"Die Hand Gottes" wird 60: Maradona und sein Werder-Trauma

Vor knapp 30 Jahren lehrten Otto Rehhagels Bremer den Weltstar das Fürchten. Maradona und der SSC Neapel unterlagen den Grün-Weißen im Weser-Stadion mit 1:5.

Video vom 7. Dezember 1989
Uli Borowka reißt Diego Armando Maradona nieder.
Bild: Imago | Kicker/Liedel

Für viele Fans und Experten ist er der beste Fußballer aller Zeiten: Diego Armando Maradona. Am heutigen Freitag feiert der ehemalige Weltstar seinen 60. Geburtstag. Der Fußballwelt ist der kleine Argentinier vor allem wegen seines Auftritts im Viertelfinale der Weltmeisterschaft 1986 gegen England in Erinnerung geblieben: Erst boxte der damals 25-Jährige den Ball mit der Faust ins Tor (die Geburtsstunde der "Hand Gottes"), nur um kurz darauf mit einem Hochgeschwindigkeits-Dribbling über den halben Platz das 2:0 zu erzielen – ein Jahrhundert-Tor. Eine Woche später führte Maradona seine Argentinier zum WM-Titel. Eine der vermutlich bittersten Pleiten seiner Karriere kassierte Maradona wiederum im beschaulichen Bremen.

Diego Armando Maradona lächelt.
Inzwischen eher "Der Bauch Gottes": Ex-Fußballer Diego Armando Maradona. Bild: Imago | Agencia EFE

Mit seinem damaligen Klub, dem SSC Neapel, traf der Spielmacher im Achtelfinale des UEFA-Pokals 1989/90 auf Werder. Auf dem Papier eine klare Sache: Hier das italienische Star-Ensemble, dort der Außenseiter von der Weser. Doch bereits im Hinspiel überraschten die Grün-Weißen den Favoriten und gewannen auswärts mit 3:2. Fürs Rückspiel waren Maradona und Co. also gewarnt.

Ganz Bremen fieberte dem Aufeinandertreffen im Weser-Stadion entgegen. Alle Augen waren an diesem Nikolaus-Abend auf Diego, den "Göttlichen", gerichtet. Doch der Argentinier kam kaum zur Entfaltung – was vor allem Verdienst von Uli Borowka war. Der Werder-Verteidiger wurde von Coach Otto Rehhagel auf den Zehner der Neapolitaner abgestellt und wich Maradona das komplette Spiel über nicht von den Hacken. Und weil Werders torhungrige Angreifer um Doppelpacker Karl-Heinz Riedle ein wahres Offensiv-Feuerwerk zündeten, siegten die Bremer mit sage und schreibe 5:1. Ein Europapokal-Abend, an den man sich an der Weser auch heute noch gerne erinnert. Maradona hingegen wohl eher weniger.

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Autor

  • Helge Hommers Autor

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, der Tag, 30. Oktober 2020, 23:30 Uhr