Werders Erfolgsrezept: Die alten Leitwölfe sind zurück

Audio vom 6. November 2021
Ömer Toprak nimmt Leonardo Bittencourt nach dem Sieg lachend in den Arm.
Bild: Imago | Zink
Bild: Imago | Zink

Bittencourt, Toprak und Groß hatten Werder lange schmerzlich gefehlt. Die Rückkehr der Routiniers war nicht nur für den Trainer der Hauptgrund für den Sieg in Nürnberg.

Als Markus Anfang inmitten des grün-weißen Freudenrausches gefragt wurde, warum es seine Mannschaft dieses Mal geschafft hatte, ein verloren geglaubtes Spiel noch zu drehen, da war der Grund für den Werder-Coach glasklar.

Hintenraus konnten wir die Spieler aufs Feld stellen, die wir bis dato nicht zur Verfügung hatten. Das war ganz wichtig.

Werder-Trainer Markus Anfang

Ömer Toprak, Leonardo Bittencourt und Christian Groß – sie alle hatten der Mannschaft auf und neben dem Platz lange schmerzlich gefehlt und waren gegen Nürnberg noch eingewechselt worden. Die arrivierten, erfahrenen Profis also, die Leitwölfe im durchschnittlich sehr jungen Bremer Team, sie waren erstmals in dieser Saison gemeinsam wieder an Bord.

"Nicht nur der Trainer sagt was in der Kabine"

Bittencourt erzielte den 2:1-Siegtreffer für Werder in der 88. Minute, nachdem die gesamte Mannschaft leidenschaftlich für dieses Tor gekämpft und den Glauben an die Wende nie aufgegeben hatte. Bittencourt sieht das als einen Verdienst der Routiniers.

Ich glaube, die Jungs haben die Sicherheit gefühlt. Ömer war wieder dabei, 'Grosso' war dabei und ich bin auch wieder dabei, so dass in der Kabine nicht immer nur der Trainer etwas sagt, sondern wir uns in der Mannschaft untereinander Mut zu sprechen.

Werders Siegtorschütze Leonardo Bittencourt

Besonders den unerfahreneren Profis half die Rückkehr der erfahrenen, die in der zweiten Halbzeit voran gingen und ihnen die Last der Verantwortung abnahmen. "Gerade die jungen Spieler, die viele Chancen hatten, die brauchen noch ein bisschen mehr Ruhe und Überzeugung vor dem Tor", fügte Bittencourt hinzu, "ich glaube, das war heute ausschlaggebend."

"Die Schwankungen waren extrem"

Niclas Füllkrug und er selbst trafen in Nürnberg, für Abwehrchef und Kapitän Toprak reichte es zumindest für einen ersten Kurzeinsatz. Mit dem Erfolg im Rücken könnte Werder nun endlich zu mehr Stabilität finden.

Die Schwankungen in den letzten Wochen waren schon extrem. Jetzt ist unser Kader bis auf wenige Ausnahmen komplett und wir wollten vor der Länderspielpause noch einen Lauf starten.

Werder-Profi Marco Friedl

Trainer Anfang hatte bereits nach dem Remis gegen den FC St. Pauli darauf gehofft, dass sich Toprak und Co. während der zweiwöchigen Länderspielpause restlos erholen und bis zum Duell mit Schalke 04 am 20. November topfit sind. Die Routiniers hatten Anfang gefehlt in seinem noch fragilen Mannschaftskonstrukt. Wie sehr, zeigten besonders die desolaten Auftritte wie gegen Dresden oder Darmstadt.

Neustart nach der Länderspielpause?

Nach der Länderspielpause könnte es ein Neustart der Saison für Werder werden, sofern keine erneuten Ausfälle hinzukommen. Dann dürfte der Blick des Tabellenachten mit derzeit 19 Punkten wohl tatsächlich nach oben gehen.

Wenn wir so eine Leidenschaft wie heute oder vergangenen Samstag gegen St. Pauli auf den Platz bringen, werden wir noch einige Spiele gewinnen.

Werder-Profi Marco Friedl

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Video vom 6. November 2021
Werder-Trainer Markus Anfang nach dem Spiel im Interview.
Bild: Radio Bremen
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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 6. November 2021, 13:12 Uhr