Rückkehr der Geisterspiele kostet Werder 1,1 Millionen Euro pro Spiel

Grüne Sitzreihen auf der Tribüne des Weser-Stadions, die mit rot-weißem Absperrband umwickelt sind.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Nach der Winterpause wird es wieder in allen Stadien der Fußball-Bundesliga sehr leer sein. Und die Finanzsorgen im Profisport werden damit wieder größer.

In den Stadien und Sporthallen wird es wegen der rasanten Ausbreitung der Omikron-Variante des Coronavirus in der kommenden Zeit bald wieder überall trostloser.

"Überregionale Großveranstaltungen dürfen nicht mehr mit Publikum stattfinden, das betrifft insbesondere Fußballspiele", sagte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) am Dienstag nach Beratungen mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.

"Wissen nicht, ob wir bis April ohne Zuschauer spielen"

Werder-Finanzchef Klaus Filbry sitzt in seinem Büro beim Interview mit dem Sportblitz.
Finanzchef Klaus Filbry weiß, dass Werder mit jedem Geisterspiel 1,1 Millionen Euro einbüßt. Bild: Radio Bremen

Unter Punkt zwölf des Beschlusses des Bund-Länder-Gipfels hieß es: "Überregionale Großveranstaltungen finden spätestens ab dem 28. Dezember 2021 ohne Zuschauer statt." Damit müssen sich auch die Top-Ligen im Basketball oder Eishockey erneut bundesweit auf Geisterspiele einstellen und damit auf Einnahmeausfälle.

Auch Fußball-Zweitligist Werder Bremen rechnet mit Mindereinnahmen, dennoch befürwortet Finanzchef Klaus Filbry im Gespräch mit dem Sportblitz die Maßnahmen der Politik. "Aufgrund der Dynamik durch die Omikron-Variante ist das eine Maßnahme, für die man volles Verständnis haben muss", so Filbry, der aber auch die Kosten im Blick hat.

Wir wissen nicht, ob wir bis in den März, April hinein ohne Zuschauer spielen oder nur bis Ende Februar. Aber jedes Spiel bedeutet circa 1,1 Millionen Euro netto weniger Einnahmen. Wenn wir jetzt fünf Spiele ohne Zuschauer haben, ist das eine Ergebnisbelastung von fünf Millionen Euro.

Werder-Finanzchef Klaus Filbry im Gespräch mit dem Sportblitz

Liquidität der Saison ist gesichtert

Eigentlich hatte Filbry zu Saisonbeginn die volle Zuschauerkapazität bei Werders Liquidität für die laufende Spielzeit eingerechnet, doch der Finanzchef bekräftigte nun, dass man dennoch "liquiditätsmäßig sehr gut aufgstellt" ist und "wir auf jeden Fall durch die aktuelle Saison kommen".

Doch Filbry betonte auch, dass Werder nur für eine gewisse Zeit auf Zuschauereinnahmen verzichten kann, ohne dabei eine genaue Spanne zu nennen: "Irgendwann werden auch unsere Ressourcen knapp."

Filbry über erneute Geisterspiele: "Die haben uns hart getroffen"

Bild: Radio Bremen

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Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Rundschau, 22. Dezember 2021, 7 Uhr