Bei Werder glaubt man, dass es im Mai weitergeht

Die Corona-Krise stellt die Fußball-Klubs vor eine enorme Herausforderung. Finanz-Boss Filbry ist aber optimistisch, dass es für Werder nicht existenzbedrohend wird.

Florian Kohfeldt tritt am Rande des Trainings gedankenverloren gegen einen rote Stange.
Keine Spiele, kein Training: Auch bei Werder ist man angehalten, zu Hause zu bleiben. Bis zum 2. April ist die Bundesliga mindestens ausgesetzt. Bild: Imago | Foto2press

Werder Bremens Geschäftsführer Klaus Filbry hält eine schnelle Wiederaufnahme des Spielbetriebs in der Fußball-Bundesliga für utopisch. "Wir gehen davon aus, dass vor Mai nicht gespielt wird", sagte Filbry im Interview mit der "Süddeutschen Zeitung".

Selbst dies sei "auch nur eine Annahme, bisher sind ja nur der 26. und 27. Spieltag ausgesetzt worden". Trainer Florian Kohfeldt werde beim Tabellen-17. "wahrscheinlich den April noch mal als Vorbereitungszeit nutzen, um dann die sehr intensive Phase angehen zu können. Wir glauben, dass dann im Drei-Tages-Rhythmus gespielt wird."

"Müssen morgen nicht die Lichter ausknipsen"

Allerdings sieht Filbry terminlich auch eine klare rote Linie: den 30. Juni. "Eine dreistellige Anzahl von Verträgen in der ersten und zweiten Liga laufen zu diesem Datum aus", sagte er: "Entweder wir schaffen es bis zum 30. Juni, oder wir haben eine Saison, die abgebrochen wird."

Dieses Szenario gepaart mit dem Abstieg bezeichnete Filbry als schlimmstmöglich - dann würde es wohl auch den Profis an die Gehälter gehen. "Wenn es wirklich zum Super-GAU kommt, dann müssen wir alle Solidarität zeigen, denn dann geht's wirklich ums Überleben", betonte der 53-Jährige. "Da gehören dann die Spieler auch dazu."

Eine akute Existenzbedrohung für Werder sieht der Geschäftsführer Finanzen aber derzeit nicht: "Es gibt zum Beispiel bereits Kreditlinien, es gibt auch andere Ideen, etwa um anfallende Kosten um eine gewisse Zeit aufzuschieben und auf den Worst Case vorbereitet zu sein. Dass wir hier morgen die Lichter ausknipsen, würde ich so nicht sehen. Wir müssen hier nicht morgen zuschließen."

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