Werder vergoldet mit Kraftakt gegen Dresden den Derbysieg

Werder-Spieler stehen nach dem Spiel Arm in Arm am Mittelkreis und umringen Trainer Ole Werner, der eine Ansprache hält.
Bild: Imago | Nordphoto

Das 2:1 gegen Dresden war hart erkämpft und legte Schwächen der Bremer offen. Dennoch bestätigte es so den Erfolg gegen den HSV und die Verteidigung der Tabellenspitze.

Am Ende standen sie wieder da, Schulter an Schulter zusammen am Mittelkreis des Weser-Stadions mit dem neunten Sieg im zehnten Spiel auf dem Konto. Doch obwohl die Bremer wieder die Tabelle anführen, dürfte die kurze Ansprache von Werder-Trainer Ole Werner an seine Mannschaft dieses Mal nicht nur positiven Tenor gehabt haben.

Werder hatte mit 2:1 gegen Dynamo Dresden gewonnen, konnte aus den vergangenen zehn Spielen 28 von 30 möglichen Punkten holen. Das war das Gute, das den Grün-Weißen am Sonntag gelungen war. Deshalb sagte Werner auch: "Mit dem Ergebnis bin ich sehr zufrieden."

"Haben dem Druck standgehalten"

Nach dem Sieg im Nordderby gegen den Hamburger SV hatte Werner gemahnt, dass dieser nur etwas wert wäre, wenn auch das Duell mit Dresden erfolgreich verliefe. Diese Botschaft war bei der Mannschaft angekommen.

Wir haben letzte Woche gesagt, dass wir heute die Punkte aus Hamburg vergolden. Das war uns extrem wichtig und ist uns gelungen. Wir haben dem Druck standgehalten, da die anderen schon vorgelegt hatten.

Werders Doppel-Torschütze Niclas Füllkrug

Arbeitssieg statt Gala: Werder-Coach Werner sieht "Luft nach oben"

Bild: Radio Bremen

Selbstkritische Bremer

Doch damit war die Lobhudelei auch sehr schnell am Ende, denn da war vieles während jener 90 Minuten im Weser-Stadion, das weder Werner noch seinen Spielern zugesagt hatte. Man musste es den Bremern jedoch zugutehalten: Sie gingen durchweg selbstkritisch mit sich ins Gericht.

Wir waren heute nicht so griffig wie in den letzten Wochen. Wir haben heute nicht unsere beste Leistung gezeigt, waren nicht an unserem Limit. Aber unterm Strich stehen drei Punkte und das ist wichtig.

Werder-Profi Leonardo Bittencourt in der ARD

Schon nach zwei Minuten hatten die Bremer nach einem Eckball das 0:1 kassiert, Defensivmann Christian Groß beschrieb den Moment als "kalte Dusche", nach der sie laut Niclas Füllkrug aber "aufgewacht" seien.

"Kein Sieg ist selbstverständlich"

Die Bremer waren ungewohnt unsortiert in der Anfangsphase gegen mutig und aggressiv auftretende Dresdner aus dem Tabellenkeller. Werder tat sich schwer. Und obwohl noch vor der Pause das 2:1 durch Füllkrugs Doppelpack gelang, wurde die Schlussphase wieder zur Zitterpartie.

Von der Leistung her haben wir noch Luft nach oben. Wenn es nächste Woche in Heidenheim mit drei Punkten klappen soll, dann müssen wir uns wieder an der Leistung des Hamburg-Spiels vor einer Woche orientieren.

Werder-Trainer Ole Werner in der ARD

Neun Spiele sind noch zu absolvieren und Werder liegt auf Kurs Richtung Aufstieg. Doch der Nachmittag im Weser-Stadion war nach dem Remis gegen Ingolstadt beim Heimspiel zuvor wohl ein Warnschuss zur richtigen Zeit. Nachzulassen wäre fatal, das ist den Grün-Weißen bewusst geworden. "Kein Sieg in dieser Liga ist selbstverständlich, jeder Punkt ist hart erarbeitet", sagt Werner: "Wir haben am Ende aber die Qualität, solche Spiele zu gewinnen."

Werders Bittencourt moniert: "Waren nicht an unserer Leistungsgrenze"

Bild: Radio Bremen

Mehr zum Thema:

Autorin

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 6. März 2022, 15:20 Uhr