Werder chillt, Anfang arbeitet: So geht's weiter nach dem Rausch

Audio vom 6. November 2021
Viele Werder-Spieler feiern den Sieg hüpfend und ausgelassen vor der Fan-Kurve in Nürnberg.
Bild: Imago | Zink
Bild: Imago | Zink

Den Last-Minute-Sieg in Nürnberg durften die Werder-Profis am Wochenende noch ausgiebig feiern. Doch für Trainer Markus Anfang ging die Arbeit direkt weiter.

Werder Bremen hatte in Nürnberg lange zurückgelegen, aber sich in den letzten zehn Spielminuten furios noch den 2:1-Sieg erkämpft. Mit 19 Punkten liegen die Grün-Weißen so erst einmal auf Platz acht und halten Anschluss an die oberen Tabellenränge, anstatt im Mittelmaß zu versinken. Mit diesem Freudentaumel geht es für Werder entspannt in die Länderspielpause.

1 Einfach mal chillen

Trainer Markus Anfang hatte seiner Mannschaft am Freitagabend offizielle Feiererlaubnis mit "ein paar Bieren" erteilt und die Werder-Profis dürften in ihrem Nürnberger Hotel und auch auf der Busfahrt nach Bremen am Samstag wenig Schlaf bekommen haben. Doch der erste Sieg seit einem Monat und das erste gedrehte Spiel der Saison musste eben ausgiebig genossen werden. Und schließlich können die Spieler am Sonntag ihren Freudenrausch ausschlafen. Coach Anfang hat allen frei gegeben.

2 Anfang als Tribünengast

Sich selber hatte Markus Anfang dagegen allerdings ein straffes Arbeitsprogramm fürs Wochenende verordnet. Er beobachtete am Samstag und Sonntag die Partien zwischen Jahn Regensburg und Hansa Rostock und zwischen Erzgebirge Aue und Heidenheim. Nicht zum Freizeitvergnügen, sondern natürlich zur Gegnerbeobachtung.

3 Kurze Trainingswoche

Ab Montag beginnt die nächste, zweiwöchige Länderspielpause und damit viel Zeit für Werder, um die Akkus aufzuladen. Und um lange verletzte Spieler wie Ömer Toprak, Christian Groß oder Leonardo Bittencourt endgültig fit zu kriegen. Die nächste Partie ist erst am 20. November gegen Schalke 04 und bis dahin wird in Fußball-Deutsch gesprochen die Belastung der Profis gesteuert. Also: weniger ist mehr.

Nur von Montag bis Mittwoch wird Anfang seine Mannschaft zum gemeinsamen Training am Weser-Stadion bitten. Danach gibt es entweder wieder einige Tage frei oder ein individuelles Programm. Die wichtigste Aufgabe für Anfang besteht in den kommenden zwei Wochen aber darin, die gelöste, positive Stimmung zu konservieren. Damit das 2:1 von Nürnberg tatsächlich ein Befreiungsschlag werden kann.

4 Schmerzliche Doppel-Sperre

Zwei Spielern wurde die Partystimmung am Freitag allerdings gründlich vermiest: Marco Friedl und Nicolai Rapp. Denn beide kassierten ihre fünfte Gelbe Karte und so sind sie beim Heimspiel gegen Schalke 04 gesperrt. Friedl ärgerte sich selbst am meisten über die völlig überflüssige Verwarnung. Der Österreicher hatte sich unmittelbar nach dem 1:1-Ausgleich der Bremer verbal mit dem Linienrichter angelegt und ihm zwei Mal gesagt, er solle besser hingucken.

Da bin ich manchmal ein Vollidiot. Das ärgert mich extrem. Ich bin einfach sauer.

Werder-Profi Marco Friedl bei Werder-TV

Schiedsrichter Tobias Welz hatte reichlich Karten verteilt in Nürnberg, beide Trainer wurden verwarnt und insgesamt acht Spieler – darunter auch Rapp, der nun mit Friedl in der Werder-Defensive fehlen wird.

Werder-Trainer Anfang: "Es war ein hochverdienter Sieg"

Video vom 6. November 2021
Werder-Trainer Markus Anfang nach dem Spiel im Interview.
Bild: Radio Bremen
Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 6. November 2021, 13:12 Uhr