Werder beißt, rackert, verteidigt – und verliert doch

Mehr als eine Halbzeit lang machte Werder seine Sache sehr viel besser als zuletzt. Doch dann schlug Dortmunds Offensivpower gleich zwei Mal gnadenlos zu.

Niklas Moisander steht enttäuscht auf dem Spielfeld und stützt die Hände in die Hüften, hinter ihm läuft Erling Haaland.
Lange verteidigte Werders Abwehr um Kapitän Niklas Moisander anständig, am Ende reichte es aber wieder nicht. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Borussia Dortmund hat Revanche für das Pokal-Aus bei Werder Bremen genommen und die Abstiegssorgen der Norddeutschen weiter vergrößert. Die Bremer verloren am Samstag 0:2 (0:0). Während Dortmund durch den Sieg Tabellenführer FC Bayern München auf den Fersen bleibt, wird die Lage für Werder dagegen immer dramatischer. Denn durch die Erfolge der Konkurrenten hat sich die Situation noch einmal zugespitzt.

Für das Team von Trainer Florian Kohfeldt war es die neunte Niederlage in den vergangenen zehn Spielen und die sechste Heimpleite in Serie. So oft nacheinander verlor Werder im Weserstadion noch nie. Vor 42.100 Zuschauern erzielten Dan-Axel Zagadou (52. Minute) und Erling Haaland (66.) die Treffer für die Dortmunder.

Werder beginnt mutig und setzt Dortmund unter Druck

BVB-Coach Lucien Favre vertraute jener Mannschaft, die am Dienstag in der Champions League gegen Paris Saint-Germain mit 2:1 gewonnen hatte. Allerdings taten sich die Dortmunder lange Zeit sehr schwer, Lücken in der Bremer Defensive zu finden. Die abstiegsbedrohten Bremer wehrten sich wie schon im erfolgreichen Pokalspiel mit aller Macht gegen die größere spielerische Klasse des Vizemeisters. Werder hatte sogar mutig begonnen und den BVB anfangs unter Druck gesetzt.

Ömer Toprak versucht im Getümmel den Ball mit hohem Bein noch vor Zagadou zu erwischen.
Mit Mann und Maus verteidigte Werder, doch Dan-Axel Zagadou (Mitte) sorgte in der 52. Minute für den ersten Treffer für Dortmund. Bild: Imago | Mis

Nach einer Viertelstunde bekamen die Gäste die Partie aber unter Kontrolle, ohne aber gefährlich zu werden. Richtig brenzlig wurde es für Werder nur einmal, als Jiri Pavlenka bei einer Hereingabe von Raphael Guerreiro auf dem Posten war. Erst nach der Pause wurden die Dortmunder zwingender. Nachdem Haaland zunächst noch eine Großchance vergeben hatte, gingen die Gäste nach der folgenden Ecke in Führung. Zagadou drückte den Ball in der Mitte über die Linie. Wieder einmal sahen die Bremer bei einem Standard nicht gut aus und liefen fortan erneut einem Rückstand hinterher.

Wieder so ein scheiß Standard. Das macht uns sehr sauer. Für uns wird es jetzt sehr eng.

Werders Davy Klaassen

Wenig später hätte Haaland die Partie bereits entscheiden können, scheiterte aber nach feinem Zuspiel von Guerreiro an Pavlenka. Werder wirkte zwar weiter bemüht, im Spiel nach vorne gelang den Hanseaten aber nichts. Davie Selke, nach seiner Gelbsperre zurück, konnte sich ebenso wenig in Szene setzen wie Milot Rashica. Ganz anders Haaland aufseiten der Dortmunder. Nach schöner Kombination über Sancho und Achraf Hakimi war der Norweger in der Mitte eiskalt zur Stelle. Damit war die Partie gelaufen.

Werder möchte Dortmund wieder den Spaß vermiesen

Video vom 21. Februar 2020
Niklas Moisander und Ludwig Augustinsson scherzen beim Aufwärmen im Training.
Bild: Imago | Nordphoto

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 22. Februar 2020, 19 Uhr