Werders Möhwald träumt von Berlin – und macht Davy Klaassen vergessen

Kevin Möhwald will mit den Bremern unbedingt ins Pokalfinale nach Berlin. Bei Werder wächst er immer besser in die Rolle des abgewanderten Davy Klaassen hinein.

Kevin Möhwald schaut in die Kamera und hält eine Trophäe als "Man of the Match" in den Händen.
Kevin Möhwald wurde für sein starkes Spiel gegen Greuther Fürth als "Man of the Match" ausgezeichnet. Bild: Gumzmedia / Nordphoto

Wenn in einer Fußballer-Kabine die Musik aufgedreht wird, dröhnt fast nur Deutschrap aus den Boxen. Nach dem 2:0-Sieg gegen Greuther Fürth hätten Werders Spieler allen Grund, mit Hildegard Knefs "Ich hab noch einen Koffer in Berlin" zu einem echten Klassiker zu feiern. Knef singt davon, dass sie alsbald mal wieder nach Berlin reisen müsste. Und Werder hat beste Erinnerungen an die Hauptstadt. Schließlich gewannen die Bremer vor kurzem erst mit 4:1 bei Hertha BSC.

Geht es nach den Hanseaten, steht in knapp drei Monaten zum DFB-Pokal-Finale am 13. Mai eine erneute Reise nach Berlin an. Für Kevin Möhwald wäre es allerdings das erste Spiel im Olympiastadion in dieser Saison, denn bei der Partie am 18. Spieltag fiel er aufgrund von Adduktorenproblemen aus. Damals reiste er zwar mit in die Hauptstadt, konnte aber nicht spielen. Liebend gerne möchte er dies in knapp drei Monaten am Finaltag nachholen.

Wir wollen nach Berlin, das ist unser Ziel im Pokal. Es sind nur noch wenige Spiele bis zu einem Titel.

Kevin Möhwald im ARD-Interview

Möhwald übernimmt Klaassens Rolle

Am Dienstagabend sorgte der 27-Jährige dabei dafür, dass sein Team gegen Greuther Fürth nicht allzu lange zittern musste. Nach zwölf Minuten brachte er Werder bereits in Führung und wurde nach dem Spiel als "Man of the Match" ausgezeichnet. Letztlich souverän setzten sich die Bremer gegen den Zweitligisten durch. Dennoch legte Möhwald nach dem Spiel auch den Finger in die Wunder. Im Interview mit der ARD monierte er, dass Werder viele große Torchancen liegen ließ und einige Kontermöglichkeiten nicht gut ausgespielt hat. Zweifel am Sieg, so der Mittelfeldspieler, habe er aber zu keiner Zeit gehabt.

Ajax Amsterdam-Spieler Davy Klaassen
Davy Klaassen hat Werder Anfang Oktober verlassen. Der Niederländer spielt jetzt wieder für seinen Heimatklub Ajax Amsterdam. Bild: DPA | Maurice van Steen

Zweifel in Bremen gab es dafür Anfang Oktober daran, ob Werder auch ohne Davy Klaassen bestehen kann. Da die Bremer dringend Geld benötigten, verkaufte der Klub den Niederländer an Ajax Amsterdam. Ein Ersatz für das zentrale Mittelfeld kam allerdings nicht. Immer mehr zeichnet sich allerdings ab, dass Möhwald ihn ersetzen kann. Auch in Sachen Mentalität. Kommt er nicht zum Einsatz, kann Werders Nummer sechs auch mal stinkig werden. Zuletzt gegen Schalke 04 saß er zunächst nur auf der Bank. Als er dann ins Spiel kam, drehte er auf und erzielte auch den 1:1-Ausgleich für Werder.

Cleverer Schachzug von Kohfeldt

Als "Klaassen-Ersatz" wollte Werder-Coach Florian Kohfeldt Möhwald Anfang Oktober allerdings noch nicht bezeichnen. Zum einen, weil er ihm, der zuvor 14 Monate verletzt ausfiel, natürlich nicht einen derart schweren Rucksack aufsetzen wollte. Zum anderen, weil beide "unterschiedliche Stärken-und-Schwächen-Profile" hätten.

Doch dank seiner Willensstärke und Aggressivität im Zweikampf geht Möhwald als emotionaler Leader bei Werder immer stärker voran. Mit dem Tor gegen Fürth und dem Ausgleich am Samstag gegen Schalke ist er aktuell zudem der Mann für die wichtigen Tore bei den Bremern. Und macht Klaassen an der Weser damit immer mehr vergessen.

Möhwald knipst und die Talente wirbeln – Werders Pokal-Highlights

Video vom 3. Februar 2021
DFB Pokal Spiel Werder Bremen
Bild: Radio Bremen

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  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 3. Februar 2021, 18:06 Uhr