So möchte Ex-Werder-Spieler Fabian Ernst den Fußball revolutionieren

Der ehemalige Bremer hat mit seiner Firma einen "Smartball" entwickelt, der die Schuss- und Passtechnik der Spieler analysiert. Im Sommer soll der Ball auf den Markt kommen.

Ex-Werder-Spieler Fabian Ernst hält einen Smart-Ball in die Höhe.
Der "Smartball", den Fabian Ernst mitentwickelt hat, ist auch für das Training abseits des Profifußballs vorgesehen. Bild: DPA | Hauke-Christian Dittrich

Als Fabian Ernst vor acht Jahren seine Profi-Karriere beendet hat, war der Fußball noch ein ganz anderer. "Damals hatten Schiedsrichter noch keine Knöpfe im Ohr und es gab noch keinen Videobeweis", erzählt der Ex-Werder-Spieler. Auch Packing-Daten, expected goals und viele andere Dinge, die heute gang und gäbe sind, gab es damals noch nicht. Im heutigen Fußball wird hingegen jede Bewegung erfasst und analysiert. Ernst will als Startup-Gründer nun die letzte noch unerforschte Dimension angehen. "Jeder Bereich des Spiels ist komplett durchleuchtet", sagt der 41-Jährige. "Nur der Ball ist noch ein unberührtes Thema."

Die Entwicklung des "Smart Ball"

Ex-Werder-Spieler Fabian Ernst dribbelt mit dem Ball.
Von 2010 bis 2015 trug Fabian Ernst das Trikot der Bremer. Bild: DPA | Pressefoto Ulmer

Das möchte der gebürtige Hannoveraner nun ändern. Mehr noch: Ernst möchte in gewisser Hinsicht das Training mit dem Ball revolutionieren. Als Mitgründer und Investor der Firma "Sport Technology Systems" entwickelt er gerade einen Ball mit Chip: einen sogenannten "Smartball". "Dieser kann jede Berührung messen und auswerten", erklärt Ernst. "Den Punkt, an dem der Ball getroffen wurde, den Effet, die Höhe des Flugs und natürlich die Geschwindigkeit." Wenn man diese Daten messen könne, sei man einen großen Schritt weiter, so der Ex-Fußballer, der mit den Bremern im Jahr 2004 das Double gewann.

Fußball-Trainer für die Handtasche

Im Sommer soll der Ball erhältlich sein. Allerdings ausdrücklich nicht einzig und allein für den Profi-Fußball. "Es soll kein Premium-Produkt für Top-Vereine werden", sagt Ernst, der insgesamt fünf Jahre lang für Werder die Fußballschuhe schnürte. "Das Ganze soll auch für Bezirksliga- oder C-Jugend-Trainer nutzbar sein." Aus diesem Grund soll die dazugehörige App leicht verständlich sein, der Preis zur Markteinführung laut Ernst bei "deutlich unter 100 Euro" liegen. Das Ziel des Ex-Nationalspielers ist es, einen "Trainer für die Hosentasche" auf den Markt zu bringen.

Für mich wäre es ein Traum und eine Vision, wenn wir Einfluss darauf nehmen könnten, wie im Fußball künftig trainiert und gespielt wird.

Ex-Werderaner Fabian Ernst

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 25. Februar 2021, 23:30 Uhr