So viel würde ein Geisterspiel Werder und seine Fans kosten

Sollte Werder das nächste Heimspiel wegen des Coronavirus vor leeren Rängen bestreiten, drohen den Bremern hohe Verluste. Ticketinhaber bekommen ihre Kosten erstattet.

Fans im Weser-Stadion
Bei einem Geisterspiel muss Werder nicht nur auf die Unterstützung seiner Fans verzichten, sondern auch auf ein Einahmen in Millionenhöhe. Bild: Imago | Nordphoto

Die Auswirkungen des Coronavirus sind inzwischen auch in der deutschen Sportlandschaft spürbar. In der Bundesliga droht gar ein Novum: Erstmals in der Geschichte des deutschen Fußball-Oberhauses könnte es am kommenden Spieltag zu Geisterspielen kommen. So auch in Bremen, wo Werder am Montag, 16. März (20:30 Uhr), auf Bayer Leverkusen trifft. Die Entscheidung, ob das Spiel vor leeren Rängen stattfindet, fällt voraussichtlich am Dienstag.

Kostenerstattung für Tagestickets und Dauerkarten

Sollte es zu einem Ausschluss der Zuschauer kommen, erhalten Ticketinhaber ihr Geld zurück. Dies gilt sowohl für Besitzer von Dauerkarten als auch von Tagestickets. Das hat der Verein auf Anfrage bestätigt. Anders als bei einem Wiederholungsspiel – wie etwa dem auf unbestimmte Zeit verlegten Heimspiel gegen Eintracht Frankfurt – verliert das Ticket bei einer Spielabsage oder einem Zuschauerausschluss seine Gültigkeit.

Wie in einem solchen Fall vorzugehen ist, wird auf Werders Homepage erläutert: "Der Rücktritt durch den betroffenen Kunden ist in Textform (E-Mail ausreichend), per Telefax oder schriftlich auf dem Postweg" zu erklären, heißt es in den AGB. Und weiter: "Die betroffenen Kunden erhalten gegen Vorlage des Tickets bzw. Übersendung des Tickets auf eigene Rechnung an den Club den entrichteten Ticketpreis erstattet." Für Bearbeitungs- und Versandkosten kommt der Verein hingegen nicht auf. Das Gleiche gilt für Hotelbuchungen oder Ausgaben, die für die Anreise anfallen.

Mindereinnahmen in Millionenhöhe

Im vergangenen Geschäftsjahr betrugen die Einnahmen, die Werder aus dem Spielbetrieb erhielt, 28,2 Millionen Euro. Jedes Heimspiel spülte somit durchschnittlich rund 1,5 Million Euro in die Vereinskasse. Eine Ausfallversicherung für Spielabsagen oder Zuschauerausschlüsse hat Werder nicht. Sollte es also tatsächlich zu einem Geisterspiel gegen Leverkusen kommen, bedeutet das Mindereinnahmen in Millionenhöhe. Ein Zuschauerausschluss kostet Werder somit nicht nur die Unterstützung der Fans, sondern auch bares Geld, das die Bremer schließlich immer gut gebrauchen können.

Baumann über das Coronavirus: "Unsere Spieler sind informiert"

Video vom 29. Februar 2020
Frank Baumann im Profil betrachtet während einer Pressekonferenz.
Bild: Gumzmedia | Andreas Gumz

Mehr zum Thema

Dieses Thema im Programm: Bremen Eins, Der Tag, 9. März 2020, 23:30 Uhr