jahren Fan der Grün-Weißen.

Imke Schüler, Werder-Fan in Australien
Lebt seit Ende der 1990er in Brisbane unter Rugby-Fans: Imke Schüler.

Als Kind hat sie immer mit ihrer Oma Fußball geguckt, und die fand, die Bremer spielen so schön. Das Werder-Fan-Dasein in Brisbane ist eher einsam. Die Australier interessieren sich mehr für Rugby und Cricket. Da erinnert sich Imke Schüler gern an ihr aufregendstes Werder-Erlebnis: 1996 studierte sie in Bremen und investierte gemeinsam mit ihrer Mitbewohnerin das ganze Monats-Budget für Werder-Karten. Die Bremer spielten damals zu Hause gegen Bayern, und es war war das erste Spiel von Otto Rehhagel als Bayern-Trainer gegen Werder. "Es war ein tolles Spiel. Und ich glaube, Werder hat 3:0 gewonnen. Zweimal Herzog und ein Tor von Labbadia."

2 Uwe – mit dem Werder-Schal durch Chicago

Seit fast 50 Jahren ist Uwe Borchers inzwischen Werder-Fan. Als Kind wurde er von einem Freund mit ins Weser-Stadion genommen. "Damals waren noch Spieler wie Günter Bernhard, Horst-Dieter Höttges, Werner "Anneliese" Görts und so weiter aktiv. Es war so ein tolles Erlebnis für mich, ich war sofort mit dem Werder-Virus infiziert", so der 57-Jährige.

Uwe Borchers, Werder-Fan in den USA
Hat rund 1.000 Werder-Spiele live gesehen, jetzt feuert er Werder von Chicago aus an: Uwe Borchers.

In den Jahren hat er viele Spiele von Werder live gesehen – im Weser-Stadion und auswärts, insgesamt über 1.000 Partien. Mittlerweile unterstützt er Werder aus der Ferne, da er seit Anfang 2016 in der Nähe von Chicago/USA lebt. Dort ist eher Baseball angesagt, und Werder-Spiele zu verfolgen ist schwierig. Andere Werder-Fans hat er in Chicago noch nicht getroffen, aber einige kennen immerhin den Verein. Und an seinem Auto klebt selbstverständlich die Werder-Raute, und ein Werder-Schal liegt im Heckfenster.

3 Maximiliano – verliebt in Frings in Uruguay

Wie wird man Werder-Fan, wenn man in Uruguay geboren wurde und aufgewachsen ist? Durch Torsten Frings. Und das ging so:

Maximilano Martinez, Werder-Fan aus Uruguay
Durch Torsten Frings wurde Maximiliano Martinez aus der Nähe von Montevideo Werder-Fan.

Maximiliano Martinez studiert Betriebswirtschaftslehre und lernt am Goethe-Institut Deutsch. Ursprünglich war er Fan der DFB-Auswahl. Insbesondere Torhüter Oliver Kahn hatte es ihm angetan. Bis zu einem bestimmten Moment: "Und dann sah ich einen Spieler. Es war Torsten Frings. Seitdem bin ich ein großer Fan von Werder Bremen", schildert Martinez. Sein größtes Highlight als Werder-Fan bisher war ein Besuch im Weser-Stadion. Sein erster und bislang einziger. Und das an einem ganz besonderen Spieltag: Er war im Mai 2016 beim Abstiegs-Endspiel zwischen Werder und Eintracht Frankfurt live dabei. Reiseweg: 12.000 Kilometer.

  • Silke Boos

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 1. September 2017, 18:06 Uhr