Werder gegen Dresden, Mai gegen Mai: Im Bruder-Duell brodelt's

Video vom 23. September 2021
Die Brüder Lars Lukas Mai und Sebastian Mai gehen nach dem Spiel auf dem Rasen nebeneinander.
Bild: Imago | Hentschel
Bild: Imago | Hentschel

Sie sind beide Profi-Fußballer, ehrgeizig und sinnen auf Revanche: Lars Lukas und Sebastian Mai treffen am Sonntag in der 2. Liga aufeinander – und schenken sich nichts.

Auf diesen Moment hatte Lars Lukas Mai schon hingefiebert, als er im Sommer vom FC Bayern München zu Werder Bremen ausgeliehen wurde: Es würde auf dem Rasen wieder ein Duell mit seinem Bruder geben – das erste Mal in der 2. Liga, Werder gegen Dynamo Dresden. Im Hause Mai wird der kommende Sonntag eine Familienangelegenheit.

Das ist definitiv ein Highlight für mich und meine Familie. In mir brodelt es, die Gefühle spielen verrückt. Daher kann ich es kaum erwarten, dass es am Sonntag endlich losgeht.

Werder-Profi Lars Lukas Mai

0:2-Bilanz für den Älteren: "Das ärgert ihn natürlich"

Showdown am Sonntag um 13:30 Uhr im Rudolf-Harbig-Stadion: Mai gegen Mai, Verteidiger gegen Verteidiger. Sebastian Mai, der sechs Jahre ältere Bruder, spielt wieder in Dresden, wo die Familie herkommt.

"Ich habe ein sehr enges Verhältnis mit meinem Bruder und wir stehen tagtäglich im Austausch", sagt der 21-jährige Lars Lukas Mai am Donnerstag. Beide sind ehrgeizig, ob auf dem Spielfeld oder beim Brettspiel. Keiner will verlieren.

In den Bruder-Duellen liege ich derzeit ja vorn. Wir haben bisher zweimal gegeneinander gespielt und zweimal habe ich auch gewonnen. Das ärgert ihn natürlich.

Werder-Profi Lars Lukas Mai

Bisher nur 2 Duelle in der 3. Liga

Die Brüder Lars Lukas und Sebastian Mai nach dem 3. Ligaspiel zwischen der zweiten Mannschaft des FC Bayern und dem Halleschen FC.
Letztes Bruder-Duell in der 3. Liga: Lars Lukas Mai (links) für den FC Bayern und Sebastian Mai für den Halleschen FC. Bild: Imago | Christian Schroedter

Die beiden einzigen innerfamiliären Duelle fanden in der Saison 2019/2020 statt, als Lars Lukas mit der zweiten Mannschaft des FC Bayern gegen Sebastian Mais Halleschen FC in der 3. Liga gewonnen hatte. "Mein Bruder meinte zu mir, dass er da aus den letzten zwei Spielen noch eine Rechnung offen hat", so Lars Lukas Mai.

So eng die beiden auch sind, so weit entfernt findet ihr Duell am Sonntag statt, auf entgegen gesetzten Seiten des Spielfeldes. Und trotz der gleichen Position sind ihre Karrieren sehr unterschiedlich verlaufen.

Gleiche Position, andere Karrieren

Der 27 Jahre alte Sebastian Mai verbrachte seine gesamte Jugend bei seinem Heimatverein Dynamo Dresden und wechselte erst spät die Vereine. Er spielte für Chemnitz, Zwickau, Preußen Münster und den Halleschen FC und kehrte im Sommer 2020 wieder nach Dresden zurück. Der Aufstieg in die 2. Liga ist sein bisher größter Erfolg.

Sein jüngerer Bruder ging dagegen einen anderen Weg: Mit 14 Jahren schon wollte er die Profi-Karriere angehen und wechselte von Dynamo zum FC Bayern. Dort durchlief er alle Jugendteams, verteidigte gegen Größen wie Lewandowski, Müller oder Gnabry. Mai lernte viel, aber der Sprung ins Star-Ensemble war noch zu groß. Er wurde in der vergangenen Saison zu Darmstadt 98 mit Trainer Markus Anfang ausgeliehen, nun lieh ihn Werder aus.

Gemeinsamkeit: der grimmige Blick

Werder-Profi Lars Lukas Mai schaut grimmig auf dem Podium einer Pressekonferenz.
Lächeln verboten: Lars Lukas Mai will mit dieser Taktik die Gegner einschüchtern. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Rückkehr in die alte Heimat wird nicht ganz leicht für den Werder-Profi, dessen Herz für Dynamo schlägt. Aber der natürlich unbedingt gewinnen will. Als Insider weiß er, was auf die Bremer zukommen wird: "In Dresden spielt man gegen zwölf Männer. Man darf das Publikum nicht unterschätzen, die Mannschaft wird davon getragen. Wenn das passiert, wird es für jede Mannschaft schwer, Dresden zu knacken."

So unterschiedlich ihre Wege auf dem Fußballplatz auch bisher gelaufen sind, eines haben die Mai-Brüder gemeinsam: den grimmigen Blick. Es ist ihre persönliche Einschüchterungstaktik. "Die Gegner sollen Angst haben, deswegen schaue ich grimmig", sagte Lars Lukas Mai bereits bei seiner Vorstellung im Sommer. Am Sonntag wird sich zeigen, welcher Blick die bessere Wirkung hatte.

Werder gegen Dresden: Lars Lukas Mai trifft auf seinen Bruder

Video vom 23. September 2021
Werder-Verteidiger Lars Lukas Mai auf dem Weg zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehr zum Thema:

Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 23. September 2021, 18:06 Uhr