Senat lenkt ein: Werder darf unter Auflagen trainieren

Die Bremer Profis können ab sofort wieder in Kleingruppen ins Mannschaftstraining einsteigen. Der Verein muss jedoch strenge Vorschriften der Behörden einhalten.

Video vom 6. April 2020
Ein Fußball liegt auf einem Rasenstück vor dem Weserstadion.

So wie der Großteil der Bundesliga darf nun auch Werder ab sofort wieder das Training in Kleingruppen aufnehmen. Das Ordnungsamt der Stadt Bremen erteilte dem Bundesligisten nach Absprache mit dem Gesundheits- und Innenressort am Montag eine entsprechende Genehmigung – allerdings nur unter strengen Auflagen.

Nur vier Profis pro Kleingruppe

Statt der von Werder beantragten zehn Spieler dürfen jeder Kleingruppe auf dem Trainingsplatz beim Weser-Stadion nur maximal vier Profis angehören. Die Trainingseinheiten sind zudem ausschließlich unter freiem Himmel abzuhalten. Weiterhin müssen sich die mitwirkenden Spieler vor jeder Einheit von den Mannschaftsärzten "einem präventiven Eingangsscreening" unterziehen und im Anschluss an das Training zu Hause duschen, wie es in einer Mitteilung der Senats-Pressestelle heißt.

Annsammlungen von Fans sind zu melden

Die Genehmigung gilt außerdem nur für das Profiteam und nicht, wie von Werder zunächst beantragt, auch für die U23- und die U19-Mannschaft des Vereins. Als Sparringspartner für die Bundesligaauswahl fallen das Reserve- und das Jugendteam folglich aus. Sollte es an der Trainingsanlage zu "Menschenansammlungen", etwa bei Zusammenkünften von Fans, kommen, muss der Verein die Polizei und das Ordnungsamt verständigen. Insgesamt umfasst die Verordnung 16 Punkte.

Wir haben uns zuvor bundesweit erkundigt, wie andere Länder beziehungsweise Kommunen mit ähnlich lautenden Anträgen ihrer Profivereine umgehen und was wir zudem für zwingend notwendig erachten, um die Risiken für Spieler und Mitarbeiter so gering wie möglich zu halten.

Ulrich Mäurer, Bremer Innensenator

Eine komplette Untersagung des Trainingsbetriebes hätte für Werder einen konkreten Wettbewerbsnachteil verursacht, sagte der SPD-Politiker. Gleiches hatte Werder-Coach Florian Kohfeldt bereits im Vorfeld befürchtet. "Wir versuchen mit der heutigen Entscheidung dem Recht auf Berufsausübung und der größtmöglichen Reduzierung von Risken gleichmermaßen gerecht zu werden", so Mäurer. Die nun getroffene Genehmigung gilt vorerst bis zum 19. April. Sie kann dem Verein jedoch jederzeit wieder entzogen werden. Sollte die Situation es erfordern, können die Behörden die Maßnahmen erweitern oder um weitere Vorgaben ergänzen.

Das sagt Filbry über wirtschaftliche Corona-Folgen für Werder Bremen

Video vom 31. März 2020
Filbry von Werder im Interview mit buten un binnen.

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Dieses Thema im Programm: Sportblitz, 6. April 2020, 18:06 Uhr