Interview

Frings vor Darmstadt: "Volles Stadion ist riesiger Vorteil für Werder"

Torsten Frings trägt draußen eine dicke Jacke.
Auch Torsten Frings ist gespannt, wie die Bremer gegen Darmstadt 98 ihre Ausfälle wegstecken.
Bild: Imago | Noah Wedel

Torsten Frings ist bei den Bremern eine Legende und trainierte einst Darmstadt 98. Mit Bremen Eins hat er vor dem Spitzenspiel am Abend (20:30 Uhr) gesprochen.

Auf Werder wartet am Samstagabend im Aufstiegskampf eine harte Aufgabe. Im Weser-Stadion treffen die auf dem 3. Platz liegenden Bremer auf den Tabellenführer Darmstadt 98. Beide sind punktgleich und dürfen momentan von der Bundesliga träumen. Torsten Frings kennt sowohl Werder als auch die Darmstädter bestens. An der Weser hat er von 1997 bis 2002 und von 2005 bis 2011 gespielt. Bei den Hessen wiederum sammelte er von Dezember 2016 bis Dezember 2017 seine ersten Erfahrungen als Cheftrainer. Vor dem Spitzenspiel sprach er mit Bremen Eins über das Duell seiner Ex-Klubs.

Herr Frings, Werder geht stark ersatzgeschwächt in das Spitzenspiel gegen Darmstadt. Kann das Team die Ausfälle von Ömer Toprak, Marco Friedl, Mitchell Weiser und Marvin Ducksch kompensieren?
Für mich ist jeder ersetzbar, aber ich glaube, im Laufe der Saison hat man gesehen, dass man bei Ömer Toprak die größten Schwierigkeiten hat, ihn zu ersetzen. Von daher würde ich sagen, dass dieser Ausfall am schwerwiegendsten ist. Mit Marvin Ducksch fehlt jetzt auch noch ein richtiger Torjäger, der super drauf war. Das sind schon Ausfälle, die unheimlich wehtun. Ich bin auch gespannt, wie sie das kompensieren.
Welche Rolle wird spielen, dass das Weser-Stadion voll ist und das Flutlicht angeschaltet wird?
Flutlichtspiele sind immer etwas Besonderes, ganz besonders im Weser-Stadion. Da haben wir schon die ein oder andere geile Schlacht gehabt. Es ist für mich auch ein Riesenargument und ein riesiger Vorteil für Werder, dass sie zu Hause und vor ausverkauftem Haus spielen können. Ich glaube, dass das am Ende den Unterschied ausmachen kann.
Wie denken Sie an Ihre Zeit in Darmstadt zurück?
Es war eine schöne Zeit. Wir haben dort eine unheimlich schöne Rückrunde gespielt mit erfolgreichen Spielen gegen Dortmund, Hamburg oder Freiburg. Alles Mannschaften, die viel, viel besser waren als wir und einen größeren Etat hatten. Trotzdem haben wir sie geschlagen, weil wir einfach eine gute Truppe hatten mit einer richtig geilen Mentalität. Ich habe immer noch zu richtig vielen Personen dort Kontakt. Zum Beispiel zum Zeugwart, zu einigen Spielern oder zum Vorstand. Das freut mich natürlich und ist, glaube ich, auch ein Zeichen dafür, dass man vernünftig miteinander umgegangen und menschlich in Ordnung ist.
Torsten Frings gestikuliert als Darmstadt-Trainer an der Seitenlinie.
Torsten Frings hat einst die Darmstädter trainiert und ist im Sommer 2017 mit dem Klub aus der Bundesliga abgestiegen. Bild: Imago | Jan Huebner
Wie wichtig ist der Ausgang des Spiels am Samstagabend im Rennen um den Aufstieg?
Es werden immer weniger Spiele und jeder Punktverlust tut doppelt weh. Trotzdem glaube ich, dass man im Laufe der Saison gesehen hat, dass alle Mannschaften auch ein Stück weit unbeständig sind. Von daher hat der Verlierer der Begegnung immer noch Chancen auf den Aufstieg. Ich wünsche mir natürlich, dass Werder gewinnt, weil ich dort meine ganze Karriere verbracht habe und eine sehr schöne Zeit hatte. Ich wünsche Werder den Aufstieg, Bremen gehört einfach in die Bundesliga. Allerdings muss ich sagen, dass ich es Darmstadt auch von Herzen gönne.

(Das Interview führte Ariane Wirth. Aufgezeichnet wurde es von Karsten Lübben.)

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Autorin

  • Ariane Wirth

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Das Wochenende, 19. März 2022, 16:48 Uhr