Pokal-Bilanz: Ab dem Viertelfinale rutscht Werder nur auf Schnee aus

Schlechte Karten für Jahn Regensburg? Underdogs lässt Werder im Viertelfinale eigentlich keine Chancen. Nur dem FC St. Pauli gelang vor 15 Jahren der Coup gegen die Bremer.

Der FC. St. Pauli schießt im Viertelfinale 2006 ein Tor gegen Werder. Der Platz ist dabei schneebedeckt.
Bei Schnee und Eis flog Werder im Januar 2006 beim damaligen Regionalligisten FC St. Pauli aus dem DFB-Pokal. Bild: Imago | Oliver Hardt

Boris Herrmann meinte es am Sonntagabend durchaus gut mit "seinen" Bremern. Als der Weltumsegler in der ARD die Lose für das Viertelfinale des DFB-Pokals zog, bescherte er Werder mit Jahn Regensburg einen machbaren Gegner. Ein Sieg beim Zweitligisten, dann mit etwas Losglück noch ein Sieg gegen Regionalligist Rot-Weiss Essen oder Holstein Kiel (2. Liga) – schon wären die Bremer beim Pokalfinale am 13. Mai (Christi Himmelfahrt) im Berliner Olympiastadion dabei.

Werder hat dabei im DFB-Pokal aktuell einen Lauf. Bereits zum vierten Mal in Folge ist das Team von Coach Florian Kohfeldt im Viertelfinale dabei. Und ohnehin läuft es in diesem Jahrtausend für die Bremer im Pokal gut. Dabei gab es auch die ein oder andere Blamage wie in der Saison 2006/07 das Aus in der ersten Runde beim Regionalligisten FK Pirmasens (2:4 nach Elfmeterschießen) oder das dreimalige Erstrundenaus zwischen 2011 und 2013, als Werder nach Pleiten gegen die Drittligisten 1. FC Heidenheim (1:2), Preußen Münster (2:4 nach Verlängerung) und den 1. FC Saarbrücken (1:3 nach Verlängerung) direkt die Segel streichen musste.

Gute Bilanz im Viertelfinale

Doch wenn die Bremer im Pokal weiter kommen, hat auch der Schlendrian (fast) keine Chance mehr. Schon zum zwölften Mal steht Werder seit dem Jahr 2000 mindestens im Viertelfinale. Und Schluss war für den Pokalsieger von 2004 und 2009 in den meisten Fällen dann noch nicht. Viermal schieden die Bremer zwar aus, aber siebenmal kamen sie weiter. Eine gute Bilanz für ein Team, das in der Bundesliga seit zehn Jahren nicht mehr zur Spitzengruppe gehört.

Werders Viertelfinal-Partien im DFB Pokal seit der Saison 1999/2000

SaisonHeimGastErgebnis
1999/00VfL Bochum (2. Liga)Werder Bremen1:2
2002/031860 München (Bundesliga)Werder Bremen1:4 (n.V.)
2003/04Greuther Fürth (2. Liga)Werder Bremen2:3
2004/05Bayern München Amateure (Regionalliga)Werder Bremen0:3
2005/06FC St. Pauli (Regionalliga)Werder Bremen3:1
2008/09VfL Wolfsburg (Bundesliga)Werder Bremen2:5
2009/10Werder BremenTSG Hoffenheim (Bundesliga)2:1
2015/16Bayer Leverkusen (Bundesliga)Werder Bremen1:3
2017/18Bayer Leverkusen (Bundesliga)Werder Bremen4:2 (n.V.)
2018/19FC Schalke 04 (Bundesliga)Werder Bremen0:2
2019/20Eintracht Frankfurt (Bundesliga)Werder Bremen2:0

Schnee-Chaos 2006 gegen St. Pauli

Ganz seriös gingen die Bremer es stets an, wenn – wie dieses Mal mit den Regensburgern – ein unterklassiger Gegner auf sie wartete. Die beiden Zweitligisten VfL Bochum (1999/00) und Greuther Fürth (2003/04) warfen sie auf dem Weg ins Halbfinale ebenso raus wie 2004/05 die Amateure des FC Bayern. Einen – im wahrsten Sinne des Wortes — Ausrutscher leistete Werder sich allerdings 2005/06 beim damaligen Regionalligisten FC St. Pauli.

Frank Fahrenhirst steht auf dem Platz. Vor ihm liegt im Schnee St. Paulis Felix Lux.
Das Spiel verkam für beide Teams zu einer Rutschpartie. Am Ende hatten die Bremer um Frank Fahrenhorst (stehend) gegen die St. Paulianer um Felix Lux (liegend) das Nachsehen. Bild: Imago | Thorge Huter

Obwohl der Platz der Hamburger Ende Januar mit Schnee und Eis bedeckt war, pfiff Schiedsrichter Felix Brych die Partie am Millerntor an. Ein normales Fußballspiel war aber überhaupt nicht möglich. Während der Ball gerne im Schnee liegen blieb, rutschten die Spieler ein ums andere Mal aus. Ihre technische Überlegenheit konnten die Bremer somit nicht ausspielen. Am Ende kamen die Kicker vom Kiez besser mit den Bedingungen zurecht und gewannen 3:1. Coach Thomas Schaaf und Manager Klaus Allofs waren fuchsteufelswild. Beide konnten nicht verstehen, dass das Spiel überhaupt angepfiffen worden war.

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Regensburg ist vom Punkt eiskalt

Anfang März dürften die Bedingungen in Regensburg deutlich besser sein. Und natürlich gehen die Bremer als Favorit in das Spiel gegen den Zweitligisten. Das tat zuletzt aber auch der 1. FC Köln, der sogar eine 2:0 Führung noch aus der Hand gab und am Ende rausflog. Kurios dabei: Wie in der ersten Runde gegen den 1. FC Kaiserslautern (3. Liga) und in der zweiten Runde gegen den SV Wehen-Wiesbaden (ebenfalls 3. Liga) setzten die Regensburger sich auch gegen die Kölner erst im Elfmeterschießen durch. So weit werden die Bremer es am 2. oder 3. März natürlich erst gar nicht kommen lassen wollen.

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Video vom 3. Februar 2021
DFB Pokal Spiel Werder Bremen
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Karsten Lübben Autor

Dieses Thema im Programm: buten un binnen mit sportblitz, 7. Februar 2021, 19:30 Uhr