Werders Eggestein zwischen Olympia-Traum und Abstiegskampf

Im Kampf um den Klassenerhalt glaubt der Mittelfeldspieler, dass die Bremer ihre Identität wiedergefunden haben. Mit guten Leistungen könnte er sein Tokio-Ticket lösen.

Maximilian Eggestein sitzt auf dem Podium und beantwortet eine Frage.
Werders Maximilian Eggestein glaubt, dass die Bremer in der Winterpause ihre Identität wiedergefunden haben. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Als Maximilian Eggestein sich am Mittwochmittag im Bremer Weser-Stadion den Fragen der Journalisten stellte, hielten diese eine überraschende Neuigkeit für ihn parat. Wenige Minuten zuvor hatte der DFB die Liste mit den 50 möglichen Spielern veröffentlicht, die im Sommer für eine Teilnahme am olympischen Fußball-Turnier in Tokio infrage kommen. Die Regularien sind dabei streng. Nur drei Spieler im Kader dürfen nach dem 1. Januar 1997 geboren worden sein. Dass er einer dieser Spieler sein könnte und auf der Liste steht, wusste Eggestein. Außerdem ist auch sein Bruder Johannes dabei. Dass der DFB neben Hochkarätern wie Mats Hummels und Thomas Müller aber auch seinen Ex-Teamkollegen Max Kruse meldete, war für ihn eine Neuigkeit. Im Sommer könnte es also zu einer kurzzeitigen Wiedervereinigung mit Kruse kommen. Aus seiner Lust auf Olympia macht Eggestein ohnehin keinen Hehl.

Das ist ein schönes Event, wo man gerne dabei wäre. Als Fußballer ist es auch ein Event, zu dem man selten die Möglichkeit hat. Es ist nochmal etwas ganz Anderes, was auch das Zusammenleben vor Ort angeht. Für mich als Spieler wäre das sehr reizvoll.

Maximilian Eggestein

Eggestein: "Haben unsere Identität wiedergefunden"

Maximilian Eggestein schaut während der 0:5-Niederlage gegen Mainz 05 gefrustet.
Maximilian Eggestein hat eine schwache Hinrunde gespielt. Trotzdem darf er auf eine Teilnahme an den Olympischen Spielen im Sommer hoffen. Bild: Imago | Nordphoto

Bevor er vielleicht in den Flieger nach Japan steigen darf, steht aber erst einmal der Kampf um den Klassenerhalt mit Werder an. Mit der Hinrunde ist Eggestein natürlich nicht zufrieden. Weder mit seiner persönlichen noch mit der der Mannschaft. "Am Ende der Hinrunde haben wir den Mut verloren und teilweise ein wenig kopflos agiert", erklärt der 23-Jährige. Denkbar schlecht endete das vergangene Jahr mit den beiden Niederlagen gegen die direkten Konkurrenten aus Mainz (0:5) und Köln (0:1). Besser soll es nun am Samstag (15:30 Uhr) in Düsseldorf laufen. Eggestein geht dabei nach der Vorbereitung vorsichtig optimistisch in die Partie.

Wir haben ein Stück weit zu unserer Identität zurückgefunden. Die ist uns am Ende der Hinrunde , glaube ich, ein Stück weit abhanden gekommen. Die haben wir jetzt wiedergefunden oder sind auf dem Weg dorthin. Deswegen bin ich eigentlich recht positiv gestimmt.

Maximilian Eggestein

Die U21-EM ist für ihn keine Entschuldigung

Maximilian Eggestein wird am letzten Spieltag der Saison 2015/16 im Spiel gegen Frankfurt für Anthony Ujah ausgewechselt.
Beim Herzschlagfinale 2016 stand Maximilian Eggestein in der Bremer Startelf. Nach 60 Minuten wurde er damals für Anthony Ujah ausgewechselt. Bild: Imago | Eibner

Dass die Bremer dabei ein heißer Tanz erwartet, weiß Werders Eigengewächs. Eggestein kennt den Abstiegskampf. Er war auch dabei, als die Bremer im Mai 2016 am 34. Spieltag erst in letzter Minute den Bundesliga-Verbleib klarmachten. Dass im Kampf um den Klassenerhalt nicht immer alles so laufe, wie man es sich erhofft, sei normal. "Keiner ist so leichtgläubig, zu glauben, dass jetzt alles auf einmal für uns laufen wird", stellt Eggestein klar. Trotzdem hofft er natürlich auf einen "Flow", um sich möglichst schnell aus dem Tabellenkeller zu verabschieden.

Einen starken Eggestein werden die Bremer dafür brauchen. In der Hinrunde klappte bei ihm kaum etwas. Vielleicht auch, weil er im vergangenen Sommer noch an der U21-EM teilnahm und kaum eine Pause hatte. Als Ausrede, sagt Eggestein, wolle er das aber nicht nutzen. Auch eine große Müdigkeit habe er nicht gespürt. Aber es sei schon so, dass er sich jetzt im Winter frischer fühle. Und gewiss: Einen frischen und in der Gala-Form aufspielenden Eggestein kann Werder in der Rückrunde allzu gut gebrauchen. Zumal dies für Eggestein auch das beste Olympia-Bewerbungsschreiben an U21-Nationaltrainer Stefan Kuntz wäre.

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Autor

  • Karsten Lübben

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 15. Januar 2019, 18:06 Uhr