Das Skandal-Schneespiel: Als Werder auf St. Pauli ins Schlittern kam

Bild: Imago | Oliver Hardt

Nur ein einziges Mal in den letzten 44 Jahren hat Werder gegen die Kiezkicker verloren – doch diese legendäre Pleite 2006 bei widrigen Bedingungen schmerzt bis heute.

Das Pokal-Viertelfinale am 25. Januar 2006 zwischen dem FC St. Pauli und Werder Bremen, es war eines jener Spiele, das die Grün-Weißen und ihre Anhänger nie vergessen werden – allerdings sind es wahrlich keine schönen Erinnerungen.

Denn das Pokal-Duell am Hamburger Millerntor fand unter äußerst widrigen Wetterbedingungen statt und die Bremer kamen dabei ordentlich ins Rutschen. St. Pauli hat in den letzten 44 Jahren beziehungsweise letzten 20 Spielen gegen Werder nur einmal gewonnen, doch dieser Sieg bei Eis und Schnee ist legendär und ließ die Emotionen hochkochen.

Klose verletzte sich an der Schulter

Der Regionalligist aus Hamburg schlug am Ende den Champions-League-Achtelfinalisten im Viertelfinale mit 3:1 – doch mit Fußball hatte dieser Abend wenig zu tun, es war mehr eine Schneeballschlacht. Timo Schultz, einst selbst lange im Bremer Nachwuchs und heute Trainer von St. Pauli, erzielte damals den Endstand. WM-Hoffnungsträger Miroslav Klose stürzte in der 42. Minute auf der Eisfläche und zog sich einen schmerzhaften Sehnenanriss in der Schulter zu. Werder tobte, dass das Spiel bei den Bedingungen überhaupt angepfiffen wurde.

Wie sehr die schwierigen Umstände des Schneespiels an den Bremer Beteiligten nagte, zeigt auch die angefasste Reaktion des damaligen Werder-Sportchefs Klaus Allofs im ARD-Interview mit St.-Pauli-Präsident Corny Littmann...

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Anpfeifen oder nicht? Irreguläre Platzbedingungen oder spielbar? Es war schon Stunden vor Spielbeginn heiß hergegangen hinter den Kulissen. Bis drei Stunden vor Anpfiff versuchten die Bremer, die Austragung des Spiels am Hamburger Millerntor zu kippen.

Und Werder-Trainer Thomas Schaaf spuckte vorher Gift und Galle: "Wenn sich hier jemand verletzt, werden wir richtig laut. Der Platz ist indiskutabel, der Anpfiff verantwortungslos." Eine chemische Keule aus Kalium und Magnesium hatte den Boden aufgetaut, der eine Mischung aus Schneematsch und Eisfläche wurde. Drei Mal wurde der Platz im Laufe des Tages begutachtet, schließlich entschied Schiedsrichter Felix Brych, dass das Pokal-Spiel um 20:30 Uhr stattfinden würde. Für Werder wurde es ein unvergesslicher Abend – mit sehr schmerzlichen Erinnerungen.

Das Schneespiel St. Pauli gegen Werder für Hartgesottene im Re-Live:

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Dieses Thema im Programm: ARD, Sportschau, 25. Januar 2006, 20:30 Uhr