Rot sei Dank: Werder in Überzahl wieder auf der Überholspur

Werder-Coach Ole Werner bejubelt an der Seitenlinie ausgelassen und mit gereckten Fäusten den Treffer seiner Mannschaft.
Bild: DPA | Carmen Jaspersen

67 Minuten spielten die Bremer gegen Darmstadt mit einem Mann mehr – der frühe Platzverweis war der Knackpunkt beim 1:0-Sieg und bringt Werder zurück auf Aufstiegskurs.

Auf den vollgepackten Rängen des Weser-Stadions wurde von den 41.000 Bremer Fans am Samstagabend schon so gefeiert, als wäre Werders Aufstieg in die Bundesliga bereits besiegelt.

"Das hat so richtig Spaß gemacht vor ausverkauftem Haus – ich habe jede Minute genossen", freute sich Stürmer Niclas Füllkrug, der den Siegtreffer zum 1:0 für die Bremer besorgt hatte. "Wir haben drei Punkte hierbehalten, das ist das Wichtigste", fügte Eren Dinkci hinzu, der die furiose Torvorlage geliefert hatte: "Das war ein Sechs-Punkte-Spiel. Der Sieg bedeutet enorm viel."

"Tolle, motivierte, mutige Leistung"

Den Aufstieg bedeutete er zwar noch nicht, doch die Grün-Weißen haben mit dem Kraftakt-Sieg gegen Darmstadt 98 zum punktgleichen Spitzenreiter FC St. Pauli aufgeschlossen und bewiesen, dass sie auch ohne fünf Stammspieler gewinnen könnnen.

"Jetzt müssen die in die Bresche, die in den letzten Wochen nicht so viel Einsatzzeiten bekommen haben", hatte Werders Sportlicher Leiter Clemens Fritz vor der Partie gefordert. Und die "jungen Wilden" um Dinkci, Felix Agu und Niklas Schmidt taten es.

Besonders die jungen Spieler, die es vielleicht ein bisschen unerwartet getroffen hat, dass sie spielen, haben eine tolle, motivierte, mutige Leistung gezeigt. Das war klasse. Jeder hat seinen Teil dazu beigetragen, dass wir heute als Gewinner vom Platz gegangen sind.

Werder-Stürmer Niclas Füllkrug in der ARD

Rote Karte bringt Werder in Schwung

Doch bei aller Bremer Euphorie gehörte am Samstagabend auch zur Wahrheit, dass Werder erst ins Rollen kam, als die Darmstädter nur noch zu zehnt spielten. In der 23. Minute hatte Klaus Gjasula Romano Schmid mit offener Sohle am Knie getroffen, nach Ansicht der Videobilder entschied sich Schiedsrichter Robert Schröder von der Gelben zur Roten Karte um und schickte Gjasula vom Platz.

Die Rote Karte hat den Spielverlauf ein Stück weit verändert. Aber ich muss den Hut vor der Mannschaft ziehen. Sie hat die Rückschläge weggesteckt. Das freut mich außerordentlich.

Werder-Trainer Ole Werner

"Wir sind auf einem guten Weg"

Ein Stück weit bedeutete, dass Darmstadt die Bremer bis zum Platzverweis im Griff hatte und sich Werder schwer tat, die Ausfälle von Marvin Ducksch, Ömer Toprak, Marco Friedl, Leonardo Bittencourt und Mitchell Weiser zu kompensieren und sich zu finden. In Überzahl fand Werder besser ins Spiel, scheiterte aber oft an Keeper Marcel Schuhen. Bis Füllkrug die Bremer erlöste.

Wir wussten, dass es ein schwieriges Spiel wird. Aber nach der Roten Karte waren wir sehr dominant, haben das Spiel in die eigene Hand genommen. Wir hätten die Darmstädter eigentlich 3:0 oder 4:0 heimschicken müssen, die Chancen waren da.

Werder-Spieler Romano Schmid

Nun hat Werder die schwere Woche der schlechten Nachrichten also mit einem Erfolgserlebnis beendet und sich zurückgemeldet im Kampf und den Aufstieg. "Wir sind auf einem richtig guten Weg. Speziell heute hat man gesehen, dass unser Kader richtig gut besetzt ist", lobte Romano Schmid. Die Länderspielpause wird Werder nutzen, um die Wunden zu lecken und das Lazarett zu verkleinern. Denn in drei Wochen gegen Sandhausen dürfe es wieder mit elf gegen elf zur Sache gehen.

Werder-Coach Werner lobt: "Ganz starke Mannschaftsleistung"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Die Fußball-Bundesliga, 19. März 2022, 22:25 Uhr