Stürmische Zeiten für Werder: Verein plant das Worst-Case-Szenario

Die Bremer beantragen auch die Lizenz für die 2. Liga. Während die meisten Sponsoren die Folgen der Corona-Krise abwarten, möchte ein Partner sein Engagement ausbauen.

Video vom 26. März 2020
Eine Drohnenaufnahme des leeren Bremer Weserstadions.
Bild: Radio Bremen

Sportlich betrachtet sieht es nicht gut aus für Werder: Die Bremer sind Vorletzter der Tabelle, der Relegationsplatz liegt vier Punkte weit entfernt. Doch in Zeiten der Corona-Krise weiß niemand, wie es im Fußball überhaupt weitergeht. Ob die Bundesliga die Spielzeit fortsetzt, ob es zum Saisonabbruch kommt und wenn ja, wer absteigt oder ob es überhaupt jemanden trifft.

Werder jedenfalls ist auf alle Eventualitäten vorbereitet: Die Lizenzunterlagen für die erste Liga sind bereits beantragt, die für für zweite Liga im Grunde genommen auch. Das hat Werders-Finanzchef Klaus Filbry bei einer Telefonkonferenz mit Bremer Medien am Donnerstag bestätigt. "Wir gehen davon aus, dass wir die Lizenz für die zweite Liga ohne Auflagen erhalten werden", so Filbry. Und wenn es doch zu Auflagen kommt, "dann nur in einem sehr geringen Maße".

Spielergehälter reduzieren sich

Ein großer Baustein für die Lizenzierung sind für viele Vereine die Ausgaben für die Spieler. Sollte Werder tatsächlich zum zweiten Mal in der Vereinsgeschichte absteigen, reduziert sich der größte Kostenfaktor für den Klub automatisch: Zwar gelten die Verträge der Spieler für beide Ligen, doch da diese leistungsbezogen sind, fällt das jeweilige Sälar im Bundesliga-Unterhaus weniger üppig aus. Vermutlich werden aber ohnehin nicht alle Spieler den Gang in die zweite Liga antreten.

Gleiches trifft auf einige Sponsoren zu, erst recht in Zeiten der Corona-Krise. Dass einige Partner, die besonders von der Krise betroffen sind, in finanzielle Schieflage geraten, sei nicht auszuschließen. Viele Unternehmen warten daher erst einmal die weitere Entwicklung ab. Bei den Partnern, deren Verträge auslaufen, gibt es folglich im Moment auch keine Bereitschaft, diese zu verlängern – wofür Werders Finanzchef Verständnis aufbringt.

Dass aktuell die meisten Unternehmen auf den Stop-Knopf drücken und warten möchten, wie sich die Situation für sie entwickelt, ist absolut nachvollziehbar.

Klaus Filbry, Werder-Finanzchef

Ohnehin ist schon jetzt fraglich, ob Werder angesichts von Spielabsagen und Geisterspielen die meisten der mit den Sponsoren festgelegten Leistungen erbringen kann. "Sicherlich müssen wir mit dem ein oder anderen Partner über Kompensationen sprechen", sagt Filbry. Sollte jedoch die Saison tatsächlich abgebrochen werden, liegen die Ausgleichszahlungen sowohl an TV-Partner als auch an Sponsoren deutlich höher. "Das ist ein wirtschaftliches Risiko", so Filbry. Der Verein sei aber so gut aufgestellt, dass auch das Worst Case-Szenario zu stemmen sei.

Großer Sponsor will Engagement ausbauen

In der aktuell ungewissen Zeit gab es jedoch auch eine gute Nachricht: "Wir stehen kurz vor Abschluss eines nicht unerheblichen Vertrages mit einem Sponsor, der in dieser Phase sein Engagement noch einmal ausbauen möchte", sagte Filbry. Um welches Unternehmen es geht, wollte Filbry nicht verraten. Fakt ist: Es handelt sich um einen größeren Förderer, der bereits aktiver Sponsor des Vereins ist.

Baumann über Werders mögliche Saison-Schlussphase

Video vom 25. März 2020
Werder Bremens Geschäftsführer Frank Baumann im Gespräch.
Bild: Radio Bremen

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Autor

  • Helge Hommers

Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 26. März 2020, 18:06 Uhr