Werder beim Training: Wie Sie sehen, sehen Sie nichts

Die Bremer Profis haben am Dienstag ihren Trainingsbetrieb wieder aufgenommen – hinter verschlossenen Türen. Doch die Rückkehr auf den Rasen ist enorm wichtig.

Video vom 7. April 2020
Benjamin Goller und Milot Rashica gehen mit zwei Metern Abstand zwischen sich zum Trainingsplatz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Die Co-Trainer Tim Borowski und Ilja Gruew waren am Dienstagmorgen um 8:30 Uhr die ersten, die sich auf den kurzen Weg zu Platz 11 machten. Nach und nach folgten ihnen aus der Umkleide im Weser-Stadion jeweils zwei Spieler. Ein ständiges Kommen und Gehen. Aber immer nebeneinander laufend, im Abstand von zwei Metern, wie es die Regeln in der Corona-Krise vorschreiben.

Eingeschränktes Training mit bis zu vier Profis hatte der Bremer Senat am Montag doch noch erlaubt und Werder probiert nun, sich mit dem Auflagen-Katalog der Gesundheitsbehörde und der neuen Situation zu arrangieren.

Training hinter verschlossenen Türen

Blick auf das Schild am Eingang vom Trainingsplatz mit dem Hinweis, dass die Sportanlage gesperrt ist.
Unmissverständlich: Nur die Werder-Profis dürfen seit Dienstag eingeschränkt trainieren. Für alle übrigen Mannschaften gilt das Verbot. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Fans waren nicht zu sehen auf dem Gelände am Weser-Stadion, und ein Ausflug hätte auch keinen Sinn gehabt, denn Werder verschloss sofort die verhängten Tore des Trainingsplatzes – zu sehen gab es und gibt es vorläufig nichts. Autogramme und Selfies sind derzeit ohnehin nicht erlaubt. Werder darf nicht einmal die genauen Trainingszeiten bekanntgeben. Auch damit soll verhindert werden, dass sich Menschenansammlungen bilden.

Für die Werder-Anhänger, die sicherlich gerne nach über vierwöchiger Zwangspause einen Blick auf den Trainingsplatz geworfen hätten, war der Ausschluss bedauerlich. Die Profis jedoch waren froh, endlich wieder den Ball am Fuß zu haben. Schließlich hat nicht jeder Spieler ein Haus mit Garten und die Möglichkeit, daheim etwas zu kicken. Und die tägliche Fitnessarbeit allein im Home Office macht Fußballprofis auf Dauer auch nicht glücklich - und schon gar nicht bereit für den anstrengenden Saisonendspurt, sofern er noch kommt.

Eine Gruppe trainiert im Stadion, die andere auf Platz 11. Die Gruppen werden so klein wie möglich gehalten, damit die Berührungspunkte minimiert werden. Die Maßnahmen stellen uns nicht vor größere Herausforderungen, weil wir die allermeisten bereits seit Wochen umsetzen.

Werder-Sportchef Frank Baumann bei Werder-TV

Ab sofort wieder "fußballspezifisches Training"

Benjamin Goller und Milot Rashica gehen mit zwei Metern Abstand zwischen sich zum Trainingsplatz.
Alles mit Abstand: Auch Benjamin Goller (links) und Milot Rashica hielten sich am Dienstag vorbildlich an die Regeln. Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Dennoch mag sich mancher fragen, welchen Sinn ein Training ohne Zweikämpfe und ohne Körperkontakt wirklich hat, doch für die Profis sind die Spielformen in kleinen Gruppen enorm wichtig. "Ein wichtiger Schritt, nachdem die Spieler in den letzten drei Wochen nahezu ausschließlich zu Hause trainiert haben", sagte Sportchef Frank Baumann am Montag in einer Vereinsmitteilung: "So können wir das Training für unsere Mannschaft wieder fußballspezifischer auf das Spiel ausrichten."

Selbst, wenn man Abstand halten muss, sind die Übungen mit Mitspielern und Ball zu Hause einfach nicht zu ersetzen. Und auch das Athletiktraining hat in den eigenen vier Wänden seine Grenzen. Umso wichtiger für Trainer Florian Kohfeldt, dass auch er nun mit seiner Mannschaft die ersten Schritte auf dem Rasen absolvieren kann. Die ersten Schritte zurück in Richtung Normalität.

Innenbehörde erlaubt Werder das Training – unter Auflagen

Video vom 6. April 2020
Ein Fußball liegt auf einem Rasenstück vor dem Weserstadion.
Bild: Radio Bremen

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Autorin

  • Petra Philippsen Redakteurin und Moderatorin und Autorin

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 7. April 2020, 18:06 Uhr